Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: SERENITY – Lionheart (2017)

Alben-Titel: Lionheart
Künstler / Band: Serenity (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 27. Oktober 2017
Land: Österreich
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Napalm Records

Alben-Lineup:

Andreas Schipflinger – Drums
Georg Neuhauser – Vocals
Fabio D’Amore – Bass
Christian Hermsdörfer – Guitars

Track-Liste:

1. Deus lo Vult (01:52)
2. United (05:33)
3. Lionheart (04:38)
4. Hero (04:24)
5. Rising High (03:31)
6. Heaven (04:09)
7. King’s Landing (02:10)
8. Eternal Victory (04:41)
9. Stand and Fight (04:25)
10. The Fortress (of Blood and Sand) (04:26)
11. Empire (04:27)
12. My Fantasy (04:45)
13. The Final Crusade (05:37)

Für den König… !

Ja, auch im Jahre 2017 ist so manches Power Metal-Album erschienen. Eigentlich und ganz genau genommen handelt es sich dabei gar um derart viele, dass man als Normalsterblicher kaum die Chance gehabt haben wird; wirklich alles zu hören. Glücklicherweise aber scheint das auch gar nicht nötig, schließlich ist es wie so oft nicht die Quantität die den Ausschlag gibt – sondern die Qualität. Gerade diesbezüglich trennt sich dann auch die Spreu vom Weizen, denn: nur ein äußerst marginaler Teil des großen Release-Batzens hat hinterher auch wirklich das Zeug dazu, als eines der Highlights des Jahres zu fungieren. Die Frage ist daher lediglich, welche Bands genau zwecks einer diesbezüglichen Zuordnung in Frage kommen – wobei längst nicht jeder ein Wörtchen mitzureden hat. Wohl aber – und das gilt vornehmlich unter Einbeziehung ihrer bisherigen Errungenschaften – die aus Österreich stammenden Power Metaller von SERENITY. Schließlich sind die schon seit 2001 unterwegs und haben eine recht ansehnliche Diskografie sowie einiges an Erfahrung vorzuweisen – wobei auch ihr neues Werk LIONHEART als mittlerweile sechstes offizielles Studioalbum nichts anderes verspricht, als den bisherigen Siegeszug der Band fortzusetzen.

Ein Versprechen, dass in Bezug auf das insgesamt 13 Titel starke Album (welches ebenfalls als Special-Edition mit 2 CD’s und einigen Bonustracks erscheint, die unter anderem drei Piano-Versionen bekannter SERENITY-Nummern beinhalten) offenbar relativ problemlos gehalten werden kann. Dabei sind es zunächst und vornehmlich zwei einzelne Nummern, die dem geneigten Genre-Konsumenten direkt positiv auffallen werden oder im besten Fall bereits bekannt vorkommen sollten – schließlich wurden die gleich zum Auftakt des Albums vorgesehenen Titel UNITED und LIONHEART bereits als Vorab-Singles mit zwei dazugehörigen Musikvideos veröffentlicht. Zwei recht professionell abgedrehten und atmosphärisch überzeugenden noch dazu – was in Anbetracht der tadellosen musikalischen Darbietungen auch überaus passend erscheint. So kann man sie bereits in diesen zwei Nummern wiederfinden, die guten alten Stärken von SERENITY – die unter anderem aus der Verquickung von fesselnd-hymnischen Power Metal-Elementen und einer auch mal etwas ruhigeren Gangart bestehen. Einer Gangart, die mit vergleichsweise tiefgreifenden Lyrics inklusive einer glaubwürdigen Form der Emotionalität aufwartet, dezent an das Schaffen von KAMELOT erinnert – und nur deshalb so gut funktioniert, da man mit Frontmann Georg Neuhauser den wohl am besten geeigneten Kandidaten für die Fusion aus Kraft und Gefühl an den Start bringt.

Dass LIONHEART von vornherein ein gewisser Reiz innewohnt, hat aber nicht nur mit den grundsätzlich einwandfreien Darbietungen aller beteiligten Musiker oder der überzeugenden Produktion zu tun – sondern auch mit dem für dieses Album anberaumten Konzept. Schließlich dreht sich LIONHEART um den legendären englischen König Richard I. genannt Löwenherz, und damit auch den eng mit diesem Namen verbundenen Kreuzzügen. Sicher sind die ein grundsätzlich kritisch zu betrachtendes und im Genre ohnehin eher selten aufgegriffenes Thema. Andererseits, und kurioserweise aber scheinen gerade jene umstrittenen Kreuzzüge das Zeug dazu zu haben; die ein oder andere perfekte musikalische Umsetzung oder eher Aufarbeitung zu erfahren – mit einem Mammut-Werk wie CRYSTALLION’s HATTIN (siehe Review) als Vorzeigebeispiel. Vielleicht ja auch, weil eine Unterscheidung in gut und böse und ein entsprechendes Schubladendenken hier nicht ganz so leicht ausfällt oder ausfallen sollte – und auch die Musik von einem dazugehörigen Wechselspiel aus verschiedenen Emotionen und zu fällenden Urteilen in Bezug auf ihre möglichst breit gefächerte Gesamtwirkung profitieren kann.

Und genau das macht nun auch LIONHEART. Eindeutig ist, dass SERENITY ihre Chance genutzt haben – und sich sowohl in inhaltlicher als auch musikalischer Hinsicht alles andere als die Blöße geben. Dabei, und das ist das schöne; spielt es erst gar keine allzu große Rolle ob man nun tatsächlich vergleichsweise intensiv auf das Konzept und die besungenen Inhalte einsteigt – oder sich nur von der aufgefahrenen musikalischen Bandbreite des Albums berauschen lässt. Beiden Varianten gemein ist ein handwerklich durchdachtes und hervorragend umgesetztes Album, dass einiges an Abwechslung bereithält und neben den automatisch hervorstechenden Hymnen auch bis ins kleinste Detail überzeugt – wie es etwa beim stimmigen Intro oder dem instrumentalen Zwischenspiel KINGS LANDING festzustellen ist. Damit steht fest, und das nicht erst seit aber gerade mit einem Album wie LIONHEART: im Bereich des europäischen Symphonic Power Metal macht SERENITY keiner so schnell etwas vor.

Absolute Anspieltipps: UNITED, LIONHEART, RISING HIGH, STAND AND FIGHT


„Nicht weniger als einer der heißesten Kandidaten für den Posten des besten Power Metal-Albums des Jahres 2017.“

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