Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: WONDERLAND – Follow Me (2004)

Alben-Titel: Follow Me
Künstler / Band: Wonderland (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 26. November 2004
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Nexus

Alben-Lineup:

Andrea „Tower“ Torricini – Bass
Frank Andiver – Drums, Keyboards
Vic Mazzoni (R.I.P. 2016) – Guitars
Alexx Hall – Vocals

Track-Liste:

1. Last Time My Memory (06:21)
2. The Call of the Dawn (04:36)
3. Call My Name (03:39)
4. Eternally (03:47)
5. Raise Your Wings (05:24)
6. Winter Silence (07:45)
7. No Resurrection (06:32)
8. Follow Me (07:19)
9. The Promise (06:19)
10. Hell and Heaven (04:32)

Wo WONDERLAND draufsteht, ist leider nicht immer ein musikalisches Wunderland drin.

Nachdem sich die italienischen Power Metaller von WONDERLAND auf ihrem gleichnamigen Debütalbum aus dem Jahre 2002 erstmals richtig austoben konnten (siehe Review), folgte gute 2 Jahre und eine zwischengeschobene EP später auch schon der offizielle Nachfolger FOLLOW ME. Der hat insofern eine Besodnerheit, als dass er das bis heute letzte Lebenszeichen der Band markiert – schließlich ist der Status der Band seit nunmehr 13 Jahren ungewiss. Es bleibt einem also nicht viel mehr, als in der Vergangeheit zu wühlen respektive zu schwelgen – was im Falle von WONDERLAND aber durchaus eine kleine Herausorderung darstellt. Denn: bekanntlich hatten sich die Italiener schon auf ohrem Debütalbum nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Zwar wäre es ebenso falsch, von einem Totalausfall zu sprechen – doch der geluinde gesagt ungünstige Leadgesang, die überakzentuierte Keyboard-Komponente und der allgemein etwas zu hoch angesetzte Kitschfaktor waren und sind nicht zu leugnen. Umso spannender ist es zu betrachten, was sich im Laufe der 2 zwischen den Alben liegenden Jahre bei WONDERLAND getan hatte – oder eben nicht.

Und tatsächlich: in einer allzu nennenswerten Ausprägung hatten WONDERLAND nicht an ihrem Soudn geschraubt, sodass die Parallelen zu potentiellen Genre-Vorbildern wie den frühen LABYRINTH, VISION DIVINE oder gar DREAMTALE auch auf FOLLOW ME noch immer deutlich zu hören sind. Im Gegensatz zu jenen Vergleichsbands aber wirkt das Vorgehen von WONDERLAND nicht selten etwas zu plump und einfach – was sich insbesondere am abermals deutlich ausufernden, wenig geschickten Einsatz des mit elektronischen Spielereien recht großzügig umgehenden Keyboards festmachen lässt. Die recht melodischen, aber eben auch sehr weichen undwenig griffigen Songstrukturen; der erneut so manche Schmerzgrenze auslotene Kitschfaktor, die unüberhörbaren Anleiehen aus der Popmusik und die stilistische Nähe zu anderen insgesamt relativ ungünstig agierenden Combos wie SKYLARK machen somit auch FOLLOW ME zu einer mittelprächtigen Herausforderung – insbesondere natürlich für die, die allgemein härtere Gangarten gewöhnt sind.

Oder aber schlicht solche, die etwas mehr Stilsicherheit offenbaren. Schließlich kann, darf und soll ein guter Power Metal auch mal etwas emotionalere oder verträumtere Töne anschlagen – was Bandnamen wie DREAMTALE oder WONDERLAND ja letztendlich auch implizieren. Doch übertreiben sollte man es auch nicht – schon gar nicht wenn wie bei WONDERLAND noch andere, den Hörgenuss regelrecht aufweichende Faktoren vorhanden sind. Und die gibt es auch auf FOLLOW ME zuhauf, wobei so gut wie alle schon vom Vorgängeralbum bekannt sind. Da wären zum Beispiel die schlicht alles andere als herausragenden handwerklichen Leistungen der einzelnen Mitglieder, die – sofern sie es schaffen, neben dem omnipräsenten Keyboard überhaupt einen Eindruck zu hinterlassen – bestenfalls als zweckdienlich zu beschreiben sind. Das gilt indes kaum für den Leistung von Leadsänger Alexx Hall, der schon auf dem Vorgänger eher negativ auffiel – und in Bezug auf FOLLOW ME sogar noch eine Schippe draufgelegt hatte.

In eine eher ungünstige Richtung, versteht sich. Wobei es geradezu fatal erscheint, dass die Abmischung sogar noch zugunsten des Leadgesangs ausfällt und zahlreiche auf den Gesang fokussierte balladeske Passagen vorgesehen sind – was die Schwächen nur noch unüberhörbarer macht. Während nicht wenige Nummern gerade dadurch zu einer waschechten nervlichen Zereißprobe avancieren, gibt es (fast schon passenderweise) auch solche; die wirklich alle Schwächen der Band in einem schier unerträglichen Ganzen kombinieren – wie etwa FOLLOW ME oder HELL AND HEAVEN.  Fest steht: Alexx Hall ist kein guter und schon gar kein großartiger Genre-Sänger, was er mit diesem Auftritt noch einmal deutlich unterstrichen hat – es bleiben jedenfalls mehr Emotionen auf der Strecke, als ihm lieb sein dürfte. Was schlussendlich bleibt ist ein Album, dass hie und da ein paar gute Ansätze hat (das recht LABYRINTHeske LAST TIME MY MEMORY, oder das potentiell doch noch berührende THE PROMISE) und insgesamt noch deutlich über dem in diesem Zeitraum entstandenen Schaffen von SKYLARK einzuordnen ist – letztendlich aber zu wenig treffende Anhaltspunkte liefert, um es zu einer lohnenswerten Entdeckung zu machen.

Absolute Anspieltipps: LAST TIME MY MEMORY, THE PROMISE


„Wie schon beim Vorgänger gilt: der Fokus wird vermehrt auf ärgerliche Schwächen als auf potentielle Stärken gerichtet. Dieses Mal vielleicht sogar noch etwas mehr, leider.“

Über Kommentare Freut Sich Jeder.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.