Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: KERION – The Origins (2010)

Alben-Titel: The Origins
Künstler / Band: Kerion (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 21. Juni 2010
Land: Frankreich
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Metalodic Records

Alben-Lineup:

Stéphane Papasergio – Bass
JB – Drums
Rémi Carrairou – Guitars
Sylvain Cohen – Guitars
Flora Spinelli – Vocals

Track-Liste:

1. Prelude (01:24)
2. Time of Fantasy (04:07)
3. Black Fate (04:07)
4. We Will Go (04:51)
5. The Abyss (07:49)
6. Angels of the Last Hope (06:33)
7. Dark Isle (03:58)
8. Face the Beast (08:22)
9. Ghosts of Memories (03:28)
10. Resurrection (06:17)
11. Requiem of the Black Rose (09:19)

Alles hat irgendwo seinen Ursprung.

Sicher werden ihn nicht wenige Bands irgendwann einmal gehabt haben – den Gedanken, dass sie möglicherweise irgendetwas offen gelassen haben. So oder so ähnlich wird es wohl auch im Falle der französischen Power Metaller von KERION gewesen sein – die sich eigentlich schon im Jahre 1997 als LIRLIAN aufgemacht hatten, die hiesige Power Metal-Welt im Sturm zu erobern. Wobei, ganz so treffend ist diese Formulierung dann doch nicht – schließlich sollte es noch eine ganze Weile dauern, bis man überhaupt etwas nennenswertes von den Musikern um die im Jahre 2002 akquirierte Fronfrau Flora Spinelli hat hören können. So werden insbesondere die frühen Demos der Band nicht jedermann bekannt sein. Wobei, und auch das gilt es festzuhalten; sie selbst jene die sie gehört haben nicht zu 100% zufriedenstellen konnten. Mit ein Grund dafür war und ist die recht bescheidene Abmischungs- und Produktionsarbeit, die ziemlich exakt dem entspricht was man im allgemeinen als Garagenproduktion bezeichnet – und die noch nicht gänzlich ausgereiften Fähigkeiten der einzelnen Mitglieder.

Andererseits, und verständlicherweise besaßen die hier gemeinten Demos CONPIRACY OF DARKNESS (2003) und THE LAST SUNSET (2005) dann doch eine gewisse Wichtigkeit – immerhin ebneten sie den weiteren Weg der Band, die 2007 endlich mit ihrem Debütalbum HOLY CREATURES QUEST (siehe Review) um die Ecke kam. Um dieses frühe Material also nicht gänzlich in Vergessenheit geraten zu lassen, taten KERION das vermutlich einzig richtige – und nahmen einige der besten Titel noch einmal auf, um sie auf dem 2010 erschienenen zweiten Album der Band nochmals in einem etwas ansprechenderen Licht erstrahlen zu lassen. Das gilt natürlich nur unter der Voraussetzung, dass man generell etwas mit dem vielleicht nicht gerade als originell zu bezeichnenden Sound der Band anfangen kann – und vor allem über diverse Schwächen im Leadgesang von Flora Spinelli hinwegsehen kann. Gerade diesbezüglich hatte man mit den Neuaufnahmen schließlich nicht allzu viel erreicht, oder anders gesagt: THE ORIGINS präsentiert einen recht typischen Symphonic Power Metal für alle, die kein Problem mit einer ordentlichen Portion Kitsch haben.

Einen Symphoic Power Metal, der hier immerhin durch die Mitarbeit von niemand geringerem als Philippe Giordana (FAIRYLAND) und Willdric Lievin (ebenfalls FAIRYLAND, sowie auch HAMKA) aufgewertet wird – was sich wie schon beim Vorgänger HOLY CREATURES QUEST vor allem in Bezug auf die Chöre in den Refrains und diverse melodische Strukturen seitens der Keyboards bemerkbar macht. Und tatsächlich: Nummern wie der hymnische Opener TIME OF FANTASY machen durchaus Laune, gerade wenn man auf eine etwas üppigere Ausreizung der in diesem Fall alles andere als zurückhaltenden symphonischen Elemente steht. Angenehm ist auch, dass KERION offenbar daraus aus waren für ein möglichst großes Maß an Abwechslung zu sorgen – und beileibe nicht nur die typisch-voranpreschenden Uptempo-Nummern inklusive der dazu passenden hochtrabenden Refrains vorgesehen sind. In Bezug auf eben jene Vielfalt offenbart sich dann aber auch das ein oder andere Problem, oder anders gesagt: es ist längst nicht alles perfekt, was KERION hier auftischen.

Zumindest nicht in seiner Gänze, und in der zusammenfassenden Betrachtung. Einzelne Momente haben dagegen durchaus einen gewissen Charme, wie etwa das sich irgendwo zwischen exotischen Klängen, Lagerfeuer-Gitarrengesäusel und Filmsoundtrack  bewegende WE WILL GO oder das in instrumentaler Hinsicht recht anspruchsvolle RESURRECTION. Refrains wie die von DARK ISLE gehen – Philippe Giordana sei Dank – ebenfalls runter wie Öl. Schade ist nur dass die Strophen hier noch einmal mit Nachdruck darauf hinweisen, warum die allgemeinen Darbietungen von Frontfrau Flora Spinelli nicht bei jedermann gleichermaßen gut ankommen. Das gilt natürlich auch für die recht problematischen balladesken Momente – wie etwa in GHOST OF MEMORIES. Davon abgesehen aber haben KERION hier eine recht interessante Werkschau vorgelegt – die vor allem Die-Hard-Fans der Combo ansprechen sollte. Alle anderen werden dagegen nicht viel falsch machen, wenn sie zu einem noch späteren Zeitpunkt in die Diskografie einsteigen – etwa ab dem ebenfalls recht guten CLOUDRIDERS PART I – ROAD TO SKYCITY (Review).

Absolute Anspieltipps: TIME OF FANTASY, WE WILL GO, DARK ISLE, RESURRECTION


„Nicht hervorragend – aber besser als das Debütalbum und ambitioniert genug, um aufzufallen.“

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