Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: DELFINIA – Deep Elevation (2019)

Alben-Titel: Deep Elevation
Band: Delfinia (mehr)
Veröffentlichung: 16. Januar 2019
Land: Ukraine
Spielart / Stil: Melodic Power Metal
Label: Keins / Independent

Lineup:

Daria Naumenko – Keyboards, Vocals (backing)
Konstantin Naumenko – Vocals, Bass

Track-Liste:

1. Deep Elevation (02:14)
2. Loneliness (03:54)
3. The Fate (04:52)
4. The World of Dream (05:00)
5. I’m Here (03:58)
6. Do You Remember (04:04)
7. Heaven (04:48)
8. The Brightest Days (04:48)
9. Call of the Wind (07:59)
10. Eyes of Are Calling (05:34)
11. Autumn Dream (04:21)

Eine Erhebung, über die man stolpern könnte.

Auch wenn die offizielle Bandgründung von DELFINIA auf das Jahr 2013 datiert ist, wäre es kaum verwunderlich wenn bisher nur die wenigsten von der in der Ukraine beheimateten Power Metal-Combo gehört haben. Immerhin gibt es dafür gleich zwei gute Gründe: zum einen, dass die Band bis heute nicht mehr als 3 leicht zu übersehende Singles veröffentlicht hat – und zum anderen, dass es sich so gesehen nur um ein Nebenprojekt eines schon wesentlich bekannteren ukrainischen Genre-Künstlers handelt. Richtig, es geht um niemand geringeren als Konstantin Naumenko – der schon bei einigen Bands nach dem Mikrofon gegriffen hat. Am längsten währt dabei wohl sein Leadgesangsposten bei SUNRISE, den er seit 2003 innehat – wobei er auch mit eher überraschenden gesanglichen Auftritten wie etwa bei TITANIUM’s ATOMIC NUMBER 22 (siehe Review) für Aufsehen sorgen konnte. DELFINIA dagegen, und deshalb die vorangegangene Einstufung als quasi-Nebenprojekt; lässt sich am ehesten als Herzenangelegenheit des Musikers beschreiben – welches er gemeinsam mit seiner Ehefrau Daria Naumenko betreibt.

Ein Neben- oder auch Soloprojekt, welches die Naumenko’s mit einem vergleichsweise geringen Budget betreiben – andererseits aber, und hier kommt den beiden ihr durchaus gewichtiger Name in der Szene zugute; mit zahlreichen Gastauftritten bekannter Kollegen glänzt. Trotz der lediglich zwei festen Bandmitglieder hat DEEP ELEVATION so doch noch ein mehr als stattliches Lineup anzubieten. Weniger überraschend dabei ist, dass natürlich auch einige alte Hasen respektive Weggefährten wie Olaf Thörsen (LABYRINTH), Roland Grapow (MASTERPLAN) oder auch Gunsen (PATHFINDER) auf den Plan treten – was gewissermaßen für eine zusätzliche Qualitätssicherung stehen sollte. Überhaupt nicht rechnen können hat man dagegen mit Auftritten wie dem von Ross Thompson (VAN CANTO), Joakim Leandro Johansson aka Aerendir von TWILIGHT FORCE (Leadgitarre im Titel HEAVEN) oder Aldo Lonobile von SECRET SPHERE (Leadgitarre im Titel EYES OF ARE CALLING) – was das Album zumindest in der Theorie um einiges interessanter machen könnte.

Tatsächlich – und leider – muss man in Bezug auf DEEP ELEVATION auch exakt so vorsichtig sprechen. Schließlich handelt es sich hier um vieles – nur nicht um ein wahnsinnig aufregendes, geschweige denn überhaupt nachhaltig nennenswertes Konzeptalbum. Vielmehr wirkt es so, als würde Konstantin Naumenko (der nicht nur in jedem Titel singt, sondern größtenteils auch den Bass spielt, sich für den Drumsound verantwortlich zeichnet und alle Texte selbst geschrieben hat) trotz seiner offensichtlichen Fähigkeiten eben nicht alles geben respektive aus dem Vollen schöpfen – sondern eher seine über die Jahre gesammelten (Neben-)Ideen, die es warum-auch-immer nicht in seine eigentliche Hauptband SUNRISE geschafft haben; an anderer Stelle aufbereiten. Und das eben nur äußert lauwarm – oder zumindest so, dass man sich auch als Kenner seiner anderen musikalischen Ambitionen nicht wirklich mitgenommen fühlt. Gerade als Kenner, sollte man vielleicht sogar sagen – schließlich bewegt sich seine gesangliche Qualität auf DEEP ELEVATION weit weg von der Ausdruckskraft und Klarheit eines Leadgesangs a’la ATOMIC NUMBER 22.

Doch selbst in Bezug auf das große Ganze – und damit auch mit der Einbeziehung der vermeintlich spektakulären oder zumindest überraschenden Gastauftritte – gibt es auf DEEP ELEVATION nicht viel zu holen. Zum einen, da die bereits erwähnte, man nenne es gefühlte Lustlosigkeit eine entscheidende Rolle spielt – und zum anderen, da sich Naumenko ohnehin fast ausschließlich auf eher balladeske bis vergleichsweise sanft rockende Stimmungen beruft. Dementsprechend spielt es auch keine allzu große Rolle, wer da nun genau an der Leadgitarre (beispielsweise) zugange ist – das recht limitierte Songwriting sowie der gewissermaßen auf ein unspektakuläres Mittel heruntergeschraubte Sound gibt den Gästen keine allzu große Chance, sich zu entfalten. Das gilt im übrigen nicht für den Drumsound, bei dem sich gar nicht erst etwas entfalten könnte – da er komplett aus dem Computer stammt. Immerhin, einen teils knackigen und gut im Mix platzierten Bass gibt es durchaus zu hören – wie etwa in THE FATE oder DO YOU REMEMBER.

Das ändert aber nichts daran, dass ein Großteil der nummern einfach nciht zündet – aufgrund des bereits erwähnten langatmig-balladesken Charakters, aber natürlich auch aufgrund der frappierenden Gleichförmigkeit so gut wie aller Strukturen; insbesondere natürlich der Refrains. Was dem Album bleibt ist die für eine Independent-Produktion allemal gelungene Abmischung und Produktion, der noch immer angenehme Leadgesang von Konstantin Naumenko sowie das hie und da vorhandene Aufblitzen etwas griffigerer Elemente seitens des Bass und der Gitarren (auch in den Soli-Parts). Das reicht zwar nicht, um das Album zu einer Empfehlung avancieren zu lassen – aber generell am Werdegang von Konstantin Naumenko interessierte, sowie eventuell auch Freunde einer deutlich ruhigeren und sanfteren Gangart eines Melodic Power Metals können ruhig mal einen Blick riskieren.

Anspieltipps: THE FATE, THE WORLD OF DREAM


„Einerseits reichlich solide, anspruchsvoll und erwachsen – andererseits (und gefühlt) aber leider nicht mehr als ein Sammelsurium alter und ausgedienter Ideen.“

1 reply »

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