Rezensionen: Power Metal

Metal-CD-Review: FAIRYLAND – The Fall Of An Empire (2006)

Land: Frankreich – Stil: Symphonic Power Metal

1. Endgame
2. The Fall Of An Empire
3. Lost In The Dark Lands
4. Slaves Forlorn
5. The Awakening
6. Eldanie Uelle
7. Clanner Of The Light
8. To The Havenrod
9. The Walls Of Laemnil
10. Anmorkenta
11. In Duna
12. The Story Remains
13. Look Into Lost Years

Vorwort: Nach dem überraschenden 2003’er Debütalbum Of Wars In Osyrhia legen die Franzosen von Fairyland 3 Jahre später nach – The Fall Of An Empire erzählt die fabel-hafte Geschichte um den immerwährenden Kampf zwischen gut und böse weiter. Wenn auch mit einer veränderten Band-Besetzung, die sicherlich nicht gerade ‚klein‘ ausfällt: die ehemalige Leadsängerin Elisa C. Martin ist nicht mehr mit von der Partie, ebenso wie Willdric Lievin am Bass. Erstere wird durch Max Leclerqc ersetzt, zweiter durch Thomas Cesario. Würde das Projekt auch ohne einen markanten weiblichen Part in der Rolle des Leadsängers funktionieren ? Und wenn ja, kann zumindest auch der neue Sänger eine gewisse Einzigartigkeit für sich verbuchen ? Immerhin steht Philippe Giordana als Keyboard-Genie weiterhin als Kopf der Band da, und legt sich auch dieses mal mächtig ins Zeug. Bleibt die Frage: episch-erhabenes Nachfolgealbum oder müde Fortsetzung ?

Kritik: Den Rundling flux eingelegt – und das Intro, hier mit der Titelbezeichnung Endgame, beginnt durch die Boxen zu schallen. Der knappe 1-Minüter versteht es einerseits, den Hörer in Stimmung zu bringen und so auf das Album vorzubereiten, andererseits macht er aufgrund der eher angedeuteten statt ausgeführten Manier ‚Lust auf mehr‘ und weckt Interessen ob einer ansehnlichen Fantasy-Bombast Sounduntermalung. Das Soll wird also klar erfüllt; auch wenn es sich sicherlich auch nicht um eines der spektakulärsten oder epischsten Intros aller Zeiten handelt (7/10). Es folgt der Opener und Titeltrack The Fall Of An Empire, der auch gleich straight loslegt: Schlagzeug und Co. werden an den Start gebracht, und erstmals hört man bei Fairyland nun also Max Leclerqc als Leadsänger. Die Meinungen werden sicherlich etwas auseinandergehen – zumal Elisa C. Martin wahrlich als eine der aussergewöhnlichsten weiblichen Sängerinnen im Bereich des (Power-)Metal bezeichnet werden kann. Max ist nun also… einer der (vielen) Männer, um es vorsichtig auszudrücken – und gerade bei einer Band wie Fairyland, die epischen Power Metal fabriziert wie auf dem Debüt, darf es dann doch gerne mal etwas besonderes sein. Dieser Eindruck kann allerdings nicht wirklich fortgeführt werden – doch nicht nur der neue Leadsänger zeichnet sich hierfür verantwortlich. Die gesamte Komposition wirkt nun auffällig unorganisierter, die Produktionsqualität zwar nicht schlechter als auf dem Debüt – aber insgesamt vielleicht sogar doch ein wenig unangenehmer, da gerade die Drums auffällig nach ‚Plastik‘ klingen. Die ehemals herausragenden, epischen Refrains kommen noch immer vor – doch im Vergleich zum Debüt wirkt es, als werden diese durch verschiedene Faktoren abgeschwächt. Der Männerchor wirkt nicht mehr ganz so erhaben, der Leadsänger einstweilen zu angestrengt und agressiv, die Instrumentalisierung ein wenig wirr (5/10).

