Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: SABATON – Coat Of Arms (2010)

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Alben-Titel: Coat Of Arms
Künstler / Band: Sabaton (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 21. Mai 2010
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Nuclear Blast

Alben-Lineup:

Joakim Brodén – Vocals
Pär Sundström – Bass
Rikard Sundén – Guitars
Oskar Montelius – Guitars
Daniel Mullback – Drums
Daniel Mÿhr – Keyboards

Track-Liste:

1. Coat of Arms (03:35)
2. Midway (02:29)
3. Uprising (04:55)
4. Screaming Eagles (04:07)
5. The Final Solution (04:56)
6. Aces in Exile (04:22)
7. Saboteurs (03:15)
8. Wehrmacht (04:14)
9. The White Death (04:10)
10. Metal Ripper (03:50)

Die Anthithese zum Mantel des Schweigens.

Eigentlich ist es noch gar nicht so lange her, dass die schwedische Kriegsmaschinerie der Marke SABATON für ein knackiges Studioalbum sorgte. Schließlich erschien das für die energischen Power Metaller typische und entsprechend wuchtige, dabei auch angenehm an die Anfangszeiten der Band erinnernde THE ART OF WAR (siehe Review) erst 2008 – wobei es auch jetzt noch das Zeug hat, entsprechend lange nachzuhallen. Doch spätestens seit der Veröffentlichung von METALIZER (siehe Review) – dem eigentlichen Debütalbum der Band, welches einige Jahre zurückgehalten wurdE – läuft es bei SABATON wie am Schnürchen. Zumindest was die eingefleischte Fanbase, den allgemeinen Bekanntheitsgrad und die Frequenz des neu veröffentlichten Materials angeht.

COAT OF ARMS ist das nunmehr fünfte Studioalbum der Schweden, und gleichzeitig das erste welches unter dem neuen Label Nuclear Blast erscheint – bei dem SABATON seit 2010 unter Vertrag stehen. Ein noch größerer Erfolg – und sicher auch in finanzieller Hinsicht – ist ihnen damit schon so gut wie sicher. Doch was hat das neue Album tatsächlich zu bieten ? Setzen SABATON weiterhin auf ihre typische Spielart und die recht spezifischen Inhalte zum übergeordneten Themenfeld des Krieges, oder probieren sie etwas gänzlich neues aus ? Und, was eventuell noch wichtiger ist: werden sie langsam müde, oder legen sie nach dem Paukenschlag in Form des mächtigen THE ART OF WAR sogar noch einen drauf ?

Sicher werden die Antworten auf diese Fragen ja nach persönlicher Facón unterschiedlich ausfallen. Fest steht aber, dass sich durchaus etwas getan hat am allgemeinen SABATON-Sound – erst recht im direkten Vergleich mit den Vorgängern. Ob dies am Label-Wechsel oder dem Hunger nach einem noch größeren Einfluss in der Metal-Welt liegt, sei einmal dahingestellt. Immerhin: die spür- und hörbar erleichterte Zugänglichkeit spräche dezent dafür, wie auch die Tatsache dass COAT OF ARMS insgesamt hymnischer und eingängiger klingt als jedes andere bisherige SABATON-Album.

Hier muss man dann tatsächlich selbst entscheiden, ob man einer Entwicklung wie dieser offen gegenübersteht oder eben nicht. Anders gesagt: wer sich von SABATON hier eine völlig neue musikalische Facette oder eine härtere Marschrichtung gewünscht hat, wird eher enttäuscht – wer dagegen schon immer auf der Suche nach besonders hymnischen Momenten innerhalb der Musik der Schweden war, wird nichts zu meckern haben. Im Gegenteil; schließlich erhöhen SABATON nicht nur das Aufkommen ihrer typischen Soundelemente seitens des Keyboards oder ihrer hervorragend funktionierender Mitsing-Refrains – sondern auch das allgemeine Tempo. Sicher, eher schnelle Nummern gab es auch schon auf den vorherigen Alben – doch mit einem Dauerfeuer der Marke SCREAMING EAGLES erreichen sie diesbezüglich ganz neue Sphären.

Bei eben jenem Titel handelt es sich gleichzeitig auch um einen der klar erkennbaren stärkeren respektive interessanteren des Albums – denn die Kehrseite der gesteigerten Hymnen-Tauglichkeit bleibt die bereits angedeutete Vereinfachung des musikalischen Konzepts. Eine unter Umständen dezente, aber dennoch. Nummern wie UPRISING, ACES IN EXILE, SABOTEURS oder WEHRMACHT beispielsweise klingen schlicht nicht sonderlich spektakulär oder aufregend; zumal sie sich allein schon von ihren Strukturen her sehr ähneln. Aber das ist leider noch nicht alles, denn: wenn man es darauf anlegt, könnte man behaupten dass nur der Opener COAT OF ARMS als typisch-schmackige SABATON-Hymne; das bereits erwähnte SCREAMING EAGLES sowie eventuell das einfache aber ordentliche WHITE DEATH wirklich gänzlich vor Kritik gefeit sind.

