Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: AMBERIAN DAWN – Magic Forest (2014)

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Alben-Titel: Magic Forest
Künstler / Band: Amberian Dawn (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 27. Juni 2014
Land: Finnland
Stil / Genre: Symphonic / Neoclassical Power Metal
Label: Napalm Records

Alben-Lineup:

Joonas Pykälä-aho – Drums
Tuomas Seppälä – Guitars, Keyboards
Emil „Emppu“ Pohjalainen – Guitars
Kimmo Korhonen – Guitars
Capri – Vocals

Track-Liste:

1. Cherish My Memory (04:20)
2. Dance of Life (03:12)
3. Magic Forest (04:40)
4. Agonizing Night (03:51)
5. Warning (03:21)
6. Son of Rainbow (03:29)
7. I’m Still Here (03:52)
8. Memorial (03:48)
9. Endless Silence (03:42)
10. Green-Eyed (04:29)

Weniger Gothic, mehr kunterbuntes.

Wahrlich, das mittlerweile fünfte Studioalbum der finnischen Power Metaller von AMBERIAN DAWN ist schon eine Herausforderung. Und das nicht nur, da man in Bezug auf die Neubesetzung des weiblichen Leadgesangspostens eine gewisse Eingewöhnungszeit mitbringen muss. Denn auch hinsichtlich ihrer eigentlichen musikalischen Ausrichtung scheinen sich AMBERIAN DAWN wieder einmal äußerst flexibel zu zeigen – womit sie besonders einigen Metal-Puristen dezent vor den Kopf stoßen dürften.

Und tatsächlich kommt MAGIC FOREST in einem äußerst zugänglichen, durch den deftigen Keyboardeinsatz süß-süffigen und manchmal sogar explizit poppigen Soundgewand daher. Das lässt das Ganze zumindest grenzwertig erscheinen – allein durch ihren jeweiligen Instrumentalparts zu Beginn entwickeln die ersten 5 Nummern eher einen fragwürdigen Kinderzimmer-Fantasycharme denn eine wirklich ernstzunehmende musikalische Kulisse. Eventuell haben sich AMBERIAN DAWN nur allzu sehr in die Welten ihres MAGIC FOREST’s vertieft – und dabei keinen Griff in die kunterbunte Kitsch- und Klischeekiste ausgelassen. Aber auch Parallelen zu finnischen Pop-Bands wie ABBA ergeben sich – und das nicht von ungefähr.

All das wäre vielleicht noch nicht so schlimm, hätte man im Gegenzug für eine ordentlich druckvolle Hintergrundkulisse gesorgt, die als Gegenpart für die oftmals hochtrabend melodiösen Keyboard-Eskapaden gedient hätte. Interessanter-, oder auch merkwürdigerweise aber scheint genauhierin eines der ganz großen Probleme des Albums zu liegen – viele Nummern klingen auffällig flach und ganz und gar künstlich arrangiert. In wie weit dies beabsichtigt war, ein Zufallsprodukt  oder den offenbar in eine bestimmte Richtung tendierenden Produktionsmerkmalen geschuldet ist, bleibt an dieser Stelle offen. Klar ist nur, dass so gut wie alle Titel geradezu luftig locker klingen – und das nicht unbedingt in einem angenehmen Sinne. Im Vergleich zu dem, was beispielsweise die Kollegen von XANDRIA auf die Beine stellen, klingt MAGIC FOREST nur wie ein laues Lüftchen.

Die Gitarren bekommen – mit Ausnahme der Soli-Parts – vergleichsweise wenig Raum, und auch das Schlagzeug geht in der merkwürdig abgemischten Klangkulisse eher unter. Im Gegenzug erhält man unzählige Refrains, die sofort ins Ohr gehen und wohl auch eine Weile dort bleiben werden. Den ersten dahingehenden Höhepunkt erreicht man zweifelsohne im Titeltrack MAGIC FOREST, der die wohl eingängigste Nummer des gesamten Albums markiert und einige nette Melodiebögen aufweist. Und noch ein Wort zur neuen Sängerin: Päivi Virkkunen gibt sich zwar keine Blöße und meistert ihre Sache gut – bleibt aber weit hinter ihrem denkbaren Potential zurück. Interessant ist, dass sie an ein stimmlich schwächeres Alter Ego von Ann Marie Nacchio (MORNINGSTARLETT) erinnert. Die Opern-Diven haben zwar ohnehin beinahe ausgedient, sodass es nett ist einer eher bodenständigen weiblichen Stimme zu lauschen – aber auch hier schläft die Konkurrenz nicht.

Wer also nur auf eine schnelle (musikalische) Nummer mit einigen wenigen Highlights aus ist, ist mit MAGIC FOREST sicher gut beraten. Die kurze Gesamtspielzeit und der Fakt, dass so gut wie zusammenhängende Atmosphäre entsteht und die enthaltenen Stücke eher als Einzeltitel funktionieren, bekräftigen diese Feststellung. Wer auf der Suche nach einem wirklich nachhaltigen Erlebnis respektive einer markanten Band mit einer starken weiblichen Frontfrau aus ist – der sollte dringend mal bei den ANCIENT BARDS vorbeischauen. Oder bei EPICA, XANDRIA… der Alternativen gibt es wahrlich genug. MAGIC FOREST bietet einen bittersüßen Symphonic Pop-Metal, der nicht jedermanns Geschmack treffen wird – aber sicher seine Fans finden wird.

Absolute Anspieltipps: MAGIC FOREST, ENDLESS SILENCE


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„Abba goes Symphonic Metal. Nicht schlecht, aber eben auch alles andere als überragend.“

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