Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: CONQUEST – Empire (2009)

Alben-Titel: Empire
Künstler / Band: Conquest (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 20. Oktober 2009
Land: Ukraine
Stil / Genre: Power Metal
Label: Metalism Records

Alben-Lineup:

Erland – Drums
Lady Dea – Keyboards
W. Angel – Vocals, Guitars
Kull – Bass

Track-Liste:

1. In the Darkness (Intro) (01:42)
2. It Begins from Your Heart (05:05)
3. Far Beyond (05:26)
4. Prisoner of the Universe (04:54)
5. We Have Returned (03:48)
6. When the Skies Fall (04:46)
7. We Are the Ones (04:43)
8. Faith Within (05:27)
9. The Never-Ending Quest Will End (04:46)
10. Empire (06:22)

Auf, auf zur großen Eroberung.

Geht es um das Schaffen der bereits 1996 in der Ukraine gegründeten Power Metal-Formation CONQUEST, sollte einem vornehmlich ein Studioalbum der stets gut aufgestellten Recken um Band-Mastermind W. ANGEL in den Sinn kommen: das 2005 veröffentlichte FROZEN SKY (siehe Review), dass den knapp 3 Jahre älteren Vorgänger ENDLESS POWER (Review) noch einmal toppen und sich als echter Genre-Geheimtipp profilieren konnte. Als fast perfekter noch dazu – hätten sich nicht doch noch einige Schwächen in Bezug auf die Produktion sowie insbesondere den damaligen Leadgesang von Alex G.L. eingeschlichen. In der Folge reagierten CONQUEST respektive Band-Mastermind W. ANGEL mit einer Umstrukturierung und Neuaufstellung, sodass bis zum vorliegenden und erstmals über ein entsprechendes Label (Metalism Records) veröffentlichten dritten Studioalbum EMPIRE ordentlich am Lineup geschraubt wurde – mit mindestens einer größeren Überraschung. Schließlich, und als Reaktion auf den bisher nicht optimalen Leadgesang schlüpfte auf EMPIRE niemand geringeres als W. ANGEL selbst in die Rolle des Leadsängers – woraufhin sich das Repertoire des Multitalents (der natürlich weiterhin an den Gitarren werkelte und das Album in kompletter Eigenregie aufnahm, abmischte und produzierte) noch einmal ordentlich erweiterte.

Tatsächlich schien sich eben diese Entscheidung auch als richtig zu erweisen, oder anders gesagt: selbst wenn CONQUEST (die sich übrigens erst im Jahre 2011 in W. ANGELS CONQUEST umbenannten) noch immer weit davon entfernt waren, ihren überzeugenden Kompositionen auch einen wirklich kultverdächtigen Leadgesangspart gegenüberzustellen; konnte man ihnen zumindest in handwerklicher Hinsicht wenig vorwerfen. Das gilt natürlich insbesondere unter dem Gesichtspunkt, dass auch EMPIRE alles andere als ein allzu modernes oder auf Hochglanz poliertes Metal-Werk geworden ist – und sich die Ukrainer ihren ursprünglichen, schon vom Debütalbum bekannten Sound bewahren konnten. Trotz der Besetzungswechsel und der mittlerweile vergangenen Jahre, versteht sich – sodass EMPIRE in Sachen Energie und Spielfreude weniger weit hinter ENDLESS POWER und FROZEN SKY zurückstehen muss als gedacht. Und das ist nur gut und richtig, zählt die eher ungestüm und nach vorn preschende Herangehensweise (die zumindest noch hie und da eine Priese Speed Metal durchschimmern lässt) der Ukrainer seit jeher zu den absoluten CONQUEST-Markenzeichen; analog zur stets hervorragenden Gitarren-Arbeit und den griffigen Melodien – aber leider auch einem nicht ganz so optimal in Szene gesetzten Element.

Was genau hier gemeint sein könnte, erfährt man spätestens wenn man zu einer expliziten Alben-Ballade wie WHEN THE SKEIS FALL gelangt – mit der sich CONQUEST wahrlich keinen großen Gefallen getan haben. Sicher, mit einer Maßnahme wie dieser wollte man für Abwechslung sorgen und zeigen, dass man auch den Umgang mit großen Gefühlen nicht scheut – doch wenn das Ergebnis derart wenig überzeugend ausfällt wie in diesem Fall (und das auf so gut wie allen Ebenen), hätte man sich das Unterfangen doch besser zweimal überlegen sollen. Zumal CONQUEST schon auf dem Vorgänger FROZEN SKY einige alles andere als bemerkenswerte balladeseke Momente eingestreut hatten, aus denen man hätte lernen können (oder sollen). Immerhin: sieht man einmal großzügig über diesen allemal verzichtbaren Titel sowie eine handvoll anderer etwas zu handzahmer Passagen in anderen Nummern hinweg, ist an EMPIRE fast nichts auszusetzen – fast nichts. So könnte der doch etwas großzügig kalkulierte Einsatz des Keyboards dem ein oder anderen übel aufstoßen – erst Recht wenn CONQUEST damit wieder in eine etwas zu vorhersehbare und kitschige Ecke driften.

Das letzte größeres verhindernde I-Tüpfelchen ist aber nach wie vor der Leadgesang – der sich mit dem Einspringen von W. ANGEL höchstselbst zwar in eine angenehmere Richtung entwickelte, dabei aber immer noch weit davon entfernt war um als perfekt bezeichnet werden zu können. Allein der Refrain vom sonst recht guten FAR BEYOND etwa eignet sich als gutes diesbezügliches Anschauungsmaterial. Was einem bleibt ist der Fokus auf die wirklich starken Momente des Albums – wie auf den denkwürdigen Opener IT BEGINS FROM YOUR HEART, das ebenso verspielte wie stimmungsvolle PRISONER OF THE UNIVERSE, die beiden eher simplen aber gar nicht mal schlechten Stampfer WE HAVE RETURNED und WE ARE THE ONES; oder natürlich dem rasanten THE NEVER-ENDING QUEST WILL END. Letztendlich kann man mit einem Album wie diesem also nicht allzu viel falsch machen – auch wenn in diesem Fall sogar noch etwas mehr drin gewesen wäre für W. ANGEL und sein Gefolge.

Absolute Anspieltipps: IT BEGINS FROM YOUR HEART, PRISONDER OF THE UNIVERSE, WE ARE THE ONES, THE NEVER-ENDING QUEST WILL END


„Einfach typisch CONQUEST.“

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