Rezensionen: Filme

Filmkritik: „Daybreakers“ (2009)

Filmtitel: Daybreakers
Regie:
Michael Spierig, Peter Spierig
Mit:
Ethan Hawke
Laufzeit:
98 Minuten
Land:
USA / Australien
Genre:
Horror

Inhalt: Im Jahre 2019 steht die Welt so wie man sie kennt Kopf: eine Art Epidemie hat dafür gesorgt, dass beinahe alle Menschen zu blut-konsumierenden Vampiren mutierten. Während es einige eher zufällig traf, entscheiden sich andere bewusst dazu – um ein ungleich längeres Leben mit vielen (gesundheitlichen) Vorteilen zu führen. Doch was macht man, wenn die einzige wirkliche Nahrungsquelle, das heisst die wenigen überlebenden Menschen, auszusterben drohen ? Diese Frage stellt sich auch Edward Dalton (Ethan Hawke), der für ein führendes Forschungsinstitut arbeitet. Zudem scheint er die Nase voll davon zu haben, dass die Menschen, die sie ja alle einmal waren – wie Vieh gehalten werden um eine möglichst sichere Versorgung mit frischem Blut sicherzustellen. Bald schon ist keine Zeit mehr für große Schuldgefühle: denn der Tag der „Blutarmut“ naht. Immer mehr Vampire werden zu grausigen Monstrositäten, die auf den Straßen umherwandern und alle anderen – das heisst Vampire und Menschen – gefährden. Wird sich eine Lösung finden… ?

Kritik: Auf Daybreakers konnte man nach dem recht vielversprechenden Trailer nur gespannt sein. Eine Welt, in der Vampire nicht nur sporadisch vorkommen, sondern gleich die ganze Welt bevölkern – mit den Menschen als Energiequelle. Das ist doch mal eine ansprechende Herangehensweise. Was ein wenig an das menschenverachtende Energieversorgungsprinzip von Matrix erinnert, entpuppt sich als hier als fleischgewordene Alternative. Mit dem Unterschied, dass die Vampire offensichtlich in der Lage sind, so etwas wie Empathie gegenüber den Menschen zu empfinden, und dementsprechende selbstzerstörerische Handlungen zwecks eines „höheren Zieles“ zumindest theoretisch möglich sind. Und genau darauf spielt Daybreakers ja auch an: auf eine Menschlichkeit der Vampire, sozusagen.

Das klingt grotesk ? Zugegeben, dass ist es auch. Denn im Grunde wäre eine solche Thematik durchaus sinnvoll in einem (ernsten) filmischen Rahmen zu verpacken. Daybreakers jedoch kann sich nicht so recht entscheiden, was er nun sein will. Während die Ansätze in der Thematik gute Voraussetzungen gewesen wären, wird vieles jedoch wieder durch die allgemeine Flachheit des Films über den Haufen geworfen. Flachheit heisst: die Story bietet keinerlei Tiefe, die Charakterporträts ebenfalls nicht. Weiterhin gibt es einige durchaus heftige Splatterszenen, die ebenfalls ein wenig an der „Ernsthaftigkeit“ des Films nagen. Diese versucht man wiederum in anderen Szenen dem Zuschauer mit Nachdruck einzuhämmern: beispielsweise wenn eine Schar von mutierten Vampiren im Stile einer genozidartigen Hinrichtung getötet werden. Über diese… leichten Disharmonien liesse sich ja noch hinwegsehen, wäre da nicht das überaus platte Storykonstrukt, welches ständig mit irgendeiner „genial einfachen“ Lösung für allerlei Probleme aufwartet. Ein Vampir wird rein zufällig wieder zum Menschen – eine Lösung für das große Problem der Vampire, die Blutabhängigkeit nämlich. Ebenso zufällig findet man heraus, dass ein Vampir einen so „behandelten“ Vampir nur noch zu beissen braucht – und prompt wird auch er wieder zu einem Menschen. Wenn man die Einfachheit des Prinzips „Vampir beisst Mensch der dann mutiert“ noch unterstützen kann, so fällt das in diesem (umgekehrten) Fall doch etwas schwer. Alles wirkt ein wenig zu einfach und unproblematisch.

Dass dann gewisse Faktoren wie „Gewissensbisse“ oder Familienkonflikte auf Seiten der Vampire eingestreut werden (um sie nicht als gewissenlose Monster darzustellen und ihnen mehr Charaktertiefe zu verleihen), macht es nicht wirklich besser. Diese Porträts fallen ohnehin sehr spärlich aus, leider auch auf Seiten der Menschen. Eigentlich vermag Daybreakers nur, mit dem schnellen Erzähltempo und einigen Actionszenen zu punkten. Das heisst: es ist ein durchaus unterhaltsamer Film, der inhaltlich jedoch nicht gerade als anspruchsvoll zu bezeichnen ist. Auch nicht als innovativ: halbwegs ausführlich behandelt werden nur die Themen, die man schon aus anderen Vampirfilmen kennt. Möglicherweise neue und interessante Ansätze werden wie oben bereits erwähnt kaum erwähnt – oder münden in einer „genial einfachen“ Lösung. Ebenfalls markant: die allgemeine Vorhersehbarkeit des Films, weniger in Bezug auf das Ende; sondern eher in Bezug auf viele einzelnen Szenen. Man weiss einfach immer, was als nächstes geschehen wird !

Die Darsteller geben sich anscheinend größte Mühe, ihren Rollen noch halbwegs mit Leben zu füllen – doch dafür lässt das Drehbuch kaum Platz. So fallen besonders die Porträts der Nebendarsteller mehr als spärlich (und teilweise sehr gekünstelt) aus. Und klischeehaft: Platz für Charakterentwicklung gibt es schlichtweg nicht. Die optischen Faktoren hingegen sind durchweg als positiv einzustufen: die „Vampirwelt“ wirkt hochtechnisiert und glaubhaft, jeder geht seinem Alltagsgeschäft nach – wäre da nicht die Abhängigkeit vom roten Lebenssaft. Die Schauplätze offerieren zwar nicht gerade ein hohes Maß an Abwechslung oder gefühlter räumlicher Größe – doch für diesen Film reicht es gerade noch aus. Kamera und Schnitt bewegen sich auf einem angenehmen Level, ebenso wie die Farben und Kontraste. Auf wirkliche optische Highlights wurde – neben den heftigen Splatterszenen – aber verzichtet. Der Soundtrack erscheint passend, bleibt aber nicht wirklich hängen.

Fazit: Daybreakers ist ein Film, der eher seicht unterhält aber dennoch einige heftige Szenen beinhaltet. Horror-Popcornkino mit vielen vergebenen Chancen auf absolut mittelmäßigem Niveau – nicht mehr und nicht weniger.

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