Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: WONDERLAND – Wonderland (2002)

Alben-Titel: Wonderland
Künstler / Band: Wonderland (mehr)
Veröffentlichungsdatum: April 2002
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Underground Symphony

Alben-Lineup:

Andrea „Tower“ Torricini – Bass
Frank Andiver – Drums, Keyboards
Vic Mazzoni (R.I.P. 2016) – Guitars
Alexx Hall – Vocals
Giaime – Guitars

Track-Liste:

1. The Fallen Angel (06:09)
2. Moonchild (03:59)
3. Freedom (05:48)
4. Look into the Sky (07:37)
5. Summer Waiting (05:18)
6. Nothing’s Left to Say (04:45)
7. Wonderland (05:19)
8. Tower of Wonders (02:06)
9. Here I Am (04:45)
10. Hello (Lionel Richie cover) (04:44)

Komm mit mir ins Labyrinth, pardon: WUNDERLAND.

Es war einmal in einer Zeit, als die Spielart des europäischen Power Metals plötzlich auch in Italien aufblühte – und zahlreiche neue Genre-Bands das Licht der Welt erblickten. Tatsächlich haben es nicht wenige der gegen Mitte der 90er Jahre gegründeten Combos auch geschafft, die internationale Musikwelt nachhaltig zu beeinflussen – was vor allem am teils immensen Erfolg der ganz großen Galionsfiguren namens LABYRINTH, RHAPSODY OF FIRE, VISION DIVINE, SECRET SPHERE oder THY MAJESTY festzumachen ist. Neben diesen meist schon von Beginn an hochkarätig abliefernden Bands gab es aber natürlich auch solche, die eher dazu neigten im Schatten ihrer potentiellen Vorbilder zu agieren – schlicht, da die offerierte Qualität des über die Jahre erschienenen Outputs einfach nicht mehr hergegeben hat. Einer der bekannteren diesbezüglichen Kandidaten wären etwa SKYLARK mit ihrer quantitativ beachtlichen, qualitativ aber mindestens diskutablen Diskografie – oder aber die vergleichsweise unbekannten Musiker von WONDERLAND, die ihr gleichnamiges Debütalbum im Jahre 2002 veröffentlichten.

Selbiges beinhaltet 10 Titel bei einer Gesamtspielzeit von knapp 50 Minuten, und serviert einen in den ersten Momenten recht typisch erscheinenden melodischen Power Metal der frühen italienischen Spielart. Typisch bedeutet in diesem Fall, dass auch WONDERLAND zu den allgemein weicheren und auf große Emotionen abzielenden Genre-Vertretern gehören. Solchen, die weder vor einem großspurigen Einsatz des Keyboards noch vor fast schon übertrieben süßlichen Melodiebögen halt machten – und somit auch der ständigen Gefahr ausgesetzt waren, in gleichermaßen endlose wie unerträgliche Bereiche des Kitschs abzudriften. Sicher, jene Gefahr konnten Bands wie LABYRINTH oder VISION DIVINE noch gekonnt umschiffen – beispielsweise indem sie neben einer gewissen Form der Glaubwürdigkeit auch hervorragende handwerkliche Fähigkeiten an den Tag legten, oder mit einer rundum gelungenen Präsentation punkteten. Bei WONDERLAND indes scheint all das nicht wirklich der Fall gewesen zu sein – sodass ihr Debütalbum sowohl für damalige als auch heutige Verhältnisse verdächtig unausgegoren klingt.

Zwar wirkt das hier vertretene Material durchaus – und auf seine ganz eigene Art und Weise – zielstrebig, doch ändert das nichts an den teils gravierenden Problemen. Zu denen zählen vornehmlich der bereits erwähnte, klar überakzentuierte Einsatz des Keyboards mit seinen teils aufdringlich-nervigen elektronischen Spielereien – aber eben auch die wenig überzeugend erscheinenden Darbietungen der anderen Musiker, die bis auf wenige Einzel-Momente (wie etwa das Riffing in MOONCHILD) eher wenig zu bieten haben. Mindestens ebenso problematisch ist der Leadgesang von Alexx Hall – der hier nicht nur mit einem dezent merkwürdig erscheinenden Akzent und einer eher ungünstigen Aussprache aufwartet, sondern auch sonst nicht zu den besten Genre-Sängern gehört. Und schon gar nicht zu den männlichsten oder kräftigsten – die nicht immer stilsicheren, recht austauschbaren und teils enorm klischeehaften Textinhalte runden das Ganze ab. Immerhin: der allgemeine Gesamteindruck des Albums, in den auch andere Faktoren (wie etwa die Abmischung und Produktion) fließen; ist mit etwas Wohlwollen noch als solide zu bezeichnen – was WONDERLAND schon einmal deutlich von ihren Kollegen von SKYLARK abhebt.

Doch viel mehr als diese Hürde zu nehmen gelang der Band auf ihrem Debüt nicht. Von stilistisch ebenfalls vergleichbaren, hinsichtlich der an den Tag gelegten Qualität, Glaubwürdigkeit und Einzigartigkeit aber in einer ganz anderen Liga spielenden Bands wie DREAMTALE oder ORATORY waren die Italiener hier jedenfalls noch weit, weit entfernt. So kann das Album nur für absolute Genre-Liebhaber empfohlen werden, die nichts gegen eine Extra-Portion Kitsch respektive Pop-Pathos einzuwenden haben – und darüber hinaus noch über einen ungünstigen Leadgesangspart sowie eine vergleichsweise lieblos erscheinende Präsentation hinwegsehen können.

Absolute Anspieltipps: MOONCHILD


„Ambitioniert, aber: zu viel Kitsch, zu viele Vergleichsmöglichkeiten zu hochkarätigeren Bands – und ein problematischer Leadgesang.“

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