Rezensionen: Filme

Filmkritik: „Kung Fu Zombie“ (1982)

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Originaltitel: Wu Long Tian Shi Zhao Ji Gui
Regie: Yi-Jung Hua
Mit: Billy Chong, Lau Chan, Kang-Yeh Cheng u.a.
Land: China
Laufzeit: ca. 80 Minuten
FSK: ab 18 freigegeben
Genre: Action / Komödie
Tags: Kung Fu | Martial Arts | Zombie | Untoter | Voodoo | Shaolin

Ob untot oder nicht – diesem jungen Mann sollte sich niemand in den Weg stellen.

Kurzinhalt: Der junge Pang (Billy Chong) hat es nicht leicht. Wann immer er daheim ist wird er von seinem altehrwürdigen Vater dazu angehalten, hart zu trainieren – warum und für was genau, weiss er nicht. Trotz der regelmäßigen Meinungsverschiedenheiten wird aus ihm so ein waschechter Kämpfer, der es so gut wie mit jedem aufnehmen könnte. Und dennoch setzt Pang seinen Willen durch, hie und da mal etwas Zerstreuung zu erleben. Als er eines Abends mal wieder aus dem Haus seines Vaters flüchtet, begegnet er einem alten Bekannten – einem Dieb und Verbrecher, der einst durch die Mithilfe Pang’s für 5 Jahre ins Gefängnis gesteckt wurde. Nun will er sich an Pang rächen – und hat dafür einen Tao-Zauberer verplichtet, der sich der schwarzen Magie widmet und sogar Tote wieder ins Leben zurückholen kann. Doch Pang hat Glück – sein Widersacher stürzt selbst in die von ihm gefertigte Falle und stirbt. Damit ist die Geschichte jedoch noch nicht zu Ende, denn der Geist des verstorbenen lebt weiter – auch wenn er nur vom Tao-Zauberer gesehen werden kann. Die beiden machen sich fortan auf, einen neuen Körper für die verirrte, aber noch von Rachegelüsten erfüllte Seele zu finden. Zeitgleich erscheint eine weitere Gestalt, die es auf Pang’s Vater abgesehen hat – und die unfreiwillig direkt mit in die Wiederbelebungszeremonie des Zauberers mit eingebunden wird.

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Kritik: Achtung, Spoiler ! Mit der obigen, vergleichsweise ausführlichen Inhaltsangabe zu Yi-Jung Hua’s KUNG FU ZOMBIE ist eigentlich schon alles gesagt – zumindest was die inhaltlichen Belange und auch charakterlichen Motivationen des merkwürdig betitelten Fernost-Streifens betrifft. Dass dies widerum keine große Rolle in Bezug auf diese Rezension spielen würde, war ebenfalls abzusehen – denn KUNG FU ZOMBIE (der hierzulande übrigens bis 2012 indiziert war – trotz des geringen Splatter-Gehalts) offenbart wenn überhaupt gänzlich andere Qualitäten. Diese entstehen – entgegen des Versprechens des internationalen Filmtitels – weniger aus der Prämisse, dass hier ein reichlich Schabernack treibender Tao-Zauberer Tote wiederbeleben kann; sondern vielmehr aus den herrlich überzeichneten Kampf- und Actionszenen dieses nicht wirklich dem Zombiefilm zuzuordnenden Machwerkes.

Und dennoch: um eine dreiste Marketingstrategie handelt es sich nicht, denn schließlich kommen tatsächlich Untote vor – beziehungsweise eher zum Leben erweckte Puppen, ein umherwandelnder (und für die meisten unsichtbarer) Geist, sowie eine Art Mischwesen aus Elitekämpfer, Zombie und Vampir. Man merkt schon, dass es KUNG FU ZOMBIE in dieser Hinsicht nicht so genau nimmt, und auch sonst weniger ernst aufgemacht ist. Grundsätzlich herrscht ein auffällig makaberer Grundton; der insofern besonders ist als dass er sowohl aus beabsichtigten komödiantischen Elementen als auch solchen entsteht, bei denen eine Zuordnung schon schwerer ausfällt. Vorrangig sind hier die vielen längeren Kampfszenen zu nennen, die einerseits wahnsinnig gut choreografiert sind – andererseits aber derart Over-the-top und überzeichnet ausfallen, dass sie zu einer Herausforderung für die Lachmuskeln werden.

Zweifelsohne hat KUNG FU ZOMBIE genau dann seine starken Momente – wenn er sich in seinem Ausdruck irgendwo zwischen vermutlich gewollten und vermutlich ungewollten Zuschauerwirkungen aufhält und mit ihnen balanciert. Sobald es die Macher aber auf die Spitze treiben, dass heisst selbst für eindeutige komödiantische Einschübe sorgen, droht der Film schnell fad zu werden. Das recht tollpatschige Gebaren des Tao-Zauberers, die schmerzliche Naivität der Protagonisten und nicht zuletzt die häufige Verwendung von übertriebenen Speedup’s (die einen an die goldenen Anfangszeiten des Komödien-Kinos denken lassen werden) sind nur einige jener Elemente, die den Film noch abstruser erscheinen lassen, als es ihm als reines Trash-Werk zuträglich wäre. Doch auch wenn man von einer Differenzierung der eventuell gewollten und eventuell nicht gewollten Witzeleien absieht, gilt es sich vollends auf das krude Machwerk einzulassen – was einigen sicher nicht ganz leicht fallen wird.

Fazit: KUNG FU ZOMBIE funktioniert ausschließlich als belustigender Trashfilm – nicht mehr, und nicht weniger. Etwaige inhaltliche oder charakterbezogene Missstände zu analysieren bringt in diesem Fall also wenig – auch wenn man dazu eine ganze Palette von Aspekten auffahren könnte. Könnte – in einem Fall wie diesem lohnt es sich aber nur, ein Auge auf den eigentlichen, reinen Unterhaltungswert zu werfen. Und der ist trotz einiger Längen noch immer hoch genug, um Stoff für einen etwas anderen Trashfilmabend unter Freunden zu garantieren. Die wahrlich furiosen Kampfszenen samt der übertriebenen Soundeffekte, das einstweilen bis auf ein Kopfschmerz-erzeugendes Niveau gesteigerte Tempo und die herrlich misslungene (auch das ist ein Antagonismus des Trashfilms) englische Synchronfassung ergeben eine kunterbunte Mischung, die kein Auge trocken bleiben lassen sollte. So bleibt nur noch, die mitunter miserable Bildqualität zu verschmerzen – die im Zusammenspiel mit dem Schnitt-Tempo das ein ums andere Mal dafür sorgen kann, das der Überblick verloren geht. Aber wer braucht den schon bei einem Film wie KUNG FU ZOMBIE…

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„Einer der abgedrehtesten Kung Fu-Filme überhaupt.“

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