Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: FAIRYLAND (Fantasia) – Realm Of Wonders (2000)

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Alben-Titel: Realm Of Wonders
Künstler / Band: Fantasia / Fairyland (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 2000
Land: Frankreich
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Willdric Lievin – Drums, Bass, Vocals
Thomas Cesario – Guitars, Bass
Philippe Giordana – Keyboards

Track-Liste:

1. The Realm (01:13)
2. Ride with the Sun (05:05)
3. Doryan (00:43)
4. The Enlightened (04:54)
5. The King (02:06)
6. Holy Quest (06:29)
7. On the Path to Fury (05:08)
8. Lake of Tears (01:49)
9. Fight for Your King (06:14)
10. Cruel Death (04:51)
11. The Fellowship (06:13)
12. Lord (06:05)
13. The Army of the White Mountains (06:04)
14. Song for a Victory (04:22)

Es wareinmal im Land der Wunder…

Greifen wir einmal ganz tief in die Metal-Schatzkiste… und besehen das Erstwerk einer franzöischen Symphonic Power Metal-Combo, die bis dato noch FANTASIA hieß. Erst nach jener nunmehr legendären, im Jahre 2000 veröffentlichten Demo REALM OF WONDERS wurde die Band zu jener Genregröße, die man heute kennt: FAIRYLAND. Und dennoch besteht kein Grund, die frühe Vergangenheit der 1998 gegründeten Band zu leugnen, im Gegenteil – gerade für Fans eines Albums wie OF WARS IN OSYRHIA (siehe dazu der Platz des Albums in der Allzeit-Bestenliste) kann die Entdeckungsreise so manche Überrasschung bereithalten. Und da es in letzter Zeit verdächtig still um FAIRLAND geworden ist – bleibt einem als Fan ohnehin nicht viel anderes übrig als ein erneuter Blick zurück.

Ein Blick zurück auf alte Glanzzeiten – die in erster Linie in dem Moment begonnen haben, als man Eliza C. Martin als Leadsängerin verpflichtete. Oder etwa schon davor ? Schließlich ist auf dem vorliegenden REALM OF WONDERS noch der alte FANTASIA-Leadsänger Willdric Lievin (später bei HAMKA) zu hören. Und auch der hat seine Sache sehr gut gemacht – auch wenn es schwierig ist, seine Leistung in Anebtracht der später von Kollegin Eliza C. Martin erbrachten zu vergleichen. Was sich natürlich automatisch anbietet, ist ein Großteil der hier enthaltenen Titel auch auf OF WARS IN OSHYRIA zu hören – wenn auch in einer merklich besseren Produktionsqualität und mit dezenten Änderungen. Klar scheint nur, dass er weitaus weniger einzigartig klingt – und daher auch nicht als explizites Ausnahmetalent wie eben jene Eliza C. Martin zu bezeichnen ist. Und auch der Eindruck dass er sich einstweilen etwas abzumühen scheint, könnte aufkommen – als Paradebeispiel sei hier eine Performance wie die in ON THE PATH TO FURY genannt.

Doch das Schaffen von FAIRYLAND in einer absoluten Urfassung und mit dem ursprünglichen Sänger zu hören, ist nicht minder interessant. Vielleicht wirkt es nicht ganz so atmosphärisch und ergreifend, da nicht zuletzt die eigentliche Klangqualität wie auch die der Chöre noch reichlich Luft nach oben lässt (eine Lücke, die später bestens gefüllt wurde) – aber dennoch. Am spannendsten sind dabei aber zweifelsohne die Nummern, die es – aus welchen Gründen auch immer – nicht auf das spätere Album OF WARS IN OHYSRIA geschafft haben; wie etwa das Interlude THE KING und das darauffolgende, von einer langen Instrumentalstrecke eingeleitete HOLY QUEST. Ein Grund für die Entscheidung jene Stücke nicht mitzunehmen, könnte auf den (sicher nicht unbedingt gewollten) Vergleich mit Genrekollegen wie RHAPSODY OF FIRE zurückzuführen sein. Der hier präsentierte, klassisch-symphonische Bombast-Sound sowie der Einsatz traditioneller Instrumente lassen schließlich grüßen. In den anderen, folgerichtig auf das Album übernommenen Nummern klingen FANTASIA einfach weitaus eigenständiger, und lassen sich kaum noch verwechseln.

Auch das Interlude LAKE OF TEARS ist dann eine der verlorengegangen Nummern, zumindest als Ganzes. Eventuell erschienen die mystischen (aber eben dezent aufgesetzt wirkenden) Sprachelemente nicht mehr stimmig, zumal die Stärken von FAIRLAND als auch FANTASIA in ganz anderen Bereichen liegen und lagen: dem gekonnten Einsatz des Keyboards, sowie der Schöpfung von erstklassigen Refrains mit überraschend wohlklingenden Chören. Aber auch die perfekt inszenierten Soli können überzeugen. Was bereits auf REALM OF WONDERS mit einem vergleichsweise geringen Budget und wenigen Möglichkeiten auf die Beine gestellt wurde, ist bemerkenswert – und sorgt auch hier für den ein oder anderen Gänsehaut-Moment. Vorausgesetzt natürlich, man ist dem Genre des Symphonic Power Metals allgemein zugetan.

Schlussendlich: es gleicht einer angenehmen musikalischen Zeitreise, in den Genuss eines frühen Demo-Albums wie REALM OF WONDERS zu kommen. Gerade Fans der späteren FAIRYLAND-Alben werden hier voll auf ihre Kosten kommen – Band-Mastermind Philippe Giordana (Keyboards) sei Dank. Natürlich ist der Sound der Demo vergleichsweise rau und schroff, beinhaltet einige unnötige Elemente und lässt hier und da das nötige Gespür für Perfektion vermissen – jener Perfektion, die man später glücklicherweise auf OF WARS IN OSYRHIA auf die Lauscher bekommen sollte. So oder so ist REALM OF WONDERS ein Gewinn – ebnete es den Weg für FAIRYLAND und ihre späteren Erfolge. Eine Wertung vorzunehmen fällt aufgrund der entsprechenden, man nenne es Vorbelastung (oder eher Nachbelastung, schließlich erschien OF WARS IN OSYRHIA später) nicht ganz leicht – doch die bereits hier dargebotene Kreativität, Vielfalt und Ausdrucksstärke lassen einfach keine Zweifel zu, dass hier etwas ganz Großes geboren werden sollte. Die Wertung gilt also vor allem für jene, die OF WARS IN OSYRHIA kennen und sich für die Ursprünge interessieren. Alle anderen werden eventuell etwas niedriger ansetzen – doch bei einer großartigen Demo bleibt es allemal.

Absolute Anspieltipps: Alle


90button

„Ein Muss – nicht nur für FAIRYLAND-Fans.“

2 replies »

    • Oh, da hat ja mal jemand Geschmack 🙂

      Leider kann ich Dir nicht weiterhelfen, habe auch nur die offiziell von der Band zur Verfügung gestellte Version per Download. Vielleicht würde es etwas bringen, einfach mal Fairyland direkt anzuschreiben (evtl. über Facebook) – und sei es nur um zu erfahren, ob überhaupt noch irgendwo physikalische Exemplare rumfliegen…

      Gefällt mir

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