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Neue Botschaft Von Hideaki Anno Zum Thema EVANGELION & GODZILLA

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Und schon wieder gibt es Neuigkeiten.

Analog zu den vielen aktuelleren EVANGELION-News (wie in Bezug auf die Remastered-Version der Original-Serie oder alles was EVANGELION 4.0 betrifft) hat sich nun auch wieder einmal Hideaki Anno selbst zu Wort gemeldet. Problematisch ist nur, dass er sich wohl hauptsächlich an seine Landesgenossen (das heißt, die japanischen Fans) wendet. Die aktuelle Meldung findet sich auf der offiziellen Webseite von Evangelion – und bleibt somit wie so gut wie alles andere EVA-relevante rein Japan-exklusiv. Bis sich diesbezüglich etwas ändert (was zu hoffen, aber wohl eher unwahrscheinlich ist), muss man sich selbst helfen – wie auch in Bezug auf die folgende selbst erstellte Übersetzung. Es gilt der Hinweis, dass möglicherweise nicht alles akkurat und zu 100 Prozent mit den Gedanken von Hideaki Anno übereinstimmt. Aber wie sollte das auch möglich sein…

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Hideaki Anno kommentiert seine neuen Filme EVANGELION 4.0 und GODZILLA (01.04.2015)

Im folgenden geht es um das, was ich versuche auf die Beine zu stellen – und um die Dinge, auf die viele von euch warten. Auch werde ich erklären warum ich mich dazu entschieden habe, einen ganz bestimmten Blockbuster zu drehen…

Dezember 2012. Nach der Veröffentlichung von EVANGELION 3.0 befand ich mich in einer Sinneskrise. Man kann es nennen wie man will – vielleicht war es auch eine Form der Depression. Aber dafür dass es ganze 6 Jahre dauerte bis sich der Welt ein neuer EVANGELION-Teil offenbart hat; war es vielleicht auch irgendwie angemessen.

2013 war ebenfalls ein eher merkwürdiges Jahr. Auch hier überfielen mich einige negative Schwingungen. Es kam mir vor, als wäre ich nicht viel mehr als ein bloßer Repräsentant des Franchise; und konnte nicht einmal mehr das Studio betreten – das Studio, welches ich einst mit soviel Arbeit überschüttet hatte. Dennoch hielt ich die Verbindungen zu meinen Freunden und der Welt aufrecht, ich half wo ich nur konnte – allerdings ohne meine Erschöpfung auskurieren zu können. Ich war nach wie vor vielerorts eingebunden, doch versank in einer Art negativer mentaler Stase.

In der Zwischenzeit ging ich sogar vielen Leuten gehörig auf die Nerven. Aber durch die Unterstützung meiner Frau und meiner Freunde schaffte ich es nach wie vor, ein Teil dieser Welt zu bleiben. Auch die Zusammenarbeit mit Hayao Miyazaki hatte mich derweil positiv beschäftigt, sowie die Unterstützung meiner alten und neu hinzugewonnenen Fans – die dazu führt, dass sich meine Gedanken nach wie vor rund um das Thema Anime drehen. Neben der Hilfe an einer Serie, die von guten Freunden umgesetzt wird; konnte ich mich zudem auf meine Vorliebe für außergewöhnliche Special Effects besinnen.

Im selben Jahr im November war ich außerdem mit der Planung eines anderen Animes beschäftigt, was meine ursprüngliche Freude am Genre zweifelsohne wiedererweckte. Ich musste einfach auch selbst wieder zur Arbeit an Animes zurückkehren; vermutlich war es das wonach ich mich die letzte Zeit so sehnte. Gleichzeitig aber ließ ich dem Studio einen größtmöglichen Freiraum, sie sollten sich nicht ausschließlich mit dem Thema Evangelion auseinandersetzen. Diese Gedanken wurden auch auf der japanischen Animations-Messe umgesetzt, da wir der Meinung waren dass dies unbedingt nötig ist.

