Rezensionen: Games & Apps

PC-Spieletest / Game-Review: MAFIA 2 (2010)

Publisher: 2K Games / Sports – Genre: Action / 3rd-Person Shooter– Release: 27. August 2010

Lange hat es gedauert, bis ein Nachfolger zum absoluten Kultspiel Mafia über die Ladentische gehen konnte – jetzt endlich erreicht uns der zweite Teil der Mafia-Saga für alle Plattformen. In diesem Review werde ich mich ausschließlich auf die PC-Version beschränken, die einen kleinen Nachteil (wenn man so will) hat: sie setzt eine aktive Verbindung zu Steam voraus. Wer also nicht auf die heutzutage so angesagten Kopierschutzmaßnahmen steht, bei denen man irgendwelche Dinge herunterladen, sich einen Internet-Account erstellen muss et cetera – der wird bereits vor dem ersten Anspielen ein Problem haben. Auch mich stört dies etwas, aber dennoch sollte ein Test nicht davon abhängig gemacht werden. Dieser Aspekt wird also nicht in die Endwertung mit einfliessen.

Mafia 2 setzt vor allem auf eine grafische Aufpolierung der gewohnten, liebevoll inszenierten Stadtwelten aus Teil 1 – und eine ähnlich dramatische Inszenierung der Gangster-Geschichte. Ob die Macher im zweiten Teil alles richtig gemacht haben, erfahren Sie hier in diesem Review, welches ich als Übersichts-Darstellung anlegen werde. Denn: gerade bei Spielen finde ich eine Übersicht oft passender als einen ausführlichen Text. Vorab kann ich nur sagen, dass ich den Eindruck habe; dass der zweite Teil keinesfalls an die Qualität des ersten herankommt – eine grobe Vorschau auf die Stimmung dieses Lob- und Kritikpunkteübersicht.

Ja, es handelt sich um ein Problem, welches viele der neueren Spiele haben – technisch (Grafik, Sound, Spielmechanik) ist oftmals alles auf der Höhe der Zeit und dementsprechend genial umgesetzt – doch inhaltlich tun sich leider immer öfter Abgründe auf. Besonders auch in Bezug auf die Spielatmosphäre, die durch gewisse Aspekte (ganz oft sind es beispielsweise fehlende Interaktionsmöglichkeiten – auch in Mafia 2) etwas gedrückt werden kann. Doch kommen wir nun zur Übersicht, die wie folgt gegliedert ist:

  1. Positivaspekte,
  2. Screenshots,
  3. Negativaspekte,
  4. Fazit.

Positivaspekte:

  • Dramatisch und packend inszenierte Story
  • Frei wirkende Spielwelt
  • Tankstellen, Imbisse, Kleidungsläden, Werkstätten als Interaktionsmöglichkeiten
  • Tolle Schusswechsel (in Deckung gehen sieht super aus und ist nützlich)
  • Realistischer Schwierigkeitsgrad (auch auf leicht stirbt man relativ schnell)
  • Gesundheit lädt sich von selbst wieder auf
  • Stets genügend Waffen und Munition zur Verfügung
  • Garagensystem mit mehreren Fahrzeugen
  • Gute Gegner-KI
  • Atemberaubende Grafik und Animationen
  • Meeresbereiche sehen umwerfend aus (Wasser, Bäume, Stege, Weitsicht)
  • Überall laufen Passanten umher (die etwas „zu tun“ haben)
  • Verkehrswelt wirkt authentisch
  • Schicke Zwischensequenzen
  • Abwechslungsreiche Schauplätze (Anfangs im Krieg, in der winterlichen Stadt, im Gefängnis usw.)
  • Schicke Wettereffekte
  • Zerstörbare Umgebung
  • Tolle Soundkulisse
  • Umgebungsgeräusche
  • Radiosender
  • Auto- und Waffengeräusche
  • Synchronisation

Negativaspekte:

