Rezensionen: Filme

Filmkritik: „Wintersonnenwende – Die Jagd Nach Den Sechs Zeichen Des Lichts“ (2007)

Originaltitel: The Seeker: The Dark Is Rising
Regie: David L. Cunningham
Mit: Ian McShane, Alexander Ludwig, Frances Conroy mehr
Laufzeit: 95 Minuten
Land: USA
FSK: Ab 12
Genre: Fantasy / Abenteuer

Du bist der siebte Sohn eines siebten Sohnes… !

Inhalt: Vor fast 1000 Jahren fand ein großer und erbitterter Kampf zwischen einer guten und einer bösen Seite statt, Licht und Schatten trafen scheinbar ebenbürtig aufeinander. Doch letztendlich konnte das Licht einen knappen Sieg davontragen – knapp auch deshalb, da das Böse keinesfalls ein für allemal vernichtet werden konnte. So wurden 6 mysteriöse Reliquien mit einer ungalublichen Macht gefertigt, in denen sich die Kraft des Lichtes manifestierte. Diese Gegenstände können jedoch nur von einer bestimmten Person genutzt werden – die man viele Jahre später in dem jungen Will Stenton (Alexander Ludwig) zu entdecken glaubt. Der feiert aber gerade seinen 14. Geburtstag und will sich nicht so recht mit seiner vermeintlichen Rolle als Retter der Welt anfreunden – doch schon bald plagen ihn schlimme Alpträume und Visionen. Ist vielleicht doch etwas dran an der Prophezeiung ? Glücklicherweise macht er bald Bekannschaft mit einigen Vertretern des Lichtzirkels, die von nun an versuchen, ihn von seiner Wichtigkeit in diesem Spiel auf Leben und Tod zu überzeugen.

Kritik: Wintersonnenwende basiert wie so viele Hollywood-Filme auf einer Buchvorlage, in diesem Falle einer 5 Bände umfassenden Fantasy-Sage der britischen Schriftstellerin und Autorin Susan Cooper. The Dark Is Rising (so der Originaltitel) wurde ursprünglich im Jahre 1973 veröffentlicht, und befasst sich mit der Vorgeschichte des ewigen Kampfes zwischen der Gut und Böse. Gut und Böse, kennen wir das nicht schon irgendwoher ? In der Tat, und zwar nicht zu knapp. Geht man filmisch an ein Thema wie dieses heran, so gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: entweder man schafft es, dem ursprünglichen Inhalt und dem ursprünglichen ‚Geist‘ des Originals gerdcht zu werden, oder man versucht es nichteinmal und scheitert kläglich. Es ist kein Geheimnis mehr, dass auf Wintersonnenwende – leider – eher zweiteres zutrifft.

Sicher, die Geschichte ist im Falle von Wintersonnenwende eine zusätzliche Herausforderung, da man weniger markante Anhaltspunkte und Vorgaben hat wie beispielsweise bei den Filmen der Harry Potter-Reihe. Hier hat man es einstweilen etwas leichter, da grundsätzlich ‚alles‘ fantastische erlaubt ist, sobald die jungen ‚SChüler‘ ihr übliches Zuhause verlassen und die Zauberschule besuchen. Wintersonnenwende dagegen versucht viel eher, ein uraltes Ereginis und dessen Ausirkungen direkt in die heutige Zeit und direkt in die heutige Gesellschaft zu transportieren; lässt also (fantastische) Tradition auf die heutige Moderne treffen. Doch hier beginnen offenbar auch schon die Probleme: man hat sich sichtlich kaum darum bemüht, der Verfilmung soetwas wie eine ‚Seele‘ einzuhauchen. Neben der recht gewöhnlichen, klischeehaften gut-gegen-böse Geschichte scheitern die Macher letztendlich auch an der Verknüpfung von Tradition und Moderne – was in einigen unfreiwillig komischen Momenten mündet.