Lost In the Dark Lands ist das nächste Stück auf dem Silberling, ein Stück welches sich am ehesten an Fantasy-Metal-Opern a’la Rhapsody Of Fire orientiert. Jedoch vermag der künstlich angestrengt wirkende Gesang hier nicht immer den Nerv der angestrebten Grundstimmung zu treffen. Die Bombast-Chöre kommen hier wieder deutlich besser zur Geltung, doch von der epischen Erhabenheit des Vorgängeralbums fehlt jede Spur. Einzig die wirklich netten Soli- und düsteren Instrumentalparts können überzeugen, doch wenn die Drums, der Leadsänger und Gitarren hinzukommen, war es das auch zumeist – der Refrain ist ebenfalls nicht mehr als ein laues Lüftchen auf einem 2006’er Album (5/10). Mit Slaves Forlorn folgt ein kurzes Interlude, abgeschmeckt mit reichlich Fantasy und ein wenig Hintergrundchor – das Ganze kommt ohne Drums, Gitarren und Hauptgesang aus, was für einen wohligen Filmmusik-Touch sorgt (7/10). The Awakening beschreibt leider nicht das ‚Erwachen‘ der noch schlafenden Fairyland-Musiker, denn auch hier gibt es nicht viel neues zu vermelden. Die Drums wirken künstlich, die Gitarren schrammen unspektakulär im Hintergrund, und der Hintergrundchor verkommt durch den doch recht häufigen Einsatz zu einem weiteren Standard-Element. Überhaupt wirkt er erschreckend kraftlos, zumindest im Vergleich zum Vorgängeralbum (5/10).

Die Richtung scheint nun langsam aber sicher ersichtlich zu werden. Kürzen wir also ein wenig ab. Eldanie Uelle zeigt erstmal die gesanglichen Fähigkeiten von Max auf, hier noch gepaart mit einer weiblichen Gastsängerin. Dieses Duett klingt nett, auch wenn die Instrumentalisierung wieder recht eindimensional daherkommt. Wirkliche Alleinstellungsmerkmale wie auf dem Vorgängeralbum bleiben aus, alles klingt wie ein zäher Brei (5/10). Clanner Of The Light schlägt eher in die Uptempo-Kerbe, was aufgrund der arg künstlich klingen Drums nicht wirklich Spaß macht – und der Leadsänger (hier sogar noch gepaart mit merkwürdigen Stimmverzerreffekten)… eine kleine Katastrophe, der Refrain muss im Vergleich zum Vorgänger abermals direkt abdanken (4/10). To The Havenrod ist ein weiteres Interlude, welches die bisher so schmerzlich ausgebliebene Filmmusik-Stimmung aufgreift, um so eine recht harmonisch klingende Soundkulisse zu erschaffen (8/10). Dann aber folgt The Walls Of Laemnil, in vermeintlich ‚epischer‘ Manier. Merkwürdige Übergänge, lasche Gitarren, Plastikdrums – viel Getöse um Nichts. Der Leadsänger ist wieder arg angestrengt, die Chöre wirken nicht mehr bereichernd, sondern schlicht deplatziert und sogar ein wenig nervend. Einzig der Refrain vermag es, ansatzweise an die Glanzzeiten des Vorgängers zu erinnern (4/10). Anmorkenta – ein weiteres belangloses Stück mit Dauerchor und Dauergekrächze des Leadsängers (3/10). In Duna kommt mit einer weiblichen Gastsängerin daher, und vermag es – erstmals – die Chöre und Bombast-Elemente wieder sinnig darzustellen. Übel, dass man so lange darauf warten musste (8/10). The Story Remains als unspektakulärer Überlängen-Titel und Look Into Lost Years als sanfte Ballade reissen da auch nicht mehr viel (4/10, 5/10).

Fazit: Was ist nur geschehen ? Wo ist die Erhabenheit des Vorgängeralbums geblieben ? Eine Erhabenheit, die sich durch eine markante Eingängigkeit einerseits, durch eine gewisse Vielschichtigkeit andererseits (Keyboardpassagen, geradezu atemberaubende Arrangements) definierte. Die Titel auf The Fall Of An Empire wirken nicht einmal wie ein müder Abklatsch des Ideenreichtums des Vorgängers, mehr noch: sie führen die Fairyland-Besonderheiten ad absurdum. Der ehemals kraftvolle Chor wirkt nun erheblich geschwächt und durch den ständigen Übereinsatz überstrapaziert, die Instrumentalisierung wirkt oftmals arg wirr und längst nicht mehr so pompös, die Gitarren und besonders die Drums werden stattdessen hervorgehoben – was allerdings ein echtes Eigentor ist, da sie auffällig künstlich klingen. Ähnlich ansprechende Refrains wie auf dem Debütalbum sucht man vergebens, wie natürlich auch das Alleinstellungsmerkmal schlechthin: einen besonderen Leadsänger. Der kann Vorgängerin Elisa C Martin verständlicherweise nicht das Wasser reichen, und klingt generell viel zu ‚angestrengt‘ und kratzig. Es tut fast ein wenig weh, doch da das Vorgängeralbum die Höchstwertung erhalten hat (!), folgt nun eine entsprechende zwecks Differenzierung.

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