Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: GRIMGOTTS – Dragons Of The Ages (2019)

Alben-Titel: Dragons Of The Ages
Band: Grimgotts (mehr)
Veröffentlichung: 17. Mai 2019
Land: England
Spielart / Stil: Symphonic Power Metal
Label: Keins / Independent

Lineup:

Fabio Garau – Keyboards
Andy Barton – Vocals
David Hills – Guitars
Nelson Moreira – Bass
Mo Abdelgadir – Drums

Track-Liste:

1. War’s Come to Our Shores (06:05)
2. The Last Dragon Warriors (05:26)
3. Ancient Waters (03:54)
4. War at Dawn (04:18)
5. The King Under the Sea (03:21)
6. The Long Road (04:54)
7. Turning the Tide (03:32)
8. Take to the Sea (03:28)
9. The Great Shadow (05:22)
10. Here Be Dragonlords (08:30)

Die Segel sind gesetzt.

Nachdem sie kürzlich schon mit einigen neuen Singles auf sich aufmerksam gemacht hatten, sind die aus England stammenden – und übrigens frei nach dem HARRY POTTER-Universum benannten – GRIMGOTTS mit einem neuen Studioalbum am Start. Dabei ist das vorliegende DRAGONS OF THE AGES bereits das zweite Album der sich in symphonischen Gefilden bewegenden Power Metaller – das Debütalbum LIONS OF THE SEA erschien 2017. Ein Album, welches mit eher gemischten Gefühlen zu betrachten war und ist – trotz einiger durchaus vorhandener Ansätze und der Tatsache, dass es sich um eine Independent-Produktion handelt (siehe Review).

Umso spannender ist es nun zu erfahren, was sich im Hause der Drachen-affinen Musiker getan hat – zumal man davon ausgehen sollte, dass sich die GRIMGOTTS mittlerweile gefunden respektive ihre Spielart perfektioniert haben. Eine Spielart, die im Zusammenspiel mit der inhaltlichen Ausrichtung der Band tatsächlich einiges an Potential birgt. Zumindest theoretisch, im Vergleich – und mit einem Blick auf die schier unendliche Zahl an weltweit aktiven Genre-Künstlern. Wenn man so will könnte man schließlich sagen, dass die GRIMGOTTS einen zünftigen Seefahrer-Metal inszenieren, ein klein wenig so wie die Kollegen von ALESTORM – nur ohne eine größere Portion Alkohol, und überdies mit einer deutlich symphonischeren Note.

Wie sich allerdings – und das beileibe nicht nur in diesem Fall – zeigt, reicht allein das Bedienen eines an sich schon höchst interessanten Themenfeldes nicht aus, um eine Band auch im Sinne eines internationalen Bestehens wirklich seetauglich zu machen. Immerhin sollte noch immer an erster Stelle stehen, dass eine Band ihr Handwerk auch versteht – was auf die GRIMGOTTS leider nur teilweise zutrifft. Eines muss man ihnen in jedem Fall lassen: die Qualität, oder wenn man so will auch Effektivität des Songwritings hat sich hörbar verbessert. Auch die Kompositionen sind insgesamt betrachtet um einiges abwechslungsreicher geworden, der Hymnen-Faktor hat (beispielsweise dank Nummern wie TURNING THE TIDE oder THE GREAT SHADOW) zugenommen – und an vielen Ecken und Enden blitzen immer wieder kleinere Highlight-Momente hervor.

Dass selbige nicht vollends zünden respektive den GRIMGOTTS zu einem echten Durchstarten verhelfen, liegt an vornehmlich zwei Dingen. Zwei Dingen oder auch qualitativen Merkmalen, mit denen die Engländer auch derzeit noch markante Probleme zu haben scheinen – auch wenn der persönliche Geschmack hier sicherlich ebenfalls eine nicht unerhebliche Rolle spielt.

Dennoch ist – und zum einen-  kaum zu verhehlen, dass speziell der (man einstimmige, mal zweistimmige) Leadgesang von Andy Barton einige Schwächen offenbart; und dabei kaum mit den von anderen Frontmännern ähnlicher Bands abgegebenen Leistungen mithalten kann. Insbesondere seine Spagate zwischen einem fast schon übertrieben tief klingenden Gesang (zu Beginn von ANCIENT WATERS beispielsweise), einer dezent forciert klingenden Sprechstimme (zu Beginn von THE KING UNDER THE SEA), Growls (wie in WAR AT DAWN, das auch davon abgesehen etwas zu modern klingt) und seinen Ausflügen in etwas höhere Bereiche sind vieles, vor allem aber mutig – und letztendlich auch zutiefst gewöhnungsbedürftig. Besonders natürlich, wenn er seine gesamte Bandbreite in einem einzelnen Titel präsentiert und dabei immer wieder gefühlte Ausbrüche hat – was durch die ebenfalls nicht ganz glücklichen Hintergrundgesänge kaum konterkariert werden kann.

Das zweite große Manko bei den GRIMGOTTS bezieht sich ebenfalls auf eine nicht unwesentliche, Sound-technische Komponente – und zwar den allgemeinen Eindruck der Abmischung und Produktion, gepaart mit einem doch recht exzessiven Einsatz von diversen Keyboard-Elementen. Dieser hat zur Folge, dass nicht wenige der Nummern eher überladen klingen – und stellenweise (zu) wenig Platz für die Gitarren oder den Bass lassen (frappierend beispielsweise: der Opener WAR’S COME TO OUR SHORES). Die GRIMGOTTS sind eben nicht TWILIGHT FORCE – die sich derartige Späße vielleicht mal erlauben können – oder gleich zu ihrem Markenzeichen machen. Zumal man einfach auch merkt, dass die GRIMGOTTS durchaus auf einen etwas ernsteren, eine gewisse Abenteuerstimmung weckenden Sound aus sind. In den netten Soli-Passagen und Titeln wie TURNING THE TIDE klappt das auch recht gut – zumal man sich hier eher zurückzuhalten scheint, und auch gesanglich nichts allzu wildes versucht. Bis kurz vor Schluss jedenfalls – hier serviert Frontmann Andy Barton dann doch wieder etwas zu viel des guten.

Schlussendlich: am besten macht man sich selbst ein Bild von den GRIMGOTTS und ihren zumindest potentiell interessanten musikalischen Welten – die momentan schlicht noch ein paar Störfaktoren zu viel beinhalten und es so eher verhindern, dass man wirklich in selbige abtauchen kann. Immerhin, besser als das letzte Album ist DRAGONS OF THE AGES allemal – und vielleicht können die GRIMGOTTS das Ruder ja noch rechtzeitig herumreissen.

Anspieltipps: THE LAST DRAGON WARRIORS, TURNING THE TIDE, THE GREAT SHADOW


„Ambitioniert, aber gesanglich und Sound-technisch nicht ganz unproblematisch.“

2 replies »

  1. Huhu… also Growls sind nicht von ihm sondern von nem Sänger von nor befreundeten Band… gabs ja auf der Lions of the Sea auch schon. Produktion finde ich meilenweit vor der Lions of the Sea… die war wirkle nicht gut und Andy’s Gesang… wie du schon sagtest… Geschmackssache. Ich hör sie gerne und oh lieber wie die Hundertste Conti , Lione oder sonst was Stimme. Was ich nicht weiß ist wo die Reise hingehen soll… Potenzial für nen Plattenvertrag und ein Label ist ja vorhanden. Mal abwarten

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