– Wenig glaubhafte Spielwelt

  • Großteil der Gebäude ist nur „Fassade“ und nicht betretbar
  • Passanten verhalten sich stellenweise merkwürdig (beim Ausweichen vor Fahrzeugen, in Gefahrensituationen)
  • Polizisten stellen keine wirkliche Gefahr für den Spieler dar (egal in welcher Stufe), auf viele „Vergehen“ keine Reaktion
  • Verbrechen bleiben ungesühnt (Überfälle, Morde, Zerstörung)
  • Polizisten rasen im Fahrzeug ins Meer
  • Polizisten reagieren nicht auf brennende Autos oder Leichen, wenn der Spieler nicht direkt ertappt wird
  • Strand- oder Meeresabschnitte durch „unsichtbare Wand“ geschützt
  • Beim Sturz in „offene“ Stellen ins Meer (nur im Fahrzeug) fällt das Auto durch Schiffe oder das Ufer selbst
  • Wettereffekte sind Missionsabhängig
  • Speziell in den Zwischenlevels (Gefängnis) zu wenig Möglichkeiten

– Viel zu wenige Optionen, die grundlegend zwar vorhanden sind; aber:

  • Die Auswahl der Kleidungsgegenstände ist viel zu spärlich
  • Keine separaten Kleidungsgegenstände (Schuhe, Hüte, Jacken beispielsweise)
  • Kein Inventar, keine zusätzlichen Gegenstände (z.B. mitnehmbares Essen, Taschenlampe)
  • Fahrzeuge verschwinden, landen stellenweise von Geisterhand wieder in der Garage

– Fortbewegung und Interaktion:

  • Playboyhefte und Steckbriefe größtenteils sinnlos
  • Viele verschiedene Fahrzeuge, doch Unterschiede sind nicht wirklich spürbar
  • Keine Zweiräder, Boote oder Flugzeuge
  • Kein Schiessen aus dem Auto heraus möglich

– Spielmechanik:

  • Kein freies Speichern möglich
  • Mies gesetzte, automatische Speicherpunkte
  • sinnlos wirkende Spielstatistik
  • Schlecht organisierte Karte (z.B. unentdeckte Bereiche nicht hervorgehoben)
  • Fahrphysik stellenweise etwas nervig

– Missionen:

  • Sehr linearer Handlungsablauf
  • Wenig spielerische Abwechslung (oft: fahre von A nach B)
  • Wenige Nebenmissionen
  • Insgesamt zu kurz
  • Unzählige Zwischensequenzen, die den Spielfluss aufhalten
  • Keine Entscheidungsmöglichkeiten (z.B. gut oder böse)
  • Nach Abschluss der Endmission ist das Spiel zuende (egal, wieviel Prozent die Fortschrittsanzeige aufweist)
  • Keine „kultigen“ Missionen wie in Teil 1 (auf dem Schiff, die Rennbahn)

Mein Fazit: Mafia II ist ein grafisch sehr ansprechendes Spiel mit vielen Macken, beziehungsweise Dingen, die negativ auffallen. Wenn man den Vergleich zum 8 Jahre älteren Teil 1 anberaumt, versagt der zweite Teil sogar völlig. Im ersten Teil hatte man das Gefühl einer größeren Spielwelt, die Missionen waren viel abwechslungsreicher und eindeutig kultiger – Missionen wie die um das Autorennen oder der Besuch einer Dinnerparty auf einem Schiff werden auf ewig in Erinnerung bleiben. Teil 2 bietet leider wenig einzigartiges oder im Gedächtnis haftendes – stattdessen wirkt er schlicht moderner (in grafischer Hinsicht), indem er viele Zwischenseuqenzen einstreut. Der Vorteil: man hat das Gefühl, einen spannenden Gangsterfilm zu sehen. Der Nachteil: ein Spielfluss entsteht kaum, die Action wird in den Hintergrund gedrängt. Besonders macht mir aber das fehlende freie Speichern, sowie folglich auch die mies gesetzten Speicherpunkte zu schaffen – sowie das abrupte Ende, welches einem nicht erlaubt, die Welt weiter (und frei) zu erkunden. Vielleicht, weil es nicht mehr viel zu entdecken gibt ? Ich vergebe gute, aber dennoch etwas enttäuschte 7.0/10 Punkten für Mafia II. Wiederspielfaktor: leider kaum vorhanden.


70button

„Nicht mehr so gut wie der erste Teil.“

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