Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: STRATOVARIUS – Eternal (2015)

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Alben-Titel: Eternal
Künstler / Band: Stratovarius (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 11. September 2015
Land: Finnland
Stil / Genre: Power Metal
Label: earMusic

Alben-Lineup:

Timo Kotipelto – Vocals
Matias Kupiainen – Guitars
Jens Johansson – Keyboards
Lauri Porra – Bass
Rolf Pilve – Drums

Track-Liste:

1. My Eternal Dream (06:04)
2. Shine in the Dark (05:05)
3. Rise Above It (04:26)
4. Lost Without a Trace (05:28)
5. Feeding the Fire (04:12)
6. In My Line of Work (04:19)
7. Man in the Mirror (04:43)
8. Few Are Those (04:11)
9. Fire in Your Eyes (04:15)
10. The Lost Saga (11:39)

Manchmal lohnt sich ein Blick zurück.

2015 ist wieder mal ein spannendes Jahr – vor allem natürlich, wenn es um die zahlreichen hochkarätigen Power Metal-Releases geht. Auch ETERNAL, das neue und mittlerweile sechzehnte Studioalbum der finnischen Power Metal-Institution STRATOVARIUS schickt sich dabei an, den diesjährigen Genre-Thron zu erklimmen. Was zweifelsohne kein allzu schwieriges Unterfangen darstellen sollte, denn einen wirklichen Nachbesserungsbedarf gab es nach dem sehr guten letztaktuellen Langspieler NEMESIS (Link) nicht wirklich. Umso lieber nimmt man alle Veröffentlichungen der Finnen an – schließlich haben sich STRATOVARIUS noch nie die Blöße gegeben; und das, obwohl sie seit Jahren kontinuierlich abliefern. Sicher, einige Alben waren schwächer als andere – aber im großen und ganzen gibt es keine Ausfälle in der Diskografie. Vielleicht ja auch, weil die Band seit jeher von allzu großen Experimenten abgesehen hat ?

So ist die Überraschung, die ETERNAL bereithält, auch keine wirklich große: STRATOVARIUS haben sich abermals auf ihre alten Stärken besinnt und einen klassischen Genre-Sound heraufbeschworen. Einen, der zwar nicht direkt an die Anfangszeiten der Band; aber doch an ihre Blütezeit in der Mitte der 90er Jahre erinnert – und schnell eine zeitlose Wirkung entfaltet. ETERNAL beinhaltet 10 vollwertige Titel, von denen einer auch wieder die 10-Minuten-Marke knackt. Endlich sollte man vielleicht sagen – hatten sich viele Fans wieder ein musikalisches Epos a’la STRATOVARIUS gewünscht, nachdem es auf NEMESIS eher ausgeblieben ist. Doch bevor es soweit ist, beginnt das Album erst einmal mit dem Opener MY ETERNAL DREAM – bei dem man sich nicht wundern muss, dass er als erste Video-Single ausgekoppelt wurde.

Schließlich liegt es geradezu auf der Hand: so frisch, energetisch und stilsicher klangen STRATOVARIUS schon lange nicht mehr. Der Clou ist, dass die Finnen es geschafft haben sowohl Elemente ihres früheren, schon damals sehr gut funktionierenden Sound-Outfits zu verwenden – als auch angenehm unverbraucht zu klingen. Das Ergebnis ist eine vor Energie strotzende Uptempo-Nummer mit tollen Riffs, grandiosen Keyboard-Parts, einem alles niederschmetternden Refrain und selbstverständlich einem abermals erstarkten Timo Kotipelto als Frontmann und Leadsänger. Gerade in Bezug auf ihn hätte es auch ganz anders laufen können – schließlich lieferte er erst kürzlich mit seiner Neben-Band CAIN’S OFFERING mehr als ordentlich ab. STORMCROW, das zweite Studioalbum der Band; erhielt eine Wertung von 9.5/10 Punkten (Link).

Offenbar war das aber kein Grund für ihn, sich zurückzulehnen – was man nur begrüßen kann. Positiv überraschend ist in diesem Zusammenhang auch, dass sich kein Wiederholungseffekt einstellt. STORMCROW und ETERNAL sind sich zwar dezent ähnlich, doch es gibt jeweils genügend Alleinstellungsmerkmale um beide Alben in ihrer ganzen Pracht genießen zu können. Pracht, das ist vielleicht auch das treffende Stichwort für die hier dargebotene musikalische Kost – die nicht nur rundum stilsicher, sondern auch wunderbar frisch; wenn nicht gar erhaben klingt. Vielleicht sollte man das auch von einer Band erwarten, die seit immerhin 20 Jahren im Geschäft ist – doch dass das beileibe keine Selbstverständlichkeit ist, zeigen genügend andere Releases.

Sei es der bereits erwähnte Ausnahme-Opener MY ETERNAL DREAM, das melodischeu nd refarin-starke SHINE IN THE DARK, das flotte RISE ABOVE IT, das leicht balladesk angehauchte LOST WITHOUT A TRACE oder das trotz der vordergründigen Keyboard-Elemente angenehm schmackig klingende FEEDING THE FIRE – Lückenfüller finden sich keine, auch nicht in der zweiten Alben-Hälfte. Eine dezent schmälernde Feststellung ist dann aber doch noch zu treffen. STRATOVARIUS liefern auf ETERNAL verdammt ordentlich ab – und dennoch ist man nicht geneigt die volle Wertung aus dem Ärmel zu schütteln. Dafür fehlt es dem Album vor allem gegen Ende an Schmackes; an Nummern die markant hervorstechen. Hier scheint dann doch eher die sichere Schiene gefahren worden zu sein. Die Aufgabe der völligen Zufriedenstellung der Hörerschaft erfüllt die Band dann erst wieder mit dem überlangen Rausschmeißer THE LOST SAGA – bei dem es sich im wahrsten Sinne des Wortes um eine wunderbar nacherzählte Sage, oder auch ein fulminantes Epos in Musikform handelt.

Eines scheint jedenfalls bereits jetzt festzustehen: wer, wenn nicht Timo Kotipelto sollte dieses Jahr den heiß umworbenen Genre-Thron erobern ? Ob nun mit dem bereits vorgelegten STORMCROW seiner Partner-Band CAIN’S OFFERING (was wahrscheinlicher ist), oder aber mit dem fulminanten neuen STRATOVARIUS-Album ETERNAL – die Chancen stehen verdammt gut. Vor allem Fans der früheren STRATOVARIUS werden sich hier kaum satt hören können und sich freuen, dass die Band nach all den Jahren ihrem Sound weiterhin treu bleibt. Denn was hilft alles experimentieren und verbiegen, wenn man genauso gut bei seinen ursprünglichen Stärken bleiben könnte ? Der einzige Einwand wäre, dass das Ganze trotzdem frisch und unverbraucht klingen muss – doch das haben STRATOVARIUS mit ETERNAL zweifelsohne geschafft; zumindest über weite Strecken.

Absolute Anspieltipps: MY ETERNAL DREAM, SHINE IN THE DARK, FEEDING THE FIRE, THE LOST SAGA


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„Ein heißer Anwärter auf den diesjährigen Genre-Thron – wären da nicht noch CAIN’S OFFERING.“

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