Das Frühjahr des Jahres 2014. Endlich war ich wieder in der Lage, für längere Zeit ins Studio zurückzukehren. Durch die immerhin ein Jahr währende Reinigung meines geistigen Zustandes fand ich wieder zu meiner Passion. Das internationale Filmfest in Tokio (welches im Oktober desselben Jahres stattfand) zeigte einige meiner Arbeiten die ich während meiner Schulzeit realisiert hatte, und es war ein Genuss für mich auf diese Werke zurückzublicken.

Und nun schreiben wir das Jahr 2015. 20 Jahre nach der Original-Ausstrahlung von Neon Genesis Evangelion warten alle auf die Fertigstellung der Evangelion-Rebuild-Reihe; die schon jetzt in aller Munde ist. Meine Freunde und alle Anime-Fans unterstützen so gesehen meine Motivation, dieses Werk endlich zu vervollständigen. Ich sage es frei heraus: danke euch allen. Natürlich wünsche ich mir, dass alle auch die Zeit finden zur ersten Ausstrahlung des neuen Evangelion-Films zu kommen.

Aktuell arbeite ich auch noch an einem weiteren Projekt, welches grob gesagt mit bombastischen Special Effects zu tun hat. Die eigentlichen Arbeiten haben schon Ende Januar 2013 begonnen.

Genauer gesagt war es so: die Verantwortlichen von Toho hatten mich gefragt, ob ich der Regisseur eines neuen Godzilla-Films werden möchte. Doch zunächst konnte ich darauf nicht antworten, ich fühlte mich zu unsicher. Und auch die Gedanken an Evangelion 4.0 ließen mich kaum los. Dann aber ließ ich mich von der enthusiastischen Überzeugungskraft von Toho, und vor allem deren Vorstand Shinji Higuchi mitreißen. Noch im März desselben Jahres konnte ich mit den Arbeiten beginnen.

Mit meiner kontinuierlichen Arbeit am Special Effects Museum kann ich zudem anderen Künstlern einen Teil der Inspiration zurückgeben. Es ist wichtig den Geist dieses Museums zu verstehen, und seine eigentliche Intention zu unterstützen. Manche Dinge kann man nicht nur tun, man sollte sie jetzt tun – man betrachte es als Herausforderung. Nicht nur in Bezug auf Evangelion, sondern auch in Bezug auf neue Werke.

Im Mai desselben Jahres nahm das Ganze dann genauere Züge an. Und im Juni desselben Jahres schickte ich einen ersten groben Gedanken-Entwurf an Toho, und begann auch am grundsätzlichen Plot des Films zu schreiben.

Die Welt des fantastischen, auf die ich mich nun beziehe ist die von Godzilla. Einer Figur, die aber nicht nur fantastisch ist sondern auch als eine Art Spiegelbild für die Gesellschaft fungiert. Im heutigen Japan ist das zweifelsohne ein mutiges Unterfangen. Ehrlich gesagt sind die Produktionskosten und die benötigte Zeit für ein solches Projekt aber vor allem in Japan eher gering, besonders wenn man die hiesige Filmindustrie mit der internationalen vergleicht. Der Film wird kommen, ich hadere noch mit den Inhalten, und weiß noch nicht genau wo ich die Grenze ziehen werde.

Aber so stolz ich auch jetzt schon auf den neuen Film bin, so spaßig die Arbeiten sind – sie beeinflussen auch meine Sichtweise auf Evangelion. Ich will einfach, dass beide Werke so gut wie möglich werden; und auch wenn momentan noch diverse Dinge nicht ganz entschieden sind, wird man am Ende ein Ergebnis erhalten.

Das Leben ist facettenreich und hat immer gute und schlechte Seiten. Wie gut ein mit Special Effects geladener Film wie dieser; der das heutige Japan in der ganzen Welt repräsentieren soll, aufgenommen werden wird bleibt abzuwarten. Ich hoffe jedenfalls auf ein größtmögliches Verständnis, und vielleicht auch die ganz natürlichen Vorteile des nächsten Frühlings.

Schlussendlich bedanke ich mich noch einmal bei allen Menschen die mich aktuell unterstützen, oder dies in Zukunft bereit sind zu tun.

Danke.

Hier noch einmal der Link zum originalen Artikel; wer einen besseren Übersetzungsvorschlag hat – nur her damit 😉

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