Rezensionen: Sonstige Musik

Metal-CD-Review: BLACK MESSIAH – Heimweh (2013)

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Alben-Titel: Heimweh
Künstler / Band: Black Messiah (mehr)
Land: Deutschland
Stil / Genre: Symphonic Black / Folk / Viking Metal
Label: AFM Records

Alben-Lineup:

Zagan – Vocals, Guitars, Violin
Garm – Bass
Brøøh – Drums
Agnar – Keyboards, Synthesizers
Frangus – Guitars

Track-Liste:

1. Symphonia Pagana (Intro) (03:59)
2. In the Name of Ancient Gods (07:22)
3. Jötunheim (06:57)
4. Wildsau (05:58)
5. Edmund von Ostanglien (06:20)
6. Nidhögg (07:04)
7. Heimweh (06:11)
8. Die Quelle der Weisheit (08:01)

Immer für eine freche Überraschung gut.

Auch wenn sie ihr Dasein noch immer mit einem Fuß im musikalischen Untergrund fristen, sind die Gelsenkirchener von BLACK MESSIAH eine Combo, mit der man allgemein rechnen muss. Immerhin sind die Jungs um Frontmann und Leadsänger Zagan schon mehr als 20 Jahre (!) im Geschäft, und haben getreu ihres Bandnamens seit jeher ihre ganz persönliche schwarze Botschaft verbreitet – auch wenn sich die musikalische Ausrichtung der Band keinesfalls ausschließlich auf den Black Metal bezieht. So richtig los ging es allerdings erst 2005, als mit OATH OF A WARRIOR das zweite Studioalbum erschien – das erste in einer langen Reihe von regelmäßigen Releases. Das letztaktuelle Album liegt dabei noch gar nicht so lange zurück – THE FINAL JOURNEY (Review) wurde 2012 veröffentlicht, besonders der eigens kreierte Videoclip zur Single WINDLONI (Link) konnte dabei für Aufsehen sorgen. Ende November 2013 erschien dann das siebte Studioalbum HEIMWEH, ebenfalls über AFM RECORDS.

Bis es zu einer ersten entscheidenden Feststellung kommt, wird es beim Genuss von HEIMWEH nicht lange dauern – BLACK MESSIAH geben sich auch auf ihrem neuesten Longlayer so brachial und abwechslungsreich wie eh und je; und sorgen mit den gerade einmal 8 Titeln für eine angenehme Bandbreite aus verschiedenen Eindrücken. Gerade jene Vielfalt ist es, die auch die bisherigen Veröffentlichungen der Band schmackhaft machte – eine Vielfalt, die unter anderem auch aus dem zweisprachigen Leadgesang resultiert. Im Gegensatz zu den früheren Alben besinnen sich BLACK MESSIAH nun allerdings vermehrt auf ihre Landessprache – was gut ist, blieben bisher vor allem jene deutschsprachigen Nummern a’la CHRISTENFEIND, VON RACHSUCHT UND LÜGE, DER RING MIT DEM KREUZ oder auch, etwas banaler: das höchst geniale Cover zu MOSKAU im Gedächtnis. So findet man dieses Mal eine höhere Anzahl von potentiellen Krachern, einerseits – andererseits scheint es dann aber doch nicht zu genügen, sich auf die markante Wirkung von BLACK MESSIAH im deutschsprachigen Gewand zu verlassen.

Denn: so richtig zünden will das Album nicht. Die einzelnen Nummern sind zwar alle stark und haben ihre markanten Höhepunkte, doch irgendwie wird man das Gefühl nicht los, ganz ähnliches schon einmal gehört zu haben; nur besser. Dabei sind es unglücklicherweise BLACK MESSIAH selbst, die stark vorgelegt haben. Die früheren düsteren Alben die in sich absolut stimmig waren, ein geschichtsträchtiges Mammutwerk wie FIRST WAR OF THE WORLD, ein vielschichtiges und buntes Album wie THE FINAL JOURNEY – HEIMWEH kann nicht wirklich mit den vorangegangenen Eindrücken mithalten, geschweige denn sie übertreffen. Somit bleibt es hauptsächlich bei einem starken Genre-Album für jene, die keine Probleme damit haben wenn allerlei Elemente des Black-, Viking- und Folk Metals in einem brachialen Ganzen aufeinandertreffen und mit zusätzlichen symphonischen Komponenten ausgestattet werden. Eine große Überraschung gibt es dann allerdings doch, und zwar in Form der für BLACK MESSIAH sicher ungewöhnlichen Nummer WILDSAU. Immerhin: Aufmerksamkeit sollten sie dank des dazugehörigen Videoclips erregen können, doch auch wenn die Nummer aufgrund des Klamauks einen Heidenspaß macht… sie fügt sich eher mäßig in den sonst bierernsten Alben-Kontext ein.

Fazit: Sicherlich konnten es BLACK MESSIAH schon einmal besser – doch die Blöße geben sie sich mit HEIMWEH auch nicht. Wie immer markant und stark ist der Faktor der Abwechslung: man kann einfach sicher sein, dass kein Titel dem anderen gleicht, und etwaige Genre-Grenzen stilsicher ausgelotet werden. Vom rein instrumentalen Intro (SYMPHONIA PAGANA) über klassisch-schwarzmetallische Songs (IN THE NAME OF ANCIENT GODS) und deutschsprachige Brecher (EDMUND VON OSTALGIEN) bis hin zu einfacheren Klamauk-Nummern (WILDSAU) ist einfach alles vertreten. Der Titeltrack HEIMWEH legt dann sogar noch mal eine Schippe drauf, und präsentiert BLACK MESSIAH von einer weiteren, bisher unbekannten Seite. Ob nun aggressiv, episch, witzig oder gar poetisch… BLACK MESSIAH sind die bunten Hunde des Pagan-; pardon, Symphonic Black Viking Folk Metals aus Deutschland.

Anspieltipps: EDMUND VON OSTALGIEN, NIDHÖGG


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„Für alle Metaller, die sich nicht gerne auf ein einzelnes Genre festlegen“

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