Rezensionen: Filme

Filmkritik: „Death Note: L Change The World“ (2008)

Originaltitel: Death Note – L Change The World
Regie:
Hideo Nakata
Mit: Kenichi Matsuyama
Laufzeit: 129 Minuten
land:
Japan
Genre:
Thriller

Inhalt: Nachdem L seinen Widersacher Nummer eins besiegen konnte (wir wissen, dass dies im Manga / Anime etwas anders lief) bleiben ihm nur noch wenige Tage. Schließlich war er gezwungen, einen gewissen Eintrag der ihn selbst betrifft, in das mysteriöse Notizbuch zu schreiben. Was bleibt ihm, neben der Gewissheit, einen größenwahnsinnigen Death Note-Besitzer ausgeschaltet zu haben ? Genau, exakt 23 Tage, um weitere Verbrechen rund um den Globus zu bekämpfen. Eines Tages dann wird ihm von einer Art Experiment berichtet. Es geht um einen gefährlichen Virus, wie sich herausstellt – der unter keinen Umständen verbreitet werden darf. Ein seltsamer Junge überbrachte ihm diese Botschaft, und weicht von nun an nicht mehr von L’s Seite. Würden sie eine mögliche Epidemie gemeinsam verhindern können ?

Kritik: Also, was gibt es über dieses Sequel zu sagen… dieses, aber auch jenes ! Schließlich war bereits der erste Teil der Death Note-Verfilmungen eher durchwachsen – er ist vielmehr als „Einstieg“ in das komplexe und interessante Thema zu betrachten. Der zweite hingegen überzeugte beinahe zu 100% – es ist ein rundum perfekter und superspannender (Psycho-)Fantasy-Thriller geworden. Entsprechend schwierig gestaltete es sich wohl, diese Reihe mit dem dritten Teil noch „krönend“ abzuschließen, beziehungsweise das Niveau zu halten. Es ist kein Geheimnis: leider haben die Macher (es zeichnet sich im übrigen ein anderer Regisseur verantwortlich) es nicht geschafft.

Während der zweite Film noch alle Stärken des Death Note Universums ausspielte – das heisst hauptsächlich den epischen Geisteskampf zweiter Kontrahenten spannend in Szene setzte – hat der dritte Film eigentlich kaum noch etwas mit der Thematik zu tun. In einer der ersten Szenen werden 2 Death Note’s von L vernichtet – ein böses Omen, da von nun an eigentlich ein völlig neuer Teilabschnitt beginnt. Die Death Note’s sind weg, damit auch die Shinigamis (die Todesgötter), Light und Light’s Familie sind ebenfalls aus dem Spiel – man beginnt nun also quasi von vorn. Gut, einen Charakter nimmt man natürlich „mit“ aus den beiden ersten Teilen: L nämlich. Genau um den geht es hier. Aber leider fällt der Film weniger als ein exklusives oder ausführlicheres Charakterporträt aus, sondern vielmehr als plumper Weltrettungs-Actioner, in der einige wenige „wissende“ Personen die Ausbreitung eines Virus verhindern. Das Problem ist hierbei offensichtlich: das Drehbuch eignete sich, ginge es hierbei nicht mehr um L – viel eher für einen billigen Actionstreifen der privaten, ganz besonders die finale Szene bestätigt dieses Gefühl noch einmal.

Klar, er musste es tun – für den Film war dies aber eher schlecht…

Folglich gibt es wenige neue oder überraschende Elemente in diesem dritten Death Note Film. Dinge, die für den Zuschauer und „Fan“ wirklich interessant gewesen wären, deutet man lediglich ganz spärlich an (wer ist L eigentlich, woher kommt er, gibt es noch andere „Agenten“ wie ihn ? Und wer leitet diese merkwürdige Organisation ? Und so weiter). Immerhin ging der Anime in diese Richtung, indem er 2 neue, vollkommen gegensätzliche „Agenten“ vorstellte, Near und Mellow nämlich. In diesem Fall wird allerdings völlig auf möglicherweise komplexes verzichtet, stattdessen wird ein Haufen „Haudrauf-Terroristen“ als neue Charaktergruppe eingeführt. Das Problem: diese Charaktere sind allesamt uninteressant und wenig vielschichtig, ihre Ambitionen werden nicht ganz klar. Schauspielerisch mag das Ganze ein gewisses Niveau haben, doch das tröstet keinesfalls über die plumpe Handlung hinweg. L und ein seltsamer Junge jagen Terroristen… ? Vielleicht hätte man da mehr draus machen können, so aber überzeugt das Ganze nicht.

Fazit: Ganz besonders das Finale wirkt dann doch eher lächerlich. Ein Flugzeug als Schauplatz eines wichtigen „Kampfes“ der über Sieg oder Niederlage entscheidet ? Das kennt man doch eher aus TV-Serien oder billigen amerikanischen TV-Produktionen. Auf der Positivseite kann jedoch getrost das weiterführende Porträt von L verbucht werden, Voraussetzung wäre natürlich dass man diesen Charakter irgendwo mag (und die beiden vorherigen Filme gesehen hat). Als „Einstieg“ in das Death Note Universum eignet sich dieser Film wohl kaum. Nicht ansehen, sind die anderen beiden Filme noch nicht gesehen – sonst wird man sich nur noch mehr über die mangelnde Qualität wundern ! Diese setzt auch technisch da an, wo der erste Film aufgehört hatte. Leider nicht da, wo der zweite begann – die Schauplätze sind eher wieder uninteressant, die Optik mittelmässig, nichts markantes bleibt hängen. Hätte man den zweiten Film also noch ausweiten / nicht so vorschnell enden lassen sollen, oder war es so vielleicht besser, da nun wenigstens eben dieser zweite Film richtig glänzt ?


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