Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: SALAMANDRA – Skarremar (2000)

Alben-Titel: Skarremar
Künstler / Band: Salamandra (mehr)
Land: Tschechien
Stil / Genre: Melodic Power Metal
Label: Leviathan Records

Alben-Lineup:

Pavel Slíva – Guitars
Daniel „Baalberith“ Jureček – Drums
Karel Repecký – Guitars
Jarda Dufek – Bass
Marek Lankočí – Keyboards
Dalibor Halamiček – Vocals

Track-Liste:

1. The Time / Go Back Through Ages
2. The Legend / Reign Of The Wicked
3. The Silence / Comes Before A Storm
4. The Today / All hope abandon
5. The Lover / A Kiss Goodbye
6. The King / Skarremar’s Pride
7. The Army / Dead End Battles
8. The Singer / Remember The Legend
9. The Traitor / Roads To Hell
10. The Coward / Hail The King
11. The Dead / Cantata Oscura (Silent Mem II)
12. The Coming / Mindnight Creatures
13. The Revenge / Legends Come True
14. The End / Freedom’s Won Back
15. The Beginning

Die Jahrtausendwende ward entsprechend zelebriert.

Bei SALAMANDRA handelt es sich interessanterweise um eine Tschechische Power Metal-Combo, die sich ganz im Stile der HOLY KNIGHTS oder RHAPSODY OF FIRE einem traditionellen Fantasy Metal widmet. Nach ihrem 1999’er Debütalbum TWILIGHT OF LEGENDS erschien schon 2000 der Nachfolger SKARREMAR, ein randvoll bepackter Fantasy-Silberling mit 15 Tracks und Interludes. Besonders auffällig ist bei diesem Release auch das Coverdesign beziehungsweise Artwork im Gesamten ausgefallen – von vorne bis hinten wird man hier geladen, an einer Reise in mystisch-fantastische Gefilde teilzunehmen.

Mit ihrem 2000’er Release SKARREMAR legen die Jungs von SALAMANDRA schon ein recht ordentliches Brett vor. Aber eben kein solches, welches einem die Sicht versperrt, im Gegenteil – der Blick wird offen für ein bisher unentdecktes Land über das es sich zweifelsohne zu berichten lohnt. Zwar ist es nicht ganz so mit Fabelwesen vollgestopft wie die Werke von RHAPSODY OF FIRE – doch gezaubert, geliebt, regiert und gestürzt wird auf SKARREMAR ebenso. So und nicht anders hat ein gutes Power Metal-Album zu klingen, wobei es im Falle von SALAMANDRA sicher nicht verkehrt wäre, ein dickes Fantasy- vor die entsprechende musikalische Kraft zu setzen.

Bereits das stimmig gehaltene Intro zeigt deutlich auf, in welche Richtung die musikalische Reise gehen würde; in eine gleichsam unbekannte (das sollte so sein bei guten Fantasy-Konzeptalben) wie zeitlose. Sicher, der Sprecher zu Beginn klingt nicht ganz so versiert wie bei RHAPSODY OF FIRE und Konsorten, aber es handelt sich hier schließlich erst um das zweite Album einer noch jungen Band. Der Weg wird nun weiter mit THE LEGEND beschritten. Oder war es REIGN OF THE WICKED… ? In der Tat setzt man auf SKARREMAR auf doppelt betitelte Tracks, sodass selbige gerne mal etwas länger werden und folglich in abenteuerlichen Konstruktionen wie THE LEGEND – REIGN OF THE WICKED münden. Doch das Konzept geht voll auf – der erste Teil ist als große Überschrift zu verstehen, der zweite als etwas spezifischere Umschreibung der jeweiligen Handlung. Das Songwriting ist ganz ausgezeichnet ausgefallen, die Texte sind einfallsreich und klingen mal so gar nicht nach Klischee oder handelsüblichen Zutaten (Fly High, To The Sky, Dragon Die und Co).

Und wie klingt so ein Titel ? Nun, im allgemeinen recht überzeugend. Ein fulminanter Scream leitet das Ganze ein, woraufhin dicke Doublebass-Gewitter und Gitarrenwichsereien vom besten Schlag losbrechen. Ebenfalls mehr als nennenswert: das Album ist zusätzlich in storyrelevante Abschnitte unterteilt, wie das folgende THE SILENCE – COMES BEFORE A STORM aufzeigt. In diesen 45 Sekunden dominiert ein ruhiges Klavier, welches noch einmal die vorangegangene Melodie aufgreift und so für einen runden Abschluss sorgt. Denn in THE TODAY – ALL HOPE ABANDON geht es schon wieder recht kraftvoll und tempofreudig zur Sache. Das Teil läuft ebenfalls gerade einmal 2.22 Minuten, sodass man recht bald im folgenden THE LOVER – A KISS GOODBYE landet. Endlich, die obligatorische Liebes-Ballade. Auch die geht, dank der ungewöhnlichen Lyrics und der besonderen Songstruktur, recht gut ins Ohr. Ein leichter Fantasy / Folkeinschlag kommt in Form einer Querflöte daher.