Disharmonie – das ist das Stichwort, welches bei Wintersonnenwende ganz groß geschrieben werden muss. Momente, in denen dieser Eindruck recht deutlich zum Tragen kommt, gibt es viele: es beginnt mit dem Aufeinandertreffen der Mitglieder des Zirkels des Lichts und Will, der als lässiger Teenager den vermeintlichen ‚Spinnern‘ erst kaum Beachtung schenkt. Doch diese verharren natürlich auf ihrem Standpunkt, und das mit oftmals bitterernsten Mienen – sodass bereits die Szenenbilder aus dem Film einen gewissen, leicht merkwürdigen Subkontext beinhalten. Ein möglicher Schritt in die richtige(re) Richtung hätte hier die Wahl eines deutlich jüngeren Hauptcharakters sein können, sowie eine genrell etwas ‚freundlichere‘ Aufmachung des Films in Richtung eines expliziten WErkes für Kinder. So aber hat der Film eine FSK 12 erhalten – und bewegt sich damit klar im weder-noch Bereich. De facto heisst das: alle jüngeren werden sich womöglich (zu sehr) fruseln, alle älteren aber bereits wieder langweilen – da es dem Film für diese etwas ältere Zielgruppe (12-18) auch schon wieder merklich an ‚Biss‘ und Spannung fehlt. 

Weitere makabere Momente finden sich auch in der Verknüpfung von Inhalt und Technik – so wird besonders der Vertreter der ‚dunklen Seite‘, der schwarze Ritter stets in ellenlangen Zeitlupensequenzen gezeigt. Hier wäre weniger sicher mehr gewesen, zumal der film so eine ganz und gar künstliche Verlängerung erfährt. Überhaupt scheinen sich die Macher von WIntersonnenwende nicht zu fein gewesen sein, kräftig bei anderen Holylwood-Machwerken zu klauen – ständig erinnern diese oder jene Momente, diese oder jene Szenen, Handlungen und noch viel mehr an die ‚ganz Großen‘ Filmvorbilder aus derselben Region. Seien es Indiana Jones, Harry Potter, Die Goonies, Die Vögel… dabei ist jedoch nicht von einer dezenten ‚Inspiration‘ auszugehen, sondern viel eher von dem Händeringenden Versuch, Wintersonnenwende doch nochso etwas wie eine Identität zu verpassen. Doch eine eben solche hat er beileibe nicht – er lässt die Ereignisse langatmig auf den Zuschauer hereinprasseln, der aufgrund der fehlenden Spannung spätestens nach dem ersten Viertel die Hoffnung an einen guten Fantasy-Film aufgegeben haben wird – zu Recht.

Desweiteren geht man nach typischer Hollywood-Manier vor und reduziert die Geschichte dort, wo man es sich am wenigsten gewünscht hätte – und überlädt sie dafür an anderen, absolut unpassenden Stellen. Trotz der Vielzahl von behandelten, aufgegeriffenen Themen kann man sich zu keinem Zeitpunkt des Gefühles der absoluten Oberflächkeit erwehren – weder bietet die Geschichte Tiefe, noch werden die Charakter gut porträtiert; eine allgemeine Vorhersehbarkeit rundet das ganze Paket (negativ) ab. Irgendwann beginnt man als Zuschuaer schon gar nicht mehr, das gezeigte zu hinterfragen – Zeitreisen, seltsame Artefakte, ein dunkler Reiter, der Zirkel des Lichts… das alles plätschert nur so an einem vorbei, dass es ein Ärgernis ist. Und hier soll es also um einen ‚epischen‘ Kampf gehen, der seit mehr als 1000 JAhren andauert ? Wer’s glaubt. Hier findet sich die typische Hoollywood-Handschrift wieder, die da beschrieben werden kann als: viel Lärm um nichts.

Fazit: Als wenn all das noch nicht genug gewesen wäre, erdreistet man sich in Wintersonnenwende noch dazu, einige lieblose Floskeln als gültige ‚Erklärungen‘ für alle anzutreffenden Inhalte darzustellen, und wartet zudem noch mit einem äusserst unbefriedigenden Ende auf. Man nur inständig hoffen, dass dies die einzige und letzte filmische Adaption der Buchreihe sein wird. Ein Totalausfall a’la Hollywood, der lediglich mit einigen schauspielerischen Momenten und Ansätzen in der Technik punkten kann.

2 replies »

  1. Ich glaube da sind wir uns wieder eins. ^^ Mir fällt zu diesem Film nur ein Wort ein: belanglos. Alexander Ludwig scheint auf solche Filme gepachtet zu sein, siehe „Die Jagd zum magischen Berg“…scheußlich belanglos. Mir gefallen deine Tags zum Film aber auch. LOL

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