Rezensionen: Filme

Filmkritik: „The Reef – Schwimm Um Dein Leben“ (2010)

Filmtyp: Spielfilm
Basierend Auf: Originaldrehbuch
Regie: Andrew Traucki
Mit: Adrienne Pickering, Zoe Naylor u.a.
Land: Australien
Laufzeit: ca. 87 Minuten
FSK: ab 12 freigegeben
Genre: Horror (80 %), Abenteuer (20 %)
Tags: Schiffbruch | Hai-Attacke | Offenes Meer | Überlebende | Seenot

Hier hat es sich ganz schnell ausgeREEFt.

Inhalt: Als Höhepunkt einer Australienreise gehen die Engländer Kate, Matt und Suzie an Bord einer kleinen Segelyacht, die von Luke und dessen Kumpel Warren geführt wird. Gemeinsam planen sie einen Trip zu den hiesigen Korallenriffs. Doch alsbald ereignet sich ein folgenschweres Unglück: die Yacht läuft auf ein Riff auf und liegt plötzlich kieloben auf dem Wasser. In Panik versuchen die Gekenterten zu retten, was zu retten ist. Doch als die Gruppe immer länger in der prallen Sonne sitzt wird klar, dass ihr so schnell niemand zur Hilfe eilen würde. So beschließen 4 der 5 Schiffbrüchigen ins Wasser zu gehen und zu einer nahen Insel zu schwimmen. Das Problem: diese ist längst nicht in Sicht, und im Gebiet wimmelt es nur so vor Haien.

Kritik: Sie sind eher selten, doch es gibt sie – Filme, die trotz oder gerade wegen ihres geringen Budgets etwas anders sind. Zumindest anders als vieles, was man sonst eher als alltäglichen Hollywood-Einheitsbrei beschreiben würde, frei nach dem Leitsatz: je rebellischer und nachhaltiger die letztendlich etablierte Wirkung, desto besser. Das Problem: da entsprechende Werke noch immer die klare Ausnahme bilden ist es kein Wunder, dass man automatisch mehr Negativbeispiele denn hervorzuhebende Filmperlen an der Hand hat. Negativbeispiele wie den australischen, 2010 veröffentlichten Katastrophen-Horrorverschnitt THE REEF – der noch einmal mit Nachdruck aufzeigt, dass nicht jedes mit einem kleinen Budget auskommendes Werk automatisch zu einem waschechten Indie-Geheimtipp avancieren kann. Erst Recht nicht, wenn man sich nur stumpf auf eine vergleichsweise unspektakuläre (oder eher: kaum für die übliche Länge eines Spielfilms geeignete) Geschichte respektive Grundidee stützt – und darüber hinaus nichts, aber auch wirklich gar nichts unternimmt; um dem Projekt so etwas wie eine Seele einzuverleiben.

Sicher, die Frage wie man einen Film wie diesen wirklich hätte spannend gestalten können ist gar nicht so leicht zu beantworten. Fest steht nur, dass die von Regisseur Andrew Traucki angebotene Lösung eine denkbar ungünstige ist – und eine, die in Sachen Originalität und Ideenreichtum bestenfalls mit ebenso kruden wie oberflächlichen Vergleichsfilmen a’la OPEN WATER mithalten kann. Warum, liegt auf der Hand: sich bei einem Szenario wie diesem dringend anbietende Aspekte wie eine nachhaltige Charakterentwicklung oder handfeste Survival-Elemente kommen erst gar vor, beziehungsweise stehen nicht im Fokus. Ein Fokus, der in diesem Fall von einem anderen, eher fischartigen Gesellen blockiert wird – der zum einen für eine Kategorisierung des Films im Horror-Genre sorgt; und zum anderen zum wahrlich einzigen Element avanciert, welches den Film irgendwie vorantreibt. Und das ist – zweifelsohne – eine eher müßige Angelegenheit.

Doch THE REEF wäre nicht THE REEF, wenn er überdies nicht noch ein Portiönchen mehr anzubieten hätte – und selbst sein einzig nennenswertes inhaltliches Element (den Überlebenskampf zwischen einer Gruppe Menschen und einem Hai) – zu einer kleinen, selbstverständlich absolut unfreiwilligen Comedy-Veranstaltung avancieren ließe. Das Verhalten der Hauptprotagonisten, aber eben auch des Hais sprechen hier Bände – ein Grinsen kann man sich ob der hanebüchenen Darstellung des Überlebenskampfes einerseits, und der merkwürdigen Strategie des Hais jedenfalls kaum verkneifen. Spätestens mit dem furiosen Finale wird es dann wohl für jeden soweit sein – ein (erneut unfreiwilliger) Lacher ist hier fast schon garantiert. Kurzum: wenn man sich schon derart auf einen Hai als eigentlichen Drive des Films versteift, sollte man eventuell auch ein wenig recherchieren und zumindest für eine halbwegs glaubhafte Darstellung sorgen. Oder eben nicht – doch der Grusel-Faktor wird dadurch nicht gesteigert, eher im Gegenteil.

Zugutehalten kann man dem Film eigentlich – und fairerweise – nur eines. Und das ist die doch halbwegs solide Kamera-Arbeit von Daniel Ardillery, die ein ansprechendes Spiel mit Perspektiven und eine angenehme Mischung aus ruhigeren und von Wellen bewegten Bildern offeriert. Darüber hinaus – und damit sind auch Dinge wie der Soundtrack oder die Leistung der beteiligten Darsteller gemeint – eignet sich THE REEF eher zum Vergessen. Eben so, wie man es auch mit der auf der gekenterten Yacht zurückgelassenen Figur des Warren gehandhabt hat – die im Film nie wieder gezeigt wurde.

Bilder / Promofotos / Screenshots: Atlas Film / Koch Media

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„Wenn er nicht so quälend lang, einfallslos und unblutig wäre; würde THE REEF fast schon als trashige Horrorkomödie durchgehen. So aber ist das Ergebnis einfach nur peinlich.“

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