THE KING – SKARREMAR’S PRIDE, das müsste (dem Titel nach) doch eine weitere Hymne sein ? In der Tat. Hier dominieren abermals gute, melodische Keyboardklänge im Stile der HOLY KNIGHTS, untermalt von einer zünftigen Schlagzeuginstrumentalisierung und einem angenehmen Gesangspart. THE ARMY – DEAD END BATTLES kommt in einer ganz ähnlichen Aufmachung daher, lediglich die Instrumentalisierung fällt deutlich Metal-lastiger aus. Hier fallen besonders die fetzigen Riffs auf, sowie natürlich ein weiterer, diesmal allerdings wahrhaft umwerfender Flötenpart in der Mitte. THE SINGER – REMEMBER THE LEGEND beginnt gar mit einem wunderschönen Orgel-Intermezzo, gefolgt von der Performance einer wohlklingenden weiblichen Sopranistin. Im weiteren Verlauf verschmilzt beides zu einer episch-andächtigen Symphonie der Sinne – Bravo.

Wahrscheinlich war diese Beseelung auch nötig – denn nun geht es in eher düstere Gefilde, mit THE TRAITOR – ROADS TO HELL. Wobei, als düster sollte man den Sound von SALAMANDRA wirklich nicht bezeichnen. Grundsätzlich gehen alle Kompositionen stark nach vorn, und spielen sich auf der Sonnenseite des Metals ab. Im folgenden THE COWARD – HAIL THE KING sind es nun plötzlich die Klänge eines Dudelsacks, die das Klangbild dominieren. Zumindest zu Beginn, denn hierauf folgt eine ähnliche Songstruktur wie schon im Titel zuvor. Nicht viel neues also, aber durchaus Kost auf einem angenehmen Niveau. THE DEAD – CANTATA OSCURA klingt da schon wieder ein wenig anders, auch wenn viele Strukturen an den nunmehr etablierten, SKARREMAR-typischen Klang erinnern.

THE COMING – MIDNIGHT CREATURE trumpft mit einem schön folkigen Klang auf, ein Spinett harmoniert hier wunderbar mit einer Flöte und einigen orchestral-epischen Klängen. Ein kräftiges Interlude. Wie passend erscheint da THE REVENGE – LEGENDS COME TRUE, die Hymne des Albums. In der Tat handelt es sich hier um den vielleicht stärksten Track, den SALAMANDRA bis dato geschrieben haben. Hier werden ein erhöhtes Maß an Eingängigkeit (Refrain, Melodie) und Verspieltheit (Keyboards) vereint, was im Zusammenspiel mit den gut vorgetragenen Lyrics und der zwischen Midtempo und Uptempo wechselnden Instrumentalisierung wunderbar gelingt. Diesen Titel hätte man ruhig als Videosingle auskoppeln können – das Teil rockt, und zwar richtig. Und auf das eine Highlight folgt gleich das nächste – mit THE END – FREDDOM’S WON BACK. Und so kommt man kaum umher, die Attribuierung hinsichtlich des besten Titels des Albums gleich wieder zu verschieben. Denn diese müsste am ehesten auf dieses kleine Meisterwerk hier zutreffen. Das Outro THE BEGINNING rundet das Konzeptalbum stimmig ab.

Fazit: SALAMANDRA haben ihren eigenen Stil bereits nach einem Album gefunden – verglichen mit dem Debütalbum macht der Nachfolger SKARREMAR einen wahrhaftigen Quantensprung nach vorne. Auch hinsichtlich der Produktionsqualität; wobei: Luft nach oben bleibt natürlich trotzdem. Das haben die Jungs von RHAPSODY OF FIRE bei ihrem Zweitwerk SYMPHONY OF ENCAHTED LANDS schon besser gekonnt, beziehungsweise hatten sie in dieser Hinsicht einfach mehr Glück. Seine wahren Stärken offenbart SKARREMAR in der Instrumentenvielfalt und den genialen Keyboardpassagen, sowie den späteren beziehungsweise letzten 3-4 Titeln. Da zündet das Konzept so richtig, die Reise beginnt erstmals zu 100 % Spaß zu machen. Doch dann ist sie auch schon wieder vorbei… leider. Eines ist aber klar: SKARREMAR ist deutlich besser als sein Vorgänger, und wird bis auf weiteres das beste Album von SALAMANDRA bleiben. Wir werden sehen, wie es mit der Band weitergeht.

Anspieltipps: THE REVENGE, THE END

Vergleichsbands: THY MAJESTIE


95button

„Ein Silberling, der sich gut mit dem Begriff Kult vereinbaren lässt“

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