Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: IRON SAVIOR – Dark Assault (2001)

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Alben-Titel: Dark Aussault
Künstler / Band: Iron Savior (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 06. März 2001
Land: Deutschland
Stil / Genre: Speed / Power Metal
Label: Noise Records

Alben-Lineup:

Jan-Sören Eckert – Bass
Thomas Nack – Drums, Percussion
Andreas Kück – Keyboards
Piet Sielck – Vocals, Guitars
Joachim „Piesel“ Küstner – Guitars
Kai Hansen – Guitars, Vocals

Track-Liste:

1. Never Say Die (05:32)
2. Seek and Destroy (03:45)
3. Solar Wings (04:33)
4. I’ve Been to Hell (04:05)
5. Dragons Rising (06:24)
6. Predators (03:54)
7. Made of Metal (06:58)
8. Firing the Guns (04:42)
9. Eye of the World (05:18)
10. Back into the Light (05:52)
11. After the War (06:18)
12. Delivering the Goods (Judas Priest cover) (03:59)

Mit den Mächten des bösen ist nicht zu spaßen.

IRON SAVIOR ist eine jener berühmt-berüchtigten Power Metal-Genrecombos, mit der seit ihrer Bandgründung im Jahre 1996 kontinuierlich zu rechnen ist. Sicher auch, da man die Abfolge der Veröffentlichungen stets knapp hielt, speziell um die Jahrtausendwende herum ordentlich abliferte – und die quasi-Grundsteinlegung so einen nachhaltigen Eindruck hinterließ. Tatsächlich sind vor allem das Debütalbum aus dem Jahre 1997 (Review) und dessen Nachfolger UNIFICATION (Review) zeitlos gute Genre-Alben geworden, die bis heute nachhallen. Lange Zeit schien es, als könnte kaum etwas markant schief laufen im Hause IRON SAVIOR – zumindest solange man auch weiterhin mit einem ähnlichen Engagement, mit einer ähnlich überzeugenden Kraft und Glaubwürdigkeit auftreten würde. Doch wie man weiß, hält so gut wie nichts ewig – sodass das vorliegende dritte Album DARK ASSAULT durchaus mit gemischten Gefühlen zu betrachten ist. Zwar ist hier keinesfalls von einem Reinfall zu sprechen, doch sollte man gewisse Ermüdungserscheinungen eben auch nicht ignorieren – und das bei einem Album, welches im Jahre 2001 veröffentlicht wurde und damit so gesehen das neue Jahrtausend für IRON SAVIOR einläutete.

Zuallererst fällt auf, dass DARK ASSAULT insgesamt deutlich weniger kraftvoll und temporeich klingt als die Vorgänger; oder anders gesagt: IRON SAVIOR schienen den Speed Metal nun eher außen vor zu lassen, und sich stattdessen mehr auf einen melodischen Power Metal zu fokussieren. Das ist nicht schlecht und zeugt von der Bereitwilligkeit, sich zu verändern oder gar weiterzuentwickeln – doch verständlicherweise hat das Album so einen deutlich weniger zupackenden, direkt fesselnden Effekt. Auch das sagt noch nicht viel aus, schließlich lohnt es sich oft einem Release Zeit zu geben und es in mehreren Durchläufen für sich zu entdecken. Doch gibt es noch mehr, was IRON SAVIOR hier – und erstmals – nicht wirklich gelungen ist. Zunächst wäre da der Fakt zu nennen, dass das Album trotz der etwas anderen; wenn man so will bodenständigeren Soundausrichtung noch immer stark an die Vorgänger erinnert – IRON SAVIOR haben es demnach verpasst, ihrem Sound etwas neues abzugewinnen, ein Wiederholungseffekt könnte sich bereits jetzt und mit dem dritten Album einstellen.

Wobei, ganz stimmt das nicht – denn tatsächlich gibt es vor allem eine markante Änderung, und die bezieht sich auf das Drumming. Dabei scheint die Tatsache, dass Dan Zimmermann (FREEDOM CALL) von Thomas Nack (GAMMA RAY) abgelöst wurde; gar nicht mal ausschlaggebend – vielmehr ist der allgemeine Sound der Drums, an dem geschraubt wurde. Und das zum Nachteil von IRON SAVIOR – Double-Bass-Attacken wie in SEEK AND DESTROY können so zu einer echten nervlichen Zerreißprobe werden. Woran genau es liegt, bleibt schwer zu sagen – doch klingen die Drums nun deutlich; man nenne es maschineller – und auch bassiger. Vielleicht wollte man etwas mehr Druck erzeugen, was sich eigentlich hätte erübrigen sollen in Anbetracht der ohnehin schon furiosen Wirkung eines Vorgängers wie UNIFICATION – un überhaupt, warum man stattdessen nicht einfach den Bass-Part von Jan-Sören Eckert aufgewertet hat bleibt ein Rätsel. Denn der ist nach wie vor kaum zu hören; mit Ausnahme von einzelnen Sektionen wie dem Auftakt zu BACK INTO THE LIGHT versteht sich. Davon abgesehen fallen Produktion und Abmischung aber wie gewohnt qualitativ aus.

Und auch die einzelnen Mitglieder machen einen guten Job – allen voran Kai Hansen (der erneut Gitarre spielt und hie und da mitsingt) und Multi-Talent Piet Sielck, der sich neben dem Leadgesang für alle Sound-relevanten Aspekte des Albums verantwortlich zeichnet. Doch wie es eben so ist – so überraschend, oder gar überragend wie auf den Vorgängern wirken sie auf DARK ASSAULT nicht mehr. Eher überwiegt das Gefühl, als hätte sich vieles eingespielt – oder ist schlicht Routine geworden. Und so wirkt das Album entsprechend kühl, sowohl in emotionaler wie auch inhaltlicher und musikalischer Hinsicht – zu kühl für die sonst so feurigen IRON SAVIOR. Erst gegen Ende, das heißt in etwa mit den letzten vier Nummern schöpft man noch einmal aus dem Vollen – was leider etwas zu spät kommt, das Album aber durchaus in gewisser Weise rettet.

Absolute Anspieltipps: EYE OF THE WORLD, BACK INTO THE LIGHT, AFTER THE WAR


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„Die erste vielleicht auch qualitative Verschnaufpause.“

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