Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: MASTER SWORD – Shadow And Steel (2018)

Alben-Titel: Shadow And Steel
Künstler / Band: Master Sword (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 02. Januar 2018
Land: USA
Stil / Genre: Progressive Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Andy Stark – Drums
Shawn Staub – Bass
Corey Garst – Guitars
Matt Farkas – Guitars, Bass, Keyboards
Lily Hoy – Vocals

Track-Liste:

1. Behind the Mirror (03:35)
2. Let Me Show You the Night (04:36)
3. Tower of Stone (06:50)
4. Kiss of the Flame (07:52)
5. Sanctuary (05:10)
6. Beneath the Skin (08:38)
7. Isle of the Sky Spirits (05:29)
8. Hyrule Field (04:12)
9. Master of the Seas (08:53)
10. My Destined One (03:34)

Der Angriff der Nerds.

In Anbetracht der generellen Vielfalt innerhalb der einzelnen Sub-Genres des Metal erscheint es nicht weiter verwunderlich, dass es im Laufe der Jahre auch immer mal wieder eher spezifisch ausgerichtete Combos geschafft haben die hiesige Hörerschaft zu erreichen. Neben einigen sich über mehrere Alben oder gar ganze Karrieren ziehende Konzepte wie etwa bei ALESTORM oder POWERWOLF funktioniert das Ganze aber auch in kleinerem Stil, also beispielsweise in Bezug auf einzelne Konzeptalben – auf denen wie man nun bei MASTER SWORD seine Vorliebe für ein gewisses Hobby oder noch expliziter gewisse Videospielreihen musikalisch verarbeitet. Auf SHADOW AND STEEL, dem Debütalbum der bereits 2010 gegründeten Band; hat es dabei nicht weniger als die legendäre ZELDA-Reihe von Shigeru Miyamoto getroffen – die hier in insgesamt 10 Titeln von einer nicht unbedingt alltäglichen Seite beleuchtet wird.

Die erste Entwarnung gibt es dabei gleich vorweg, denn: im Gegensatz zu recht katastrophalen Experimenten – wie sie etwa teilweise bei den Japanern von DRAGON GUARDIAN auftauchten – setzen MASTER SWORD auf einen eher klassisch orientierten Sound. Anders gesagt: die bereits erwähnte ZELDA-Komponente bezieht sich einzig und allein auf den Inhalt, und eventuell noch die heraufbeschworene Atmosphäre in einigen dezent symphonisch anmutenden Passagen – ebenso typische wie auf einem Metal-Album eher nervige Videospiel-Geräusche sind demnach nicht vorgesehen. Glücklicherweise – denn anstelle derselben treten im Falle von MASTER SWORD grundsätzlich angenehme, retrospektiv orientierte Klänge; die ihre Kraft vornehmlich aus Elementen eines leicht progressiv angehauchten Hard Rocks der 70er und 80er Jahre beziehen. Wobei eben diese noch mit einer zusätzlichen Portion Power Metal garniert werden – was dem Ganzen einen ebenso klassischen wie zeitlosen Anstrich verpasst.

Das gilt zumindest ansatzweise, und wenn es gut läuft. Wenn nicht – und das ist leider noch etwas zu oft der Fall – schimmern die Schwächen von MASTER SWORD eben doch etwas zu offensichtlich durch. Diese sind jedoch weniger auf das anberaumte Konzept zu beziehen, schließlich darf und soll jeder Künstler selbst entscheiden was genau er sich da vornimmt – wenn auch die jeweilige Ausführung entsprechend überzeugt. Genau diesbezüglich scheint es momentan aber noch etwas zu hapern im Hause MASTER SWORD – wobei in erster Linie der nicht wirklich überzeugende weibliche Leadgesang von Lily Hoy gemeint ist. Zwar besitzt sie eine recht einmalige Stimmfarbe, und lässt sich aufgrund der Art ihrer Darbietung kaum in ein vorgefertigtes Gesangs-Fach stecken. Doch gerade wenn es in höhere Register geht (wie in TOWER OF STONE), eine größtmögliche Variabilität gefragt ist (wie in LET ME SHOW YOU THE NIGHT) oder auch mal etwas aggressivere töne angeschlagen werden (MASTER OF THE SEAS) sieht es gerade im direkten Genre-Vergleich vergleichsweise düster aus für die engagierte Frontfrau.

Fest steht, dass das Handwerk ihrer Kollegen schon eher überzeugt – aber auch dieses nicht gänzlich vor Problemen gefeit ist. Schließlich klingen und wirken nicht wenige der auf SHADOW AND STEEL enthaltenen Kompositionen recht minimalistisch, ohne das eines der Instrumente jemals eine klare Führung übernimmt. Ein Beispiel dafür gibt schon das Riffing und die Handhabung der Gitarren in den Soli-Parts: grundsätzlich ist das alles recht angenehm, aber eben nur wenig spektakulär und schnell repetitiv. Wieder andere Titel (wie SANCTUARY) scheinen aus nicht vielmehr als einer einzigen Bass-Line zu bestehen – und beinhalten einfach zu wenige Entwicklungen, zumal man sich hier recht explizit auf den nicht vollständig überzeugenden Leadgesang verlässt.

Immerhin sorgen schon weitaus besser aufgehende Experimente – wie in BENEATH THE SKIN mit seiner angenehm progressiven Gangart und einigen eher ungewöhnlichen Klang-Elementen – dafür, dass das Album nicht vollständig zu vernachlässigen ist. Nimmt man noch den recht zünftigen (aber eben nicht von einer Frontfrau wie der von CRYSTAL VIPER vorgetragenen) Opener BEHIND THE MIRROR und die recht unterhaltsame Instrumental-Version HYRULE FIELD hinzu, erhält man ein nicht gänzlich enttäuschendes; aber doch noch reichlich Luft nach oben lassendes Debütalbum einer bis dato unbekannten Band – die sicherlich ihre Fans finden wird. Wirklich interessant wird es wohl aber erst, wenn MASTER SWORD ein weiteres Album auf die Beine stellen.

Absolute Anspieltipps: BEHIND THE MIRROR, BENEATH THE SKIN, HYRULE FIELD


„Ambitioniert, aber noch nicht wirklich ausgereift.“

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