Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: DALRIADA – Nyárutó (2018)

Alben-Titel: Nyárutó
Künstler / Band: Dalriada (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 19. Januar 2018
Land: Ungarn
Stil / Genre: Folk Metal w/ Power
Label: Nail Records

Alben-Lineup:

András Ficzek – Vocals, Guitars
Tadeusz Rieckmann – Drums, Vocals
Laura Binder – Vocals, Flute, Violin
Mátyás Németh Szabó – Guitars
István Molnár – Bass
Ádám Csete – Bagpipes, Flutes, Guitars
Gergely „Szög“ Szabó – Keyboards

Track-Liste:

1. Megöltek egy legényt (05:27)
2. Hollórege (05:04)
3. Táltosok álma (07:31)
4. Nyárutó (08:02)
5. Búsirató (05:31)
6. Thury György Balladája 1. rész (05:43)
7. Laus Deo (00:28)
8. Thury György Balladája 2. rész (05:32)
9. Komámasszon (04:41)
10. Áldja meg az Isten (06:46)
11. Hajnali (01:43)

A magyar nem lehet olyan jó, de…

Nein, leicht fällt sie wahrlich nicht aus – die Suche nach möglichst hochkarätigen Genre-Releases im noch jungen Metal-Jahr 2018. Und das auch oder gerade weil nicht wenige namhafte Power Metal-Combos ihr Pulver bereits im turbulenten letzten Jahr verschossen haben – und es nicht weiter verwunderlich wäre, wenn sich die ein oder andere Band erst einmal eine Auszeit gönnt. Und doch wird auch dieses Jahr so manche Überraschung bereithalten – wobei ausgerechnet die aus Ungarn stammenden Folk Metaller von DALRIADA den diesbezüglichen Auftakt bilden. Ausgerechnet, da die Combo streng genommen gar nicht erst im Hauptbereich dieses Blogs erscheinen dürfte – und man in einem Fall wie diesem schon genauer hinschauen muss, um etwaige inhaltliche und musikalische Parallelen zwischen dem von DALRIADA angepeilten Folk Metal und einem auf den ersten Blick nicht wirklich dazu passenden Power Metal der europäischen Spielart aufzuspüren. Wagt man aber genau dies – wobei es sich um eine Möglichkeit handelt, die schon mit den vorherigen Alben der Band gegeben war – kann man mit den Ungarn schlicht eine der inhaltlich interessantesten, musikalisch vielseitigsten und vielleicht auch ganz allgemein wohlklingendsten Combos überhaupt entdecken. Wenn man nur entsprechend offen ist, keinerlei Sprachbarrieren scheut – und sich nicht mit irgendwo festgeschriebenen Genre-Grenzen aufhält, versteht sich.

Schließlich kann es auf einem Album wie dem vorliegenden NYÁRUTÓ auch mal etwas bunter zugehen. Und das vornehmlich, indem DALRIADA eine ganz eigene Interpretation eines knackigen Folk Metals mit teils entsprechend harschen Vocals (wie in TÁLTOSOK ÁLMA) an den Tag legen – oder eher eine so nicht gerade häufig anberaumte Symbiose aus Elementen des Folk Metal, des Power Metal und der sogenannten ungarischen Zigeunermusik respektive des Gypsy-Jazz vertreten. Doch so wild sich das in der Theorie anhören mag, im Ergebnis konnten die Ungarn damit bisher meist uneingeschränkt überzeugen – und das trotz der Gefahr etwaiger Sprachbarrieren. Immerhin haben die nicht nur den potentiellen Nachteil, dass einem die meisten inhaltlichen Zusammenhänge vorerst verschlossen bleiben – sondern mitunter auch den Vorteil, dass die Musik umso glaubwürdiger wirkt und klingt je weniger man sich einem eher gleichgeschalteten internationalen Markt angebiedert hat. DALRIADA markieren damit eine der wenigen Combos, die sich über die langen Jahre ihrer bisherigen Karriere stets treu geblieben sind – mit dem vorteilhaften Effekt, dass die auch auf internationaler Ebene gut ankommenden Musikvideos der Band (wie etwa das recht markante zu A DUDÁS vom 2012er Album NAPISTEN HAVA, siehe Review) in einem vergleichsweise exotischen Erlebnis münden.

Gut ist auch, dass DALRIADA nicht weiter auf nicht ganz so gelungene Experimente wie das 2016 erschienene Akustik-Album FORRÁS (Review) gesetzt haben – und mit NYÁRUTÓ endlich wieder auf die richtige Bahn der regulären und eindeutig stärkeren Releases vollwertiger Studioalben zurückkommen. Dabei hat das neue DALRIADA-Album mindestens ebenso viel zu bieten wie sein eigentlicher Vorgänger ÁLDÁS (Review) aus dem Jahre 2015 – wenn nicht sogar noch ein wenig mehr. Schließlich scheint dieses Mal vor allem das dargebotene Maß der Vielfalt und Abwechslung noch etwas prägnanter auszufallen, mit Ausnahme der dann doch eventuell zu überspringenden instrumentalen Interludes LAUS DEO und HAJNALI. Anders gesagt: seien es der lebendige und sich zum ersten Mal gleichberechtigt aufteilende Leadgesang von András Ficzek und Laura Binder, der stete Wechsel zwischen kraftvoll-stampfenden und feuchtfröhlich-voranpreschenden Momenten (wobei spätestens mit dem extrem munteren KOMÁMASSZON niemand mehr still respektive teilnahmslos auf seinem Stuhl sitzen wird), der ausgewogene und äußerst effektive Einsatz von traditionellen Instrumenten wie speziell der Flöte und der Violine – schon innerhalb der ersten Momente präsentiert NYÁRUTÓ eine volle musikalische Breitseite. Und das selbstverständlich stets, ohne die so wichtigen Metal-Elemente ausser Acht zu lassen – die sich wie bereits erwähnt auch mal etwas deutlicher in den Gefilden des Power Metals bewegen können (wie etwa im flotten und dezent Keyboard-unterstützten HOLLÓREGE inklusive seines Gänsehaut-erzeugenden Solos).

Betrachtet man nun noch dass alle einzelnen DALRIADA-Mitglider ihr Handwerk ausnahmslos gut verstehen, die gesamte Abmischungs- und Produktionsarbeit einen schier exzellenten Eindruck hinterlässt und sich das Album gerade im nicht-ungarischen Raum wie eine leicht exotische, einem aber irgendwie doch vertraut vorkommende Perle anfühlt – dann erhält man nicht nur ein verdammt gutes DALRIADA-Album, sondern letztendlich auch eines der besten Metal-Alben des Jahres 2018. Gut, selbiges hat gerade erst begonnen – doch mit NYÁRUTÓ haben DALRIADA schon einmal mehr als ordentlich vorgelegt. Még sokéves jó zenét – auf viele weitere Jahre DALRIADA.

Absolute Anspieltipps: Megöltek Egy Legényt, HOLLÓREGE


„Nicht jeder schafft es, über all die Jahre immer wieder gute Genre-Alben auf den Markt zu bringen – für DALRIADA scheint aber genau das kein Problem zu sein.“

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