Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: SHADOWSTRIKE – Legends Of Human Spirit (2019)

Alben-Titel: Legends Of Human Spirit
Band: ShadowStrike (mehr)
Veröffentlichung: 12. Juli 2019
Land: USA
Spielart / Stil: Symphonic Power Metal
Label: Keins / Independent

Lineup:

Jon Krais – Bass
Alex Coughlin – Drums, Percussion
Sean Walls – Guitars
Matt Krais – Vocals, Guitars

Track-Liste:

1. Heart for Yearning Journey (07:01)
2. Ascension (01:35)
3. Fly with Me (04:52)
4. Fields of Valour (06:08)
5. The Fiery Seas and Icy Winds (08:11)
6. Where Sleeping Gods Await (07:39)
7. Forever as One (05:07)
8. Voice in the Night (07:47)
9. A Dream of Stars (06:31)
10. Gales of Winter (10:15)

Wunder… Wunder gibt es immer wieder.

LEGENDS OF HUMAN SPIRIT ist das Debütalbum der 2010 gegründeten, US-Amerikanischen Power Metal-Combo SHADOWSTRIKE – und zweifelsohne eine der am sehnlichsten erwarteten Genre-Veröffentlichungen des Jahres 2019. Dabei waren es nicht unbedingt die früheren (und von vielen erst gar nicht bemerkten) Klein-Veröffentlichungen der Band, welche den entscheidenden Ausschlag gaben – sondern vielmehr ein einziges, vor einigen Wochen veröffentlichtes Lyric-Video. Immerhin, und da der hier gemeinte Titel selbstverständlich auch ein Teil des vorliegenden Albums ist; sei es ruhig noch einmal erwähnt: mit FLY WITH ME ist den Amerikanern nicht weniger als eine der Genre-Hymnen des Jahres 2019 gelungen. Etwas vorsichtiger – aber sicher ebenfalls nicht grundlos – könnte man sogar behaupten, dass es sich um eine Hymne im Maßstab von Jahrzehnten handelt. Denn: so energetisch, frisch und zielstrebig klang schon lange keine Power Metal-Band mehr. Erst Recht nicht aus den USA – wobei die hier angepeilte Spielart absolut dem europäischen Raum zuzuordnen ist – sowie in Anbetracht dessen, dass es sich um ein Debütalbum handelt. Und als Krönung muss man dann auch noch feststellen, dass es sich bei LEGENDS OF HUMAN SPIRIT um eine Independent-Produktion handelt. Warum hier nicht etwaige Label oder andere Unterstützer zugeschlagen haben, steht in den Sternen – wobei sich dies in Zukunft noch ändern dürfte, oder zumindest sollte.

Doch natürlich hat LEGENDS OF HUMAN SPIRIT noch mehr zu bieten als eine einzelne hervorragende Nummer – die mit einer eher ungewöhnlichen, hier aber perfekt aufgehenden Thematik punktet und mit dem Interlude ASCENSION ein eigenes kleines Intro spendiert bekommen hat. Nein, auch im Großen und Ganzen ist das Album ein echter Hingucker geworden – was mehrere Gründe hat. Zum einen wäre da die bereits erwähnte Tatsache, dass das Album quasi absolut unvermittelt von einer bis dato unbekannten Band erschienen ist – und damit allemal einen ordentlichen Überraschungseffekt hat. Einen Überraschungseffekt, der sich vor allem auch auf die für eine Independent-Veröffentlichung tadellose Abmischungs- und Produktionsarbeit bezieht: grundsätzlich klingt LEGENDS OF HUMAN SPIRIT so wie ein Album einer langjährig aktiven und entsprechend erfahrenen Band. Diesbezüglich (und im handwerklichen Sinne) klingt das Album also keineswegs wie ein Debüt – dafür aber hinsichtlich des an den Tag gelegten Ideenreichtums, der unbändigen Spielfreude und der selbst dem geneigten Power Metal-Dauerkonsumenten spürbar vermittelten Frische.

Doch wie genau klingen SHADOWSTRIKE überhaupt ? Sicher, von einem wirklich einzigartigen Eindruck zu sprechen träfe es nicht ganz genau – dafür gibt es einfach schon zu viele Vorlagen. Jedoch – und immerhin – können nicht viele Bands von sich behaupten, in einem gerne mal belächelten Sub-Genre des Power Metals derart überzeugend zu agieren. Denn: ähnlich wie die Kollegen von TWILIGHT FORCE setzen SHADOWSTRIKE auf einen eher bombastischen, pompösen und symphonisch angehauchten Power Metal, der durchaus einen gewissen Hang zu Übertreibungen hat. Und, das sollte man nicht vergessen: der theoretisch locker das Zeug dazu hätte, zu kitschig oder zu überladen zu klingen. Selbiges ist hier jedoch nicht der Fall, und mehr: während man bei TWILIGHT FORCE ohnehin mit einem gewissen Augenzwinkern unterwegs ist, funktioniert das Konzept von SHADOWSTRIKE auch auf einer absolut ernstzunehmen Ebene. Anders gesagt: dank der wirklich hervorragend umgesetzten, stets prägnanten Metal-Elemente könnte man vielleicht sogar behaupten, dass SHADOWSTRIKE ihre theoretischen Vorbilder überholt haben. Denn wie man weiß, haperte es auf dem letzten TWILIGHT FORCE-Album HEROES OF MIGHTY MAGIC (siehe Review) durchaus ein wenig, wenn es um die finale Abmischung und Dinge wie die schiere Wahrnehmung des Bass und der Gitarren ging. Bei SHADOWSTRIKE dagegen ist das absolut nicht der Fall – auch wenn die Kompositionen teils ähnlich üppig ausstaffiert sind, und mit dem Einsatz des Keyboards keineswegs gegeizt wird.

Wenn man dem Album schon etwas anlasten möchte, dann dürfte dies einzig und allein im Hinblick auf die teils doch etwas ausufernden Instrumental- und Soliparts geschehen. Hier müssen SHADOWSTRIKE aufpassen, dass sie das Ziel – beziehungsweise den eigentlichen Titel – nicht aus den Augen verlieren. Und: das sie nicht zu viel posen, auch wenn es sich hier um einen eher negativ behafteten Begriff handelt, der bei anderen Bands sicher besser aufgehoben wäre. Davon abgesehen aber gilt ohnehin: mit LEGENDS OF HUMAN SPIRIT haben die Amerikaner nicht nur ein erstes handfestes Lebenszeichen von sich gegeben, sondern auch einen kleinen Meilenstein im Sinne des einstweilen auch mal etwas eintönigen Genres abgeliefert. Das Album klingt enorm satt, der Einsatz der Instrumente lässt keinen Raum für Kritik zu, die Soli sind abwechslungsreich und On-Point – und die Darbietung des stimmkräftigen Frontmanns Matt Krais ist schlicht phänomenal. Wenn dann auch noch Nummern wie THE FIERY SEAS AND ICY WINDS, VOICE IN THE NIGHT oder GATES OF WINTER herauskommen – die trotz ihrer relativen Überlänge niemals langweilig werden – ist die Sache geritzt. Der einzige wirkliche Nachteil den das Ganze hat, dürfte damit nur in der Problematik liegen das hier präsentierte noch zu toppen. Doch irgendwie kann man sich fast schon sicher sein, dass SHADOWSTRIKE auch das schaffen werden.

Anspieltipps: HEART FOR YEARNING JOURNEY, FLY WITH ME, THE FIERY SEAS AND ICY WINDS, WHERE SLEEPING GODS AWAIT


„Da geht ein (angenehmer) Ruck durch die Power Metal-Welt.“

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