Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: DRAGONFORCE – Sonic Firestorm (2004)

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Alben-Titel: Sonic Firestorm
Künstler / Band: Dragonforce (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 19. April 2004
Land: England
Stil / Genre: Power Metal
Label: Noise Records

Alben-Lineup:

Herman Li – Guitars
Dave Mackintosh – Drums
Adrian Lambert – Bass
ZP Theart – Vocals
Vadim Pruzhanov – Keyboards, Piano, Guitars (acoustic)
Sam Totman – Guitars

Track-Liste:

1. My Spirit Will Go On (07:54)
2. Fury of the Storm (06:46)
3. Fields of Despair (05:25)
4. Dawn Over a New World (05:13)
5. Above the Winter Moonlight (07:31)
6. Soldiers of the Wasteland (09:45)
7. Prepare for War (06:15)
8. Once in a Lifetime (07:46)

Da hat sich aber jemand verbessert… oder war es perfektioniert ?

SONIC FIRESTORM ist das zweite Album der aus London stammenden Power Metaller von DRAGONFORCE. Dass es gerade einmal ein gutes Jahr nach dem Debüt VALLEY OF THE DAMNED (Review) erschien, ist in diesem Fall ein alles andere als schlechtes Zeichen: DRAGONFORCE haben keine Fließbandarbeit betrieben, sondern bereits in jener kurzen Zeit einiges dazugelernt und ordentlich an ihrem Sound gefeilt. Die Folge war ein Ergebnis, von dem man offenbar derart überzeugt war dass man es sogleich der ganzen Welt und der bereits etablierten Fan-Schar präsentieren musste. Was hier vielleicht etwas überheblich klingt, ist es indes nicht wirklich. Die investierte Arbeit, der unumstößliche Mut und der Drang , die Hörerschaft auch weiterhin mit einem ganz speziellen DRAGONFORCE-Sound zu beglücken; haben sich ausgezahlt.

Und wie – im direkten Vergleich mit dem Vorgänger ist DRAGONFORCE (und allen externen Verantwortlichen) noch einmal ein regelrechter Quantensprung gelungen. Nicht unbedingt was die Qualität des Songwritings oder die Handhabung der Instrumente betrifft; die ließ schon damals keine Wünsche offen – doch durch eine wesentlich druckvollere Produktion und eine bessere Abmischung kann sich auf SONIC FIRESTORM endlich und erstmals jener bombastische Eindruck entfalten, auf den die Band schon zuvor abgezielt hatte. Auch wirkt es nun so, als könnten sich die gesanglichen und instrumentalen Komponente vollständig das Wasser reichen – die jetzt durchaus gerecht erscheinende Abmischung bekommt beiden Seiten gut, und führt zu einem harmonischeren Ganzen.

Aber auch Leadsänger ZP Theart scheint noch einmal in sich gegangen zu sein um all seine Stärken heraufzubeschwören – die schon auf dem Debüt zu hören, aber nicht immer klar als solche zu identifizieren waren. Und noch etwas macht sich recht schnell bemerkbar: es hat sich einiges hinsichtlich der Drums getan, die auf dem Vorgänger eine gewisse Dynamik vermissen ließen. Nun aber, und mit Dave Mackintosh als neuem Trommler; gehört auch dieses Problem der Vergangenheit an. Die Drums auf SONIC FORESTORM klingen kraftvoll, organisch, und sogar recht variabel – auch wenn die schnelleren Parts dominieren, machen vor allem Stücke wie das durchaus epische ABOVE THE WINTER MOONLIGHT oder das längere SOLDIERS OF THE WASTELAND unendlich Laune. Schlicht, da hier nicht kontinuierlich aufs Gaspedal gedrückt wird – sondern nur an den gefühlt richtigen Stellen.

Während der Opener MY SPIRIT WILL GO ON super-solide ist – aber noch nicht allzu viel neues bietet und auch direkt dem Vorgänger entsprungen sein könnte – wird bereits im Folgetrack FURY OF THE STORM klar, dass DRAGONFORCE hier zu einer neuen Höchstleistung aufgefahren sind. Das Bestreben, eine extrem hohe Geschwindigkeit mit einem zutiefst melodischen Anspruch zu verbinden, wurde hier perfektioniert – auch, da man die perfekte Zutatenmischung herausgearbeitet hat. Eine Nummer wie diese ist schnell – aber auch nicht zu schnell, sodass beispielsweise der Drumming-Part organisch und lebendig bleibt und nicht nach der Arbeit einer Maschine klingt. Eine schönere Hymne hätte es nicht geben können – der pompöse Refrain rundet das Ganze wunderbar ab – ebenso wie die nach wie vor grandiosen, nun aber strukturierter wirkenden Gitarren-Intermezzi des DRAGONFORCE-Galionsfigurenduos Li und Totman. Somit können auch diese nun wesentlich besser im Gedächtnis bleiben, und selbst von Nörglern nicht mehr als sinnloses Geschredde abgetan werden.

Jene positiven Attribuierungen gelten indes für alle der vorhanden Titel – selbst für die Ballade DAWN OVER A NEW WORLD, die verständlicherweise weniger mit Geschwindigkeit als einem leicht andächtigen Anspruch aufwartet. Das funktioniert hier auch wesentlich besser als auf dem Debüt und mit STARFIRE – sodass die etablierte Abwechslung dieses Mal mit einem höher zu bewertenden Qualitätsfaktor einhergeht. Das macht sich auch in ONCE IN A LIFETIME bemerkbar, einem Titel; der die sinnige Weiterentwicklung von HEART OF A DRAGON vom Vorgängeralbum darstellt und in einem ganz ähnlich feucht-fröhlichem Gewand daherkommt.

Anders gesagt: spätestens mit SONIC FIRESTORM standen bei DRAGONFORCE alle Zeichen auf grün. Alle Schwächen des Debütalbums wurden endgültig ausgebügelt, selbst wenn es ohnehin nur kleinere waren – doch das Ergebnis wirkt so noch einmal um ein vielfaches eindrucksvoller. Die Tatsache, dass alle Mitglieder zum Zeitpunkt der Aufnahmen für das Album offenbar in ihrer Bestform waren, unterstützt den insgesamt rundum fulminanten Eindruck.

Absolute Anspieltipps: MY SPIRIT WILL GO ON, FURY OF THE STORM, ABOVE THE WINTER MOONLIGHT, ONCE IN A LIFETIME


95button

„Die Perfektion des DRAGONFORCE-Sounds.“

3 replies »

  1. Weil ich nicht weiß wohin damit… hab mal wieder einen Anspieltipp für Dich/Euch parat.

    Da du viele viele Power Metal Bands Reviews machst, kennst du eig. „White Skull“? Die haben um die Jahrtausendwende herum 2 Klasse Albem herausgebracht. „Tales From The North“ und „Public Glory, Secret Agony“. Falls du diese nicht kennst, höre mal rein.
    Anspieltipps daraus (Alben sind durchweg stark, schwer was rauszusuchen):

    Public Glory, Secret Agony Track 02: High Treason

    Tales From The North Track 04: Gods of the Sea

    And Now for Something Completely Different.

    erscheint die Tage (Preview bei DuRöhre): Skálmöld – Með Vaettum

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      • Und gib Skálmöld ne Chance, vielleicht machst von denen mal ein Review, auch wenns Viking Metal ist. Die haben 2013 ein geniales Konzert hingelegt mit über 150 beteiligten Musikern, 3 Chören etc. Unbedingt anhören, selbst wenn es 2 Stunden geht.

        Zu finden hier:

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