Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: BANE OF WINTERSTORM – The War Of Shadows II (EP, 2015)

Alben-Titel: The War of Shadows II: Upon the Throne of Râvnöraak (EP)
Künstler / Band: Bane Of Winterstorm (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 11. November 2015
Land: Australien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Anthony J. Finch – Guitars, Vocals, Orchestrations
Tristan Petersön – Bass
Alberto di Biase – Drums, Percussion
Riccardo Mecchi – Vocals

Track-Liste:

1. Behold, a Pale Winter (02:30)
2. And the Kingdom Fell (05:38)
3. In the Shadow of the Devourer (06:34)
4. Ghosts of the Earth (03:52)
5. Dust upon the Throne (13:08)

Wenn’s mal wieder etwas düsterer werden soll.

Nein, und auch wenn es bei der Verlautbarung des Bandnamens nicht bei jedermann gleichermaßen klingen wird – BANE OF WINTERSTORM sind kein gänzlich unbeschriebenes Blatt. Immerhin haben die bereits seit 2009 als WINTERSTORM aktiven Australier schon ein respektables Debütalbum veröffentlicht, mit dem sie sich in jedem Fall für so manche Merkliste der interessanteren Power Metal-Formationen aus dem symphonischen Bereich qualifiziert haben. Und das vornehmlich, da der hier gemeinte Erstschlag THE LAST SONS OF PERYLIN (siehe Review) als überraschend wuchtiges, vergleichsweise düsteres und gut durchdachtes Konzeptalbum daherkam – dass seine Spielzeit von guten 50 Minuten auf gerade einmal 5 Titel verteilte und von zahlreichen Gastauftritten anderer Genre-Pioniere (wie etwa Jonas Heidgert von DRAGONLAND) geschmückt wurde. Umso merkwürdiger erscheint es, dass die Band schon kurz nach dem so gesehen sensationellen Debüt abermals eine verdächtige Auszeit nahm. Eine, von der sich BANE OF WINTERSTORM offenbar bis heute nicht erholt haben – schließlich lassen die Australier momentan über keinen der ihnen zur Verfügung stehenden Kanäle etwas von sich hören.

Dass das mehr als nur schade ist, braucht man dabei nicht nur anhand des bereits erwähnten THE LAST SONS OF PERLYN erörtern – sondern eventuell auch im Hinblick auf die etwas später veröffentlichte EP mit dem schier unausschreiblichen Titel THE WAR OF SHADOWS II – DUST UPON THE THRONE OF RÂVNÖRAAK. Wichtig erscheint in diesem Zusammenhang, dass die EP aus dem Jahre 2015 stammt – und damit ein Relikt einer Zeit ist, in der schon gewisse Unruhen innerhalb der Band geherrscht haben müssen. Und das merkt man das den 5 enthaltenen Titeln auch irgendwie an – zumindest im direkten Vergleich mit dem schlicht noch etwas runder wirkenden THE LAST SONS OF PERLYN. Wobei, und das ist die eigentliche Überraschung; selbst das nicht verhindern kann, dass die EP eine vergleichsweise markante Wirkungskraft entfalten und den Hörer im besten Fall nachhaltig fesseln kann. So düster, atmosphärisch und schlicht episch klang schließlich schon lange keine Symphonic Power Metal-Combo mehr. Mit Ausnahme von RHAPSODY OF FIRE eventuell, deren Status aber mittlerweile als dezent prekär einzustufen ist – oder die ANCIENT BARDS; die aufgrund des weiblichen Leadgesangs und dem Hang zu auch mal etwas balladeskeren Strömungen eine mindestens ebenso qualitative, aber eben auch etwas weichere Vergleichsmöglichkeit bieten.

BANE OF WINTERSTORM sind damit eine der wenigen Genre-Combos, die sich nicht davor scheuen einen vergleichsweise bombastisch angehauchten Symphonic Power Metal inklusive allerlei Filmsoundtrack-Bezüge (dann: aus dem Genre der düsteren Fantasy) sowie einer ordentlichen Priese Härte zu inszenieren – aber das eben stets ohne sich dabei dem Kitsch hinzugeben, oder auf irgendeine andere Art und Weise unglaubwürdig zu klingen. Im Zusammenspiel mit der vermittelten Tragweite der erzählten Geschichten, dem höchst soliden Handwerk und der schier perfekten Abmischungs- und Produktionsarbeit ergibt sich so ein recht überzeugendes Gesamtbild – dass lediglich von zwei Faktoren gestört wird, und auch in Zukunft noch gestört werden könnte. So sollten sich BANE OF WINTERSTORM früher oder später entgültig entscheiden, ob und wie sie mit ihrer Band weitermachen wollen – und dementsprechend auch mit einer klaren Besetzung und Mission auftreten. Ein allzu wildes hin- und her kann sich schließlich nur negativ auswirken. Zum anderen, und das ist momentan noch ein eher zu vernachlässigender Faktor; sollten die Australier darauf achten hie und da doch mal das ein oder andere für sie frische Element einzubauen – schlicht, da sich irgendwann eine gewisse Form der Eintönigkeit einschleichen könnte, die sich trotz des insgesamt positiv ausfallenden Eindrucks schon im Rahmen der knapp 31 Minuten der EP bemerkbar machen könnte.

Absolute Anspieltipps: AND THE KINGDOM FELL, IN THE SHADOW OF THE DEVOURER


„Ein hervorragend funktionierender, düsterer Symphonic Power Metal – und eine Band mit einer ungewissen Zukunft.“

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