Rezensionen: Filme

Filmkritik: „Tanz Der Teufel 3 – Armee Der Finsternis“ (1993)

Originaltitel: Evil Dead III – Army Of Darkness
Regie: Sam Raimi
Mit: Bruce Campbell, Embeth Davidtz, Marcus Gilbert u.a.
Laufzeit: 81 Minuten
Land: USA
FSK: Ab 18
Genre: Horror

Kauf smart, kauf im S-Mart… !

Inhalt: Ash (Bruce Campbell), der S-Mart Verkäufer ist zurück ! Nachdem er vom ominösen Buch des Todes, dem Necronomicon, mithilfe einer dämonischen Kraft ins Mittelalter zurückversetzt wurde, muss er sich in einem neuen Abenteuer am Hofe mittelalterlicher Lords durchschlagen. Wie gut, dass sein Auto, seine Motorsäge und sein 12-Kaliber-Gewehr ebenfalls die Reise in die Vergangenheit angetreten haben… denn diese Dinge wird er brauchen. Nach einem nicht besonders herzlichem Empfang sehen die Menschen in Ash ihren lange prophezeiten Retter – der das Necronomicon beschaffen und den Untoten somit ihrer Quelle der Macht berauben soll. Ash zögert verständlicherweise, doch sieht sein Engagement bald in einer neuen Liebe bestätigt – auch Sheila (Embeth Davidtz) setzt große Hoffnungen auf ihn, den unfreiwilligen Retter. So kommt es, wie es kommen muss: Ash begibt sich auf die lange und gefährliche Reise um das Necronomicon zu beschaffen; und versucht inständig, den ihm anvertrauten Zauberspruch zwecks einer gefahrlosen Aufnahme des todbringenden Buches nicht zu vergessen…

Kritik: Der deutsche Titel allein lässt noch nicht darauf schließen, doch tatsächlich handelt es sich bei Armee der Finsternis um den dritten Teil der berühmt-berüchtigen Tanz der Teufel-Trilogie von Sam Raimi. 6 Jahre nach dem zweiten Teil erzählt er die aberwitzig-gruselige Geschichte um Ash (Bruce Campbell) weiter, und versetzt ihn dabei – wie es bereits zum Ende des zweiten Teils ersichtlich wurde – ins Mittelalter. Und natürlich macht sich Raimi dieses Setting zunutze, indem er den obercool-lässigen Ash auf eine große Schar eines gehorsamen Mittelalter-Fußvolkes treffen lässt. Die Komik entsteht so fast automatisch, doch letztendlich ist es wieder einmal der Verdienst des offensichtlich engagierten Bruce Campbell, der dem Spektakel die nötige Würze und den damit einhergehenden hohen Unterhaltungswert verleiht. Es macht schlicht einen Heidenspaß, diesen leicht abgedrehten Charakter auf eine ihm fremde Welt prallen zu sehen – und umgekehrt. Schließlich setzen die Bewohner eines mittelalterlichen Königs-Schlosses nach anfänglichen ‚Berührungsschwierigkeiten‘ all ihre Hoffnungen in den merkwürdigen Fremden – der sich schließlich bereiterklärt, das sagenumwobene und bereits aus den Vorgängerteilen der Filmreihe bekannte Necronomicon, das Buch des Todes, zu beschaffen.

Im Vergleich mit den beiden Vorgängerfilmen fällt eines deutlich auf: während der erste Teil noch stark in eine rein Horror-orientierte Richtung mit leichten Splatteranteilen driftete, ist Raimi mit dem dritten vollends im Trashsegment / Bereich der Horrorkomödie angelangt. so richtig ‚gruseln‘ kann man sich mit dem dritten Teil also höchstwahrscheinlich nicht mehr – die völlig absurden, überzogenen und / oder makaberen Filminhalte prägen hier eindeutig das Gesamtbild. Welches demnach sehr amüsant ausfällt, und einen größeren Unterhaltungsfaktor offeriert als noch die Vorgänger – zumal diese auf einen vergleichsweise kleinen und beschränkten Schauplatz ausgelegt waren. Nun geht es endlich in die großen ‚Weiten‘ eines unbekannten Landes – mit wahnwitzigen Zwischenstopps, wie dem in einer alten Mühle. Doch Vorsicht: gerade diese Szenen wurden in einigen Veröffentlichungsversionen geschnitten (stellenweise sogar komplett), weshalb es unbedingt notwendig ist, sich nach einer vollständig ungeschnittenen Fassung von Armee der Finsternis umzuschauen. Andernfalls verpasst man einige der abgedrehteren, durchaus sehenswerten Szenen. Andererseits muss man nicht zwingend ‚Angst‘ vor allzu harschen Gewaltdarstellungen haben wenn es um die ungeschnittene Fassung geht: tatsächlich ist der dritte Teil in seiner Darstellungsweise nicht expliziter als die Vorgänger. Durch den späteren Einsatz von Skeletten ist sogar eher das Gegenteil der Fall.

Fazit: Bei einem Film wie Armee der Finsternis sollte man allerdings keine Ansprüche hinsichtlich einer ausgefeilten Logik stellen: natürlich kommt auch der dritte Teil Reihe komplett ohne eine eben solche aus. Aber gerade das macht es so interessant – wer wäre auch schon auf die Idee gekommen, den Filmfluss durch ständige Nachladeszenen (Schrotflinte) oder näheren historischen Erläuterungen zu stören. In technischer Hinsicht macht das Projekt eine zumindest durchschnittliche Figur; ein allzu glasklares Bild sollte man bei keiner Veröffentlichungsform erwarten. Auch verzichtet Raimi in diesem Teil fast völlig auf die ehemals so ‚beliebten‘ heftig-abrupten Schnitte und Zoomeinstellungen, oder eine vordergründige Filmmusik – dafür legte er einen merklich größeren Wert auf die Ausstattung (Kostüme, Waffen, Bühnenbilder) und auf die Lebendigkeit der Szenerie (viele Komparsen). Aber es ist ohnehin fast völlig an Bruce Campbell, den Film zu tragen – was ihm zweifelsohne auch gelingt. Armee der Finsternis ist mit Sicherheit der ‚bunteste‘, witzigste Teil der Tanz der Teufel-Trilogie – und vielleicht auch der unterhaltsamste. Die perfekte Wahl für einen gelungenen (Trash-)Filmabend mit Freunden.

3 replies »

  1. Es gibt übrigens auch einen Extended Cut auf DVD von Laser Paradise, allerdings ist die Bildqualität beschissen im Gegensatz zu der von MGM. Ich finde den Extended Cut allerdings jetzt auch nicht so sonderlich interessant, aber das alternative Ende ist witzig. ^^

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