Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: THY MAJESTIE – Shihuangdi (2012)

thymajestie_shihuangdi

Alben-Titel: Shihuangdi
Künstler / Band: Thy Majestie (mehr)
Land: Italien
Stil / Genre: Symphonic / Melodic Power Metal
Label: Scarlet Records

Alben-Lineup:

Claudio Diprima – Schlagzeug
Alessio Taormina – Gesang
Giuseppe Carrubba – Keyboard
Simone Campione – Gitarre
Dario D’Alessandro – Bass

Track-Liste:

1. Zhongguo 02:14 (instrumental)
2. Seven Reigns 04:36
3. Harbinger of a New Dawn 04:08
4. Siblings of Tian 05:01
5. Walls of the Emperor 05:29
6. Under the Same Sky 05:56
7. Farewell 06:26
8. Huanghun 01:52( instrumental)
9. Ephemeral 06:24
10. End of the Days 04:44
11. Requiem 03:09

Die Rückkehr zu alten Stärken inklusive neuer spannender Geschichten.

Mit ihrem neuen Studioalbum SHIHUANGDI liessen sich die Italiener von THY MAJESTIE, die gerade hierzulande noch immer als Geheimtipp gelten, durchaus etwas Zeit. Bereits 2008 erschien DAWN (Review hier), das nicht mehr ganz so gute Nachfolgealbum des erfolgreicheren Konzeptwerkes JEANNE D’ARC (2005). Nun, im Jahre 2012; hofften viele nicht ganz unberechtigterweise, dass THY MAJESTIE auf SHIHUANGDI wieder vermehrt zu ihren musikalischen Wurzeln zurückkehren würden. Und genau das ist auch geschehen – die insgesamt 11 Titel zeugen von einer ganz speziellen symphonischen Note, die THY MAJESTIE seit dem Anbeginn ihrer Karriere auszeichnen. Explizit heisst das: Freunde von ausschweifenden, bombastisch-symphonischen Kompositionen mit dick aufgetragenen Chor-Passagen werden ebenso bedient wie Fans von leicht progressiven Ansätzen. Man muss sich SHIHUANGDI vielleicht wie eine Mischung aus LABYRINTH, DRAGONLAND und RHAPSODY OF FIRE (die in ihrem Enthusiasmus etwas gebremst würden) vorstellen – denn genau so klingt das vorliegende Album. Aber keine Angst: es ist – glücklicherweise – weit mehr als ein blosser, lauwarmer Aufguss.

Gut ist, dass die etwaigen symphonischen Ausschweifungen (als Markenzeichen der Band) nicht zu vordergründig platziert werden, und die allgemeine Soundkulisse so dezent bereichern. Für Freunde eines eher puristischen Sounds, der die Gitarren in den Vordergrund stellt, ist SHIHUANGDI natürlich dennoch nichts – das Keyboard (Giuseppe Carrubba) wird in jeder möglichen Situation genutzt. Eher nachteilig ist; dass so mancher Titel den Eindruck erweckt, dass THY MAJESTIE sich – warum auch immer – etwas zurückhalten; sowohl was die Entwicklung einer geballten musikalischen Power, als auch die Aussagekraft im allgemeinen betrifft. Ein Tropfen auf dem heissen Stein – denn im großen und Ganzen begeistern die gar nicht mal so simplen Kompositionen; sowie insbesondere auch der markant-starke Drumming-Part und die genialen Soli. An den Gesang von Neuzugang Alessio Taormina (CRIMSOND WIND, bei THY MAJESTY seit 2010) muss man sich vielleicht erst etwas gewöhnen – doch das ist bekanntlich immer so, wenn es einen Besetzungswechsel gibt. Grundsätzlich singt er eher tief und gemäßigt (zumindest im direkten Genre-Vergleich), was an und für sich schon ein Highlight ist – doch gerade in den höheren Lagen entfaltet er eine Kraft und Vielfältigkeit, mit der man eventuell gar nicht gerechnet hat. So schlägt er seinen Vorgänger Dario Cascio, der lediglich für DAWN ins Boot geholt wurde, doch noch in jeder Hinsicht. Umso stärker ist die Hoffnung, dass THY MAJESTIE dieses Mal etwas länger an ihrem Sänger festhalten.

Neben dem vorab veröffentlichten Titel HARBRINGER OF A NEW DAWN sind es vor allem Nummern wie UNDER THE SAME SKY, die auf Anhieb begeistern und den Hörer fesseln. Hier stimmt – vom abwechslungsreichen Tempo über die symphonischen Elemente bis hin zu den Keyboard- und Gitarrensoli – einfach alles. Ein Überraschungstitel wie FAREWELL, den man zuerst als Halb-Ballade einstufen würde, sich im weiteren Verlauf aber zu einem wahren Epos entwickelt; garniert das Ganze sinnig – wie auch die deutlich rockiger angehauchte Nummer END OF THE DAYS; die gleichzeitig mit einer Gast-Performance von niemand geringerem als Fabio Lione (RHAPSODY OF FIRE) aufwartet. Richtig gefühlvoll wird es dann noch einmal im großen Finale, welches mit einem ausklingenden REQUIEM zelebriert wird. Alles in allem eine Glanzleistung; möchte man meinen ? Beinahe. Trotz der hochkarätigen Titel bleibt der größte Kritikpunkt am Album, dass es eventuell weniger ‚exotisch‘ / abenteuerlich klingt als es der Titel impliziert – so ganz will die Atmosphäre der ersten chinesischen Kaiserreichszeit (Link) nicht aufkommen.

Fazit: SHIHUANGDI ist ein abwechslungsreiches, mehr als würdiges Nachfolgealbum geworden, welches den Vorgänger DAWN um Längen schlägt. Sogar das bisher beste und markanteste Werk von THY MAJESTIE, HASTINGS 1066 (Review) kann je nach Sichtweise und Standpunkt knapp überholt werden – aber auch nur, weil die Produktionsqualität dieses Mal absolut dem Genre-Standard entspricht und keine zusätzlichen Zweifel aufkommen lässt. Eine klare Empfehlung !

Anspieltipps: UNDER THE SAME SKY, FAREWELL, END OF DAYS, REQUIEM

Vergleichsbands: RHAPSODY OF FIRE | DRAGONLAND


80button

„Die Rückkehr zu alten Stärken“

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