Die ersten deutlicheren Probleme beginnen schließlich schon bei MIDWAY, dass eigentlich nur durch seinen stampfenden Rhythmus und die schroffen Gitarren zu gefallen weiß. Doch der teilweise mit einem merkwürdigen Verzerr-Effekt versehene Leadgesang, der vergleichsweise schwache Refrain sowie der dieses Mal in einer wirklich sehr auffälligen Weise auf simpel getrimmte Inhalt stören hier klar den Fluss. In einer etwas anderen, dafür ganz ähnlich argen Art und Weise trifft es dann THE FINAL SOLUTION, welches schlicht zu merkwürdig klingt und vor allem wirkt; als das man Gefallen daran finden könnte. Mit ein Grund hierfür sind sicher die der Band hier überraschenderweise völlig abhanden geratene Emotionen, was letztendlich in einer kuriosen Aufstellung von zusammengetragenen Fakten und einem schlicht falsch klingenden, man will nicht sagen geschmacklosen Refrain mündet. Da hat 40-1 vom Vorgänger noch wesentlich besser funktioniert. Der Rausschmeißer METAL RIPPER ist dagegen stimmig, aber eben auch nicht mehr als ein Gimmick.

Schlussendlich: wie schon die Vorgänger bleibt COAT OF ARMS vor allem handwerklich über viele Zweifel erhaben. SABATON verstehen ihr Handwerk, und auch die jeweils verantwortlichen für den Sound machen einen guten Job. Ebenfalls hervorzuheben ist, dass auch COAT OF ARMS eine handvoll typischer SABATON-Übernummern beherbergt – Nummern, die direkt ins Ohr gehen und dort auch noch eine Weile bleiben. Wesentlich weniger glanzvoll ist wiederum die Tatsache, dass es SABATON dieses Mal in vielerlei Hinsicht deutlich simpler halten – und die gesteigerte Zugänglichkeit zu Lasten des Dauerschleifenpotentials geht. Fans können und werden natürlich trotzdem zugreifen – sollten sich aber darauf einstellen, dass das Album einen nicht ganz so bleibenden Eindruck hinterlässt wie die Vorgänger.

Absolute Anspieltipps: COAT OF ARMS, SCREAMING EAGLES, ACES IN EXILE, SABOTEURS


70button

„Ein noch solides Album mit einigen Aussetzern, die nicht hätten sein müssen.“

1 reply »

  1. Nach viel zu langer Zeit der Stille meld‘ ich mich dann auch mal wieder.
    Zusammen mit The Art of War das Album, durch das ich zu Sabaton gefunden habe – also wie schon zuvor hochgradige Nostalgiebrillengefahr, auch wenn ich mich bemühen werde, es auf einem Minimum zu halten.

    Coat of Arms: Meiner Meinung nach ein Lied, das man live gesehen haben muss, um es wirklich wertschätzen zu können. Für mich persönlich nicht wirklich verdient der Titeltrack, aber nichtsdestotrotz ein gutes Lied, nachdem man sich ein bisschen „reingehört“ hat.

    Midway: Tatsächlich einer meiner Favoriten, trotz der objektiv wenig abwechslungsreichen Umsetzung. Das Lied hat einfach irgendwas, das mich jedes Mal aufhorchen lässt, wenn meine Zufallsplaylist es ausspuckt.

    Uprising: Je nach Laune irgendwo zwischen 1.5 und 9.5. Wenn ich in der richtigen Stimmung bin, genieße ich jede Sekunde davon, wenn ich in der falschen Stimmung bin, bin ich kurz davor, es aus jeder Playlist rauszuwerfen.

    Screaming Eagles: Das meines Erachtens mit Abstand beste Lied des Albums, und eins der besten Sabaton Lieder überhaupt. Mehr kann ich dazu eigentlich wirklich nicht sagen.

    The Final Solution: Wäre es nicht unter den ersten Liedern gewesen, die ich jemals von Sabaton gehört habe, würde ich deiner Wertung vermutlich zustimmen – so betrachte ich es aber alsangenehme Abwechslung und Dauermitglied in Balladenplaylists.

    Aces in Exile: Lange Zeit von mir weitgehend ignoriert, ist es seit neustem eines meiner Lieblingsstücke des Albums. Perfekt zum Mitsingen und allein schon wegen dem Thema für Flugspiele jeglicher Art fast schon verpflichtend.

    Saboteurs: Solides, aber unspektakuläres Lied. Wenn ich nicht beim Schreiben nach der Tracklist vorgehen würde, hätte ich es vermutlich vergessen ^^

    Wehrmacht: Für mich als Fan von schwereren Liedern (und von meinen Bekannten sehr treffend „Panzerfetischist“ genannten) einer meiner absoluten Favoriten.

    White Death: Zusammen mit Aces in Exile auf Platz zwei des Albums, in diesem Lied stimmt (für mich zumindest) einfach alles.

    Metal Ripper: Meiner Meinung nach eines der enttäuschendsten Lieder von Sabaton, obwohl eigentlich alle Vorraussetzungen für ein gtes Lied erfüllt sind, fehlt mir irgendwas, um es wirklich genießen zu können.

    Bonustracks:

    Coat of Arms/Metal Ripper/White Death instrumental: sind halt Instrumentals, was will man groß dazu sagen, was nicht schon bei der Version mit Text erwähnt wurde 😀

    Abschließend gebe ich dem Album eine 8.5 oder 9.0, trotz einiger Schwächen immer noch jedes Mal eine Freude zu hören.

    Favoriten: Screaming Eagles, White Death, Aces in Exile, Wehrmacht, Midway

    Gefällt 1 Person

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