Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: RUINS OF ELYSIUM – Daphne (EP, 2016)

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Alben-Titel: Daphne (EP)
Künstler / Band: Ruins Of Elysium (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 17. Mai 2016
Land: Brasilien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Filipe Câmara – Bass
Marcelo França – Drums
Vincenzo Avallone – Guitars
Drake Chrisdensen – Vocals (tenor)
Tamar van der List – Guitars

Track-Liste:

1. Daphne (10:21)
2. The Greatest Jubilee (04:39)
3. No You’re Not (04:07)
4. Lavender (Daphne version) (05:07)
5. Largo al Factotum (04:33)
6. Crusader (06:56)
7. Epilogue: Meadows of Elysium (03:49)

Das Streben nach Perfektion.

Denkt man zurück an das Power Metal-Jahr 2014, so war die PRINCE-EP von RUINS OF ELYSIUM (Link zum Review) klar eine der unerwartet positiven Überraschungen. Schließlich schaffte es die in Brasilien beheimatete Combo mit gerade einmal drei unscheinbaren Titeln, die Aufmerksamkeit der Hörer nachhaltig zu erhaschen. Dafür war indes nicht allein der angenehm düster-symphonische Anstrich sowie das an KAMELOT erinnernde erzählerische Potential verantwortlich – sondern vor allem die Darbietung des hiesigen Leadsängers Drake Chrisdensen. Auch wenn es generell etwas müßig ist über die Vor- und Nachteile eines klassischen Tenors im Bereich des Power Metal zu sinnieren (was kürzlich erst beim Review der neuen ETERNUS-EP geschehen ist), schaffen Bands wie RUINS OF ELYSIUM so schon einmal eines: sie stechen aus der Masse hervor; und bieten den geneigten Genre-Enthusiasten eine von vielen Möglichkeiten, einige eventuell noch unbekannte Facetten des Genres zu entdecken.

Eine solche Abenteuerreise kann man nun auch auf und mit DAPHNE erleben, der dieses Mal sogar ganze 7 Titel starken EP. Fest steht dabei recht schnell, dass RUINS OF ELYSIUM tatsächlich das Zeug dazu haben in ihrer ganz eigenen Genre-Nische des symphonischen Power Metals Erfolg zu haben. Eine Nische, die sich unter anderem durch den Einsatz üppiger Orchestrierungen, eine vergleichsweise ernst und theatralische Atmosphäre sowie eben den klassischen Tenor-Gesängen definiert. Aktuell sind den Brasilianern eigentlich nur ETERNUS auf den Fersen – doch scheint es, als hätten RUINS OF ELYSIUM momentan klar die Nase vorn. Und das vor allem einen Grund: DAPHNE klingt über weite Strecken nicht so, als handelte es sich um ein Experiment. Vielmehr spürt man das glaubwürdige Engagement der Band, und droht gerade in emotional ausufernden Kompositionen wie THE GREATEST JUBILEE zu versinken. Auch die Symbiose der typischen Elemente des Power Metal mit der Leadstimme von Drake Chrisdensen scheint in diesem Fall besser zu funktionieren als anderswo – die Eingewöhnungszeit ist jedenfalls verdächtig kurz.

Allerdings muss man weiterhin genau darauf schauen, wie mit den entsprechenden Vorteilen der Band umzugehen ist. Das ungewöhnliche aggressive NO YOU’RE NOT beispielsweise schneidet bei weitem nicht so gut ab – auch wenn die Band offenbar darauf bedacht war, sich einmal von einer ganz anderen Seite zu zeigen. Und: sicher kann ein Drake Chrisdensen so einiges – aber mit dem deutlich zu klassischen und überdrehten LARGO AL FACTOTUM droht die Band, sich dezent der Lächerlichkeit preiszugeben. Und das muss nicht sein – hier hätten sich andere Stücke sicher besser geeignet. Alles in allem ist die DAPHNE-EP trotz eben jener schwächeren Momente recht ansehnlich ausgefallen – vor allem aber macht sie macht Lust auf mehr. Vielleicht veröffentlicht die Band in naher Zukunft ja tatsächlich ein Studioalbum – welches dann hoffentlich einwandfrei produziert ist dem im besten Fall auch ein für die Band passendes Konzept zugrunde liegt.

Absolute Anspieltipps: DAPHNE, THE GREATEST JUBILEE, LAVENDER, EPILOGUE


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„Wenn es mal wieder etwas anderes sein soll.“

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