Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: WITHIN SILENCE – Return From The Shadows (2017)

Alben-Titel: Return From The Shadows
Künstler / Band: Within Silence (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 27. Oktober 2017
Land: Slowakei
Stil / Genre: Power Metal
Label: Ulterium Records

Alben-Lineup:

Peter Gacik – Drums
Richard Germanus – Guitars
Martin Čičo – Guitars
Martin Klein – Vocals
Viktor Vega – Bass

Track-Liste:

1. We Are the Ones (04:02)
2. Heroes Must Return (05:06)
3. Children of Light (05:18)
4. Calling from the Other Side (03:20)
5. In the Darkness (16:46)
6. The Final Victory (06:44)
7. You & I (03:51)
8. Master (04:21)
9. Return from the Shadows (09:49)

Nanu, solange waren sie doch noch gar nicht verschwunden…

Erinnert man sich an das Power Metal-Jahr 2015 und einige der potentiell interessanteren Releases zurück, so könnten oder sollten sie einem durchaus in den Sinn kommen – WITHIN SILENCE, eine bereits 2008 unter dem Namen RIGHTDOOR gegründete Power Metal-Formation aus der Slowakei. Eine Band, die dabei nicht nur aufgrund ihres im Genre eher seltener zu lesenden Herkunftslandes interessant erschien – sondern auch aufgrund des angepeilten Schwerpunktes in Richtung explizit religiös respektive christlich angehauchter Themen. Auch das ist eher selten, wenngleich es mit wahren Mammut-Combos wie etwa THEOCRACY bereits entsprechende Galionsfiguren gibt – solche, mit denen sich wohl auch WITHIN SILENCE automatisch messen lassen müssen. Wobei, und eben das war eine echte Überraschung; sich ihr Debütalbum GALLERY OF LIFE in rein qualitativer Hinsicht gar nicht mal allzu weit hinter dem bisherigen Schaffen der Amerikaner und potentiellen Vorbilder verstecken musste (siehe Review).

Nun aber schreiben wir das Jahr 2017 – und mit RETURN FROM THE SHADOWS steht der geneigten Hörerschaft das zweite Studioalbum der Slowaken ins Haus. Wie zuvor erscheint es über das gewissermaßen passig erscheinende Label Ulterium Records (bei dem auch THEOCRACY und andere christliche Metal-Bands unter Vertrag stehen), beinhaltet eine handvoll vielversprechender Titel – und schickt sich mit seiner möglichst universellen Wirkung an, nicht nur bibeltreue Hörer zu begeistern. Einen Unterschied im Vergleich zum Vorgänger gibt es dann aber doch, und der fällt direkt ins Auge – schließlich fällt die Spielzeit mit einer knappen Stunde etwas ausführlicher aus als noch zuvor, und das trotz der gerade einmal 9 enthaltenen Titel. Anders gesagt: mit Nummern wie dem Titeltrack RETURN FROM THE SHADOWS oder speziell dem überlangen IN THE DARKNESS wagen sich WITHIN SILENCE nun erstmals an deutlich umfangreichere, komplexere und auch vielseitigere Kompositionen.

Solchen, die vor allem Freunde eine etwas progressiveren Gangart ansprechen sollten. Tatsächlich gelingt es WITHIN SILENCE so locker, ihr Album zu keinem Zeitpunkt wirklich langatmig erscheinen zu lassen – wobei selbst die deutlich kürzeren Nummern die ein oder andere Überraschung bereithalten. Oder aber schlicht grandios klingen – wie im Falle von CHILDREN OF THE LIGHT, dass mit einer zutiefst ansprechenden Riff- und Frickelarbeit an den Gitarren sowie einem perfekt zur Band passenden zweiteiligen Refrain aufwartet. Auch die Momente, in denen sich WITHIN SILENCE im Sinne etwaiger direkt packender Genre-Hymnen versuchen – wie etwa im temporeichen THE FINAL VICTORY – gehen grundsätzlich recht gut auf und sorgen für ein größtmögliches Maß an Abwechslung. Diese Zielstrebigkeit, das spürbare Engagement und die größtenteils glaubhaft transportierte Emotionalität nicht nur rein christlicher Themen ist es dann auch, die ein Album wie RETURN FROM THE SHADOWS auszeichnet – zumindest theoretisch; und analog zu einem sehr guten, ja wenn nicht gar überragenden Handwerk wie schon im Opener WE ARE THE ONES.

Und doch gibt es eine Kehrseite, mit der so nicht unbedingt zu rechnen war. Immerhin ist es erstaunlich, dass sich keine einzige zu vernachlässigende Nummer auf das Album eingeschlichen hat – mit Ausnahme des etwas zu kitschigen YOU AND I eventuell – doch dafür, und wenn man so will als Ausgleich scheint es dieses Mal teils auffälliger in Bezug auf die Darbietung des hiesigen Leadsängers Martin Klein zu hapern. Und das nicht nur, wenn er zu Ausflügen in deutlich höhere Register ansetzt oder gar den ein oder anderen Scream präsentiert. Auch in einer ihm eigentlich zugute kommenden Nummer wie THE FINAL VICTORY scheint er sich das eine ums andere Mal zu verhaspeln, auch oder gerade in den tieferen Lagen – was merkwürdig ist, da er sich auf dem Vorgänger GALLERY OF LIFE schlicht noch etwas standfester und vielleicht auch stilsicherer hatte inszenieren können. Das gilt im übrigen auch für die gesamte Arbeit bezüglich der Background- und Chorgesänge – die hier des öfteren etwas zu kraftlos klingen und gerade den Refrains von Nummern wie HEROES MUST RETURN einfach nicht den nötigen Nachdruck verleihen. Die hie und da eingeworfenen, etwas kräftigeren aber eben auch reichlich plumpen Shouts (wie in CALLING FROM THE OTHER SIDE) hätte man sich dagegen gleich komplett schenken sollen.

Zuletzt kommen noch einige ebenfalls vermeidbare Momente hinzu, die einen leicht aus dem jeweiligen Konzept bringen könnten – wie etwa das Keyboard zum Auftakt von HEROES MUST RETURN oder dem völlig deplatziert klingenden weiblichen Gesang in IN THE DARKNESS. So etwas darf einfach nicht passieren – aber WITHIN SILENCE sind (hoffentlich) noch nicht am Ende ihrer Karriere, und lernen entsprechend dazu. In Bezug auf das zweite Album der Slowaken reicht es so gerade noch für eine Empfehlung – doch wer erfahren möchte was WITHIN SILENCE wirklich drauf haben, der sollte eher mit dem interessanterweise wesentlich effektiveren Vorgänger Vorlieb nehmen.

Absolute Anspieltipps: WE ARE THE ONES, CHILDREN OF THE LIGHT, RETURN FROM THE SHADOWS


„Ein Album mit einigen ebenso plötzlichen wie sicher vermeidbaren Schwachpunkten – aber noch immer ein solider Nachfolger.“

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