Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: VEONITY – Legend Of The Starborn (2018)

Alben-Titel: Legend Of The Starborn
Künstler / Band: Veonity (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 27. November 2018
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Sliptrick Records

Alben-Lineup:

Kristoffer Lidre – Bass
Joel Kollberg – Drums
Samuel Lundström – Guitars (lead)
Anders Sköld – Vocals (lead), Guitars

Track-Liste:

1. Rise Again (06:17)
2. Starborn (05:51)
3. Guiding Light (06:00)
4. Winds of Asgard (05:29)
5. Outcasts of Eden (04:32)
6. Sail Away (05:13)
7. The Prophecy (00:58)
8. Warrior of the North (06:00)
9. Gates of Hell (06:02)
10. Freedom Vikings (06:36)
11. Lament (05:16)
12. To the Gods (05:24)
13. United We Stand (05:00)
14. Beyond the Horizon (04:27)

Was von den Sternen gesandt wurde, will auch dorthin zurück.

Ja – es ist mal wieder VEONITY-Zeit. Nachdem die seit 2013 aktiven Schweden ihren Status als eine der hochkarätigsten Power Metal-Newcomer bereits mit ihrem letztaktuellen Studioalbum INTO THE VOID markant gefestigt hatten (siehe Review), kehren sie pünktlich zum baldigen Weihnachtsfest mit einem neuen Langspieler zurück. Einem rundum vollgepackten, sollte man wohl sagen – denn immerhin ist THE LEGEND OF THE STARBORN mit seinen insgesamt 13 Titeln (von denen nur einer ein Interlude ist) und einer Gesamtspielzeit von knapp 73 Minuten klar eines der üppiger bestückten Genre-Werke der Neuzeit. Gleiches gilt wohl auch für die Musik respektive Spielart von VEONITY – die sich nach ihrem thematisch im staubigen Wüstensand angesiedelten Debüptalbum Gladiator’s Tale (auf dem noch der Schwede Marcus Brander de Silva sang, siehe Review) eher zu einer nach den Sternen greifenden Combo entwickelt haben. Will heißen: seit INTO THE VOID sind VEONITY – sowohl was die besungenen Inhalte als auch einige Elemente der Musik – auf einem interstellaren Sternentrip, was der Band allemal gut zu Gesicht steht und demnach auch dieses Mal in einem möglichst epischen Gesamterlebnis aufgehen soll. Dass auf LEGEND OF THE STARBORN auch noch allerlei Bezüge zur nordischen Mythologie hinzukommen, ist so gesehen das i-Tüpfelchen – auch wenn manche aufgrund des somit dezent erhöhten Cringe-Faktors die Hände vor dem Kopf zusammenschlagen werden.

„Closer than ever, a light in the dark
A power within comes alive
Carried by fire, by wind and by might
To bring back the wisdom to steel.“

Doch wer auf eine gänzlich klischeebefreite Spielart des Power Metal aus ist – oder wahlweise auch explizit originelle oder möglichst tief schürfende Texte – ist mit einer Band wie VEONITY wohl ohnehin falsch beraten. Immerhin, und das muss man den Schweden in jedem Fall zugute halten; spürt man einfach dass sie mit Leib und Seele bei der Sache sind. Und, dass sie es einfach lieben Musik wie die nun auf LEGEND OF THE STARBORN kredenzte zu komponieren – die am ehesten wie eine Mischung aus den Werken der deutschen Jungs von IRON SAVIOR und den schwedischen Kollegen von REINXEED klingt. Passenderweise ist der hiesige Frontmann Tommy Johansson auf der neuen VEONITY auch als Gastmusiker geladen (in STARBORN und WINGS OF ASGARD), und auch ein Patrik Selleby (BLOODBOUND) gibt sich auf dem flotten FREEDOM VIKINGS die Ehre. Dass VEONITY aber eigentlich nicht auf Gastauftritte angewiesen sind, zeigen die abermals hervorragenden Leistungen der einzelnen Mitglieder auf – die wahrlich keinen Anlass zur Kritik offenbaren. Insbesondere die Alleinstellungsmerkmale seitens des Leadsängers Anders Sköld als einer der derzeit unverwechselbarsten Genre-Frontmänner sowie die Feinheiten im Bereich des Gitarrenspiels und den wuchtigen Chor-Elementen machen ordentlich was her – und garantieren, dass sich LEGEND OF THE STARBORN problemlos von vielen anderen Releases des Jahres abheben kann.

„I saw the end, I lived it all
When mother Gaia died
I travelled far and heard the call
And now it’s time to rise.“

Wenn das auch noch für die einzelnen Titel, beziehungsweise eher die Gestaltung derselben gelten würde; wäre die Sache natürlich perfekt – doch hier agieren VEONITY leider nur halb bis dreiviertel zufriedenstellend. Während INTO THE VOID mit seiner anberaumten Weltraum-Stimmung noch bestens funktionierte – und man nur selten oder eben überhaupt nicht aus der vergleichsweise intensiven Atmosphäre gerissen wurde – klingt LEGEND OF THE STARBORN; nun, man will nicht sagen: etwas beliebiger. Natürlich ändert das nichts an der schieren Wirkungskraft der einzelnen Nummern – sodass man vor allem den wirklich starken Auftakt mit dem Opener RISE AGAIN, dem etwas ruhigeren aber nicht minder stimmungsvollen Titeltrack STARBORN, dem feucht-fröhlichen GUIDING LIGHT sowie dem schunkelnden WINGS OF ASGARD mit seinem starken Refrain genießen kann. Im Mittelteil aber – und mit dem Aufkommen unzähliger weiterer Klischee-Begriffe, einem überflüssigen Interlude wie THE PROPHECY und sich letztendlich doch markant ähnelnden Stimmungen – wird es dann vielleicht doch etwas zu viel. Nicht unbedingt in Bezug auf die jeweilige Thematik – aber doch hinsichtlich der anberaumten (und zumeist deckungsgleichen) Stilmittel, und sicherlich auch der sich als etwas zu ausführlich erweisenden Spieldauer von weit über einer Stunde. Und nein, auch das gemäßigte (aber gerade deshalb gesanglich problematische) LAMENT hätte nicht unbedingt sein müssen.

„The winds of Asgard blow
Leading the way into open sea
Filling the sails with power and might
That only a Viking can feel.“

Doch all das macht nichts, oder eher nur verdächtig wenig – denn eine bessere aufstrebende Combo, die mit Klischees nur so um sich wirft aber dennoch angenehm bis sehr gut klingt; wird man derzeit einfach nicht finden. Anders gesagt: beinahe ein jeder auf LEGEND OF THE STARBORN vertretene Titel besitzt ein enormes Hymnen-Potential, wurde mit einen wunderbar funktionierenden Refrain versehen, hat einen mehr oder weniger spektakulären Soli-Part; oder kurzum – kommt mit so gut wie allem daher, wonach der geneigte Genre-Fan lechzt. Dass es hie und da mal etwas simpler zugeht, ist demnach eigentlich recht gut zu verkraften. Fest steht: von VEONITY wird man wohl auch in Zukunft noch einiges hören.

Absolute Anspieltipps: RISE AGAIN, STARBORN, GUIDING LIGHT, WINDS OF ASGARD, WARRIOR OF THE NORTH


„Ein gutes Album, oder: mit VEONITY ist derzeit einfach zu rechnen.“

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