Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: FROZEN LAND – Frozen Land (2018)

Alben-Titel: Frozen Land
Künstler / Band: Frozen Land (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 07. Dezember 2018
Land: Spanien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Aki Kuokkanen – Drums
Tuomas Hirvonen – Guitars
Lauri Muttilainen – Keyboards
Tony Meloni – Vocals
Juhana Heinonen – Bass

Track-Liste:

1. Loser’s Game (04:26)
2. Delusions of Grandeur (03:20)
3. The Fall (05:02)
4. Underworld (Manala) (05:16)
5. The Rising (04:36)
6. Unsung Heros (04:30)
7. Orgy of Enlightenment (04:27)
8. Mask of the Youth (04:42)
9. I Would (04:42)
10. Angels Crying (E-Type cover) (03:50)

Mach‘ das Fenster zu, mich fröstelts.

Der Winter ist da – nur nicht (mehr ?) inmitten eines dezemberlichen Deutschlands. Um wenigstens ein bisschen in stimmung zu kommen – und zu verdrängen, dass das Wetter zu den hiesigen Feiertagen alles andere als weihnachtlich ausfällt – kann man immerhin auf ein Album wie das heute zu Rezensionszwecken vorliegende FROZEN LAND zurückgreifen. Hierbei handelt es sich um das Debütalbum einer bis dato unbekannten Power Metal-Combo aus den Tiefen Finnlands, die zuvor nur mit einer knappen Demo (LOSER’S GAME aus dem Jahre 2017) in Erscheinung getreten ist und nun offenbar alles daran setzt, in der Welt gehört zu werden. Passenderweise wurde die Band beim ebenso bekannten wie renommierten Genre-Label Massacre Records unter vertrag genommen – und sollte damit auch einige Chancen haben, eben dieses Ziel zu erreichen. Die weiteren Voraussetzungen sind schnell geklärt: drei der fünf Bandmitglieder haben bereits Erfahrung in anderen Projekten sammeln können (der hiesige Drummer Aki Kuokkanen etwa schlägt auch bei den finnischen Kollegen von ASTRALION zu), die angepeilte Spielart ist ein klassischer Power Metal der guten alten europäischen Schule – und das anberaumte Konzept ebenso simpel wie effektiv.

Damit erinnern FROZEN LAND – die sowohl in Bezug auf das Alben-Cover wie auch den Alben-Titel ruhig etwas mehr Einfallsreichtum an den Tag hätten legen können – einstweilen an einige der stärkeren und für die Entwicklung des Genres zweifelsohne wichtigen nordischen Combos, wie sie speziell um die späten 90er und frühen 2000er Jahre herum zu hören waren. SONATA ARCTICA’s Debütalbum ECLIPTICA (siehe Review) etwa bietet sich hier zwecks eines erstaunlich passenden Vergleichs an, oder aber das Schaffen der italienischen Kollegen von LABYRINTH – zumal es auch FROZEN LAND verstehen, eine grundsätzlich perfekt aufgehende Balance aus temporeichen und schlicht enorm mitreißenden Brechern (der Opener LOSER’S GAME, das spätere THE RISING oder das energetische MASK OF THE YOUTH) sowie deutlich ruhigeren Stampfern (THE FALL) oder gar expliziten Balladen (I WOULD) zu etablieren. Dass letztgenannte dabei zu den am ehesten zu vernachlässigenden Momenten des Albums gehören, ist keine allzu große Überraschung – aufgrund dessen, dass nur die wenigsten Combos wirklich gute Balladen schreiben und präsentieren können; aber noch lange kein KO-Kriterium.

So spielen FROZEN LAND ihre Stärken vornehmlich dann aus, wenn sie in Bezug auf die an den Tag gelegten Härte und Spielfreude etwas deutlicher anziehen – was nicht ausschließlich, aber natürlich insbesondere für die flotteren Titel des Albums gilt. Die sind – und das nicht zuletzt aufgrund der äußerst gelungenen Refrains und Soli-Parts – fast schon Selbstläufer, während es mit Nummern wie DELUSIONS OF GRANDEUR, dem leicht folkig angehauchten UNSUNG HEROES oder der (lüsternen ?) ORGY OF ENLIGHTENMENT erst so richtig interessant wird. Hier zeigen FROZEN LAND dann auch tatsächlich – und mit Bravour – auf, was hinsichtlich ihrer handwerklichen Sicherheit und auch musikalischen Bandbreite in ihnen steckt. Das gilt im übrigen auch für Tony Meloni, den angestammten Leadsänger der Band – dessen Name und Herkunft zunächst eher weniger gutes vermuten lässt. Aber selbst in Anbetracht dessen, dass er nicht zu den besten Sängern des Genres gehört und sich mit der bereits erwähnten Ballade keinen allzu großen Gefallen getan hat; macht er hier insgesamt einen mehr als annehmbaren Job – und sorgt zusammen mit den ebenfalls nicht zu verachtenden Fähigkeiten der anderen Mitglieder dafür, dass dem geneigten Genre-Konsumenten beim Genuss eines Albums wie FROZEN LAND eben kein eisiger Schauer über den Rücken läuft.

Das gilt im übrigen auch für die allgemeine Abmischungs- und Produktionsqualität, die einen recht guten Eindruck macht. Mit ein oder zwei kleinen Ausnahmen – denn schließlich klingt der Leadgesang nicht immer wirklich; man nenne es direkt und unmittelbar. Stattdessen scheint es so, als wären hier eventuell einige zusätzliche Filter zum Einsatz gekommen – oder andere Maßnahmen, die den besagten Tony Meloni manchmal so klingen lassen als stünde er ein paar Meter von seinen Bandkollegen entfernt. Und auch der durchaus gut gespielte Bass hätte ruhig noch etwas vordergründiger im Mix platziert werden können. Glücklicherweise aber handelt es sich um insgesamt zu verschmerzende Feinheiten, die FROZEN LAND beim nächsten Mal (und bei einem potentiellen Nachfolge-Album) sicher ohne größere Probleme abstellen könnten. Es ist daher unbedingt notwendig – und sicher auch für alle Seiten zum Vorteil – die Band weiterhin im Auge zu behalten.

Absolute Anspieltipps: LOSER’S GAME, DELUSIONS OF GRANDEUR, UNSUNG HEROES, MASK OF THE YOUTH


„Ein super-solides Genre-Album, das Lust auf mehr macht.“

1 reply »

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