Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: SUNRISE – Absolut Clarity (2016)

sunrise-absolut-clarity_500

Alben-Titel: Absolute Clarity
Künstler / Band: Sunrise (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 19. Januar 2016
Land: Ukraine
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Laars – Drums, Vocals
Dervish – Bass
Sergii Matuschenko – Guitars
Eduard Sarkits – Drums
Marat Adiev – Keyboards

Track-Liste:

1. Tower of Fear (04:49)
2. Star Ocean (04:09)
3. Live in Peace (04:58)
4. Prayer for You (04:37)
5. Reality of Dreams (03:40)
6. What You Have Done (04:19)
7. When Here Comes the Night (04:28)
8. The Angel (04:58)
9. Hope and Pray (03:49)
10. Thunder in the Distance (04:08)

Klares Statement oder doch nur ein frommer Wunsch ?

Die Ukrainischen Power Metaller von SUNRISE sind hierzulande nicht unbedingt bekannt, gelten bei einigen aber als hochkarätiger Geheimtipp – vor allem wenn es um das zweite, 2009 erschienene Studioalbum der Band geht. In der Tat stellte TRUST YOUR SOUL die mannigfaltige Entwicklung der Band um Frontmann Konstantin Naumenko perfekt dar, und war kaum noch mit dem vergleichsweise ungeschliffenen Debütalbum LIBERTY zu vergleichen. Doch dann wurde es plötzlich verdächtig still um die Band. Gut also; dass 2011 doch noch eine unerwartete Single mit dem Titel HOPE AND PRAY erschien, die man als kleines Lebenszeichen werten konnte. Etwas merkwürdig war dann nur, dass die zwei Jahre später erschienene, gleichnamige und auf 100 Stück limitierte EP noch einmal die Titel der Single enthielt – sowie eine weitere eher überflüssige Cover-Version und zwei Musikvideos für eingefleischte Fans. Nun aber heißt es Aufatmen, denn es ist endlich da – das lang erwartete dritte, verheißungsvoll betitelte ABSOLUTE CLARITY.

Je nach Facón und Vorwissen könnte auf die erste Freude aber auch ein dezentes Gefühl der Ernüchterung eintreten: mit LIVE IN PEACE und HOPE AND PRAY werden die bereits 2011 präsentierten Titel dem Hörer schon zum dritten Male nahegelegt. Dass sie neu (aber eben nicht wesentlich besser) eingespielt wurden, fällt kaum ins Gewicht – sodass man letztendlich nur 8 neue Nummern erhält. Und die sind dann ebenfalls mit einem dezent gemischten Gefühl zu betrachten. Sicher verstehen SUNRISE ihr Handwerk, haben mit Konstantin Naumenko einen Frontmann mit einem hohen Wiedererkennungswert – und für eine unabhängige Eigenproduktion klingt ABSOLUTE CLARITY allemal ordentlich. Doch reicht die hier dargebotene Kost auch nicht über gängige Genre-Standards hinaus. Im direkten Vergleich klingen SUNRISE sogar relativ schwach: der stark Riff-orientierte, klare und saubere Soundeindruck inklusive des hohen Leadgesangs und teilweise auch den inhaltlichen Bezügen erinnert hier interessanterweise leicht an das Werk der US-Amerikaner von THEOCRACY. Nur, und das ist der markante Unterschied: in einer deutlich kraftloseren und ausdrucksschwächeren Version, die kaum Dramatik oder Spannung erzeugt.

Neben den beiden bereits zur Genüge bekannten Nummern LIVE IN PEACE und HOPE AND PRAY finden sich so schnell einige weitere potentielle Negativ-Highlights; wie etwa das balladeske PRAYER FOR YOU – das vor allem gesanglich merkwürdig schief klingt und bis auf den gut gespielten, hervorgehobenen Bass wenig interessantes zu bieten hat. Das gilt auch für das recht unspektakulär vor sich hintreibende REALITY OF DREAMS, bei dem man geneigt ist an das frühere Album TRUST YOUR SOUL zu denken – und sich selbiges sich ganz schnell in den CD-Player wünscht. Die restlichen Titel machen es gewiss nicht schlechter, aber eben auch nicht viel besser (man lausche nur einmal dem Keyboard in WHEN HERE COMES THE NIGHT) – das berühmt-berüchtigte Mittelmaß lässt grüßen. Insgesamt hätte man nach langen Wartezeit wohl mehr erwarten können. Anders gesagt: auf der Haben-Seite von SUNRISE lassen sich weiterhin das Gitarrenspiel, der Leadgesang sowie die weitestgehend solide Produktion verbuchen. Die Kehrseite der Medaille offenbart dagegen ein erschreckend langatmiges Songwriting, einstweilen deutlich zu künstlich-elektronische Ausstaffierungen und der Eindruck, dass es schlicht zu viele bessere Band-Alternativen gibt.

Absolute Anspieltipps: TOWER OF FEAR


50button

„Absolut mittelmäßig – und damit kein würdiger Nachfolger zu TRUST YOUR SOUL.“

Über Kommentare Freut Sich Jeder.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.