Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: SALAMANDRA – Twilight Of Legends (1999)

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Alben-Titel: Twilight Of Legends
Künstler / Band: Salamandra (mehr)
Veröffentlichungsdatum: Januar 1999
Land: Tschechien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Leviathan Records

Alben-Lineup:

Marek Lankočí – Keyboards
Dalibor „Panther“ Halamíček – Vocals
Karel Řepecký – Guitars
Pavel Slíva – Guitars
Aleš Klimša – Bass

Track-Liste:

1. Prelude (01:34)
2. With Gods On Their Side (04:14)
3. Misty Riders (05:16)
4. The Mourning (02:15)
5. Rise (04:30)
6. Royal Hearing (02:52)
7. Obstináví Animó (04:00)
8. Warriors (04:38)
9. Silent Memory (04:49)
10. War Is Over (03:26)
11. Twilight Of Legends (04:35)

Der Anbruch einer neuen Zeit ?

Es war einmal im Jahre 1999… als sich eine erst ein Jahr zuvor gegründete Power Metal-Combo erstmals zu Wort meldete. TWILIGHT OF LEGENDS lautete der Name ihres vielversprechenden Debüts – das insofern zusätzlich interessant erschien, als das SALAMANDRA als eine der wenigen Genre-Bands aus Tschechien stammen. Und tatsächlich: das hier enthaltene Material, welches in 11 Titel und in eine Gesamtspielzeit von knapp 42 Minuten gesteckt wurde; lohnt sich auch heute noch zu entdecken. Nicht nur, da SALAMANDRA sich mittlerweile tatsächlich als feste Genre-Größe etabliert haben und bereits ein Jahr nach TWILIGHT OF LEGENDS ein wahres Meisterstück als endgültigen Beweis ihrer Fähigkeiten ablieferten (SKARREMAR, Link) – sondern auch, da das frühe Schaffen von SALAMANDRA  bis heute nichts von seiner schier majestätischen Ausdruckskraft verloren hat.

Sicher, ganz so geschmeidig dargeboten ist das auf TWILIGHT OF LEGENDS präsentierte Liedgut noch nicht (zumindest nicht im Vergleich zum Nachfolger SKARREMAR) – doch zeigt es auf, welches Potential schon damals in der Band gesteckt hat. Als ersten, fast schon obligatorischen Abstrich muss man den Faktor der Produktionsqualität zu Rate ziehen – der für ein Debütalbum (übrigens unter Leviathan Records) schon recht anständig ist, aber eben noch etwas Luft nach oben lässt. Insbesondere das (leider computergesteuerte) Drumming, sowie die Abmischung der Chöre und die Lautstärke des Keyboards könnten so dezent negativ auffallen – wohingegen der handwerkliche Part, also die eigentliche Leistung der Mitglieder; keine Wünsche offen lässt. Ebenso wie die eigentlichen Titel, denen eine gewisse hymnentauglichkeit definitiv nicht abhanden kommt. Warum genau ein Release wie dieses im allgemeinen eher vernachlässigt wird, bleibt offen – zumindest braucht es die Konkurrenz zu anderen Ende der 90er-Jahre in Erscheinung getretenen Genre-Bands nicht zu scheuen.

Denn auch wenn rein Sound-technisch noch mehr drin gewesen wäre, an der Struktur der einzelnen Titel gibt es nichts zu drehen. Bereits der Opener WITH GODS ON THEIR SIDE erweist sich als überaus mächtig und druckvoll, brilliert mit einem starken Leadgesangspart – und wird durch den teils angenehmen mehrspurigen Gesang, das luftig-lockere Keyboard sowie zahlreiche Variationen aufgewertet. Jener abwechslungsreiche und unterhaltsame Anspruch ist es auch, der sich durch so gut wie alle folgenden Nummern zieht. Mal etwas härter und gradliniger wie in MISTY RIDERS (das kongeniale Keyboard-Elemente und ein majestätisches Solo enthält), mal überaus flott und mit zusätzlich epischem Einschlag wie in RISE, mal das Ganze Genre aufmischend wie in WARRIORS – stets ist eine enorme Portion Kraft mit von der Partie. Eine musikalische Kraft, die sich zweifelsohne auch auf den Hörer zu übertragen vermag, und das längst nicht nur aus Nostalgiegründen.

Der mitunter einzige potentielle Schwachpunkt sind wohl nur die sogenannten Zwischenspiele. Sei es das Intro PRELUDE mit seinem klischeebehafteten Schwerterklirren, das gesanglich etwas merkwürdig vorgetragene THE MOURNING oder das recht künstlich-gezwungen klingende ROYAL HEARING – hierbei handelt es sich um atmosphärische Einschübe die das Album auflockern sollen – die man aber erst auf SKARREMAR perfektionieren konnte. Dennoch: mit ihrem TWILIGHT OF LEGENDS lieferten die Tschechen von SALAMANDRA ein rundum gelungenes Debütalbum ab. Eines, das in gewisser Weise bereits perfekt ist – denn vor allem das Konzept und der enorme, man nenne es Vorwärtsdrang (sowohl der Band, als auch des Albums) sind beeindruckend. Lediglich die noch etwas schwachbrüstige Produktion, eine handvoll schwächerer Titel (vor allem die Interludes) und kleine Feinheiten (Chöre, Drumcomputer) verhindern eine höhere Wertung. Fans der Tschechen sollten aber in jedem Fall zuschlagen, sofern sie irgendwann einmal auf eine Rarität wie diese stoßen.

Absolute Anspieltipps: WITH GODS ON THEIR SIDE, MISTY RIDERS, RISE, SILENT MEMORY


80button

„Eine kleine, oftmals vergessene Metal-Perle.“

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