Rezensionen: Filme

Filmkritik: „Percy Jackson – Diebe Im Olymp / Percy Jackson And The Lightning Thief“ (2010)

Originaltitel: Percy Jackson & The Olympians: The Lightning Thief
Regie:
Chris Columbus
Mit:
Logan Lerman
Laