Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: SONATA ARCTICA – Reckoning Night (2004)

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Alben-Titel: Reckoning Night
Künstler / Band: Sonata Arctica (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 11. Oktober 2004
Land: Finnland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Nuclear Blast Records

Alben-Lineup:

Tony Kakko – Vocals
Jani Liimatainen – Guitars
Marko Paasikoski – Bass
Tommy Portimo – Drums
Henrik Klingenberg – Keyboards

Track-Liste:

1. Misplaced (04:42)
2. Blinded No More (05:33)
3. Ain’t Your Fairytale (05:26)
4. Reckoning Day, Reckoning Night… (03:21)
5. Don’t Say a Word (05:49)
6. The Boy Who Wanted to Be a Real Puppet (04:44)
7. My Selene (05:28)
8. Wildfire (04:36)
9. White Pearl, Black Oceans… (08:47)
10. Shamandalie (04:04)

Irgendwann kommt die Zeit der Abrechnung.

Die Finnischen Power Metaller von SONATA ARCTICA hatten bis 2004 schon ordentlich abgeliefert. Sowohl das Debütalbum ECLIPTICA (Review) als auch der Nachfolger SILENCE (Review) und WINTERHEART’S GUILD (Review) konnten als rundum gelungene und auch wichtige Genre-Alben gewertet werden – trotz sich gewiss anbietender Parallelen zu Bands wie insbesondere STRATOVARIUS. Mit RECKONING NIGHT, dem vierten offiziellen Studioalbum aus dem Hause der Finnischen Melodie-Schmiede sollte demnach nicht nur an die guten Vorgänger angeknüpft; sondern auch die Eigenständigkeit der Band weiter gefestigt werden. Und das ist SONATA ARCTICA zweifelsohne gelungen – was indes nicht heißt, dass das Album nicht mit gemischten Gefühlen zu betrachten wäre. Tatsächlich scheint es RECKONING NIGHT vor allem an Biss zu fehlen. Denn: auch wenn SONATA ARCTICA seit jeher als eine der vielleicht melodischsten Genre-Bands überhaupt fungieren, schien man dieses Konzept hier dezent auf die Spitze zu treiben.

So gut wie alle Nummern triefen nur so vor beschwingten Melodiebögen, einem massiven Keyboardeinsatz, süffigen Chören und der wie immer engagierten Performance von Leadsänger Toni Kakko. Sicher war das auch schon vorher so – doch speziell in diesem Fall hat man das Gefühl, als hätten sich SONATA ARCTICA ein wenig zu weit aus dem Fenster gelehnt. Stellvertretend dafür stehen Titel wie AIN’T YOUR FAIRYTALE oder das schon etwas bessere WILDFIRE – die instrumentell dezent überladen klingen und bis auf ein flottes Grundtempo und die nun deutlich variablere Gesangsdarbietung von Toni Kakko eigentlich verdächtig wenig zu bieten haben. Das gilt leider Gottes auch für viele der anderen Nummern, die allein aufgrund der hervorragenden handwerklichen Leistungen der Mitglieder zwar ein solides Grundgerüst haben; letztendlich aber etwas zu nichtssagend klingen (mit BLINDED NO MORE als Paradebeispiel). Selbst das Spiel mit verschiedenen Stimmungen wie in DONT SAY A WORD klingt hier deutlich zu ungalant – wie auch das merkwürdige WHITE PEARL, BLACK OCEANS.

Ein Grund dafür mag die relative Identitätskrise der Band gewesen sein – die sich bekanntlich später dafür entschied, deutlicher von der bisher gefahrenen Schiene abzuweichen. Wie so oft gilt dabei: wenn man quasi live bei einer solchen Entwicklung dabei ist, kann das dezent negative Auswirkungen auf das Hörerlebnis haben. Zumindest, wenn ein Album so unentschlossen und auch ansatzweise unausgegoren klingt wie RECKONING NIGHT. Wirkliche Highlights; sei es in Form alter Brecher die an die früheren SONATA ARCTICA erinnern, oder aber in Bezug auf das  etwas experimentellere neue Soundgewand wird man hier folglich vermissen. Es bleibt dabei: in Bezug auf die Produktion gibt es nichts zu mäkeln (wenn dann trifft es eher die Abmischung), das Handwerk der einzelnen Mitglieder lässt nach wie vor kaum Wünsche offen – aber es hapert bezüglich der an den Tag gelegten Konsequenz und Präsentation.

Absolute Anspieltipps: MISPLACED, SHAMANDALIE


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„Ein eindeutiges weder-noch-Album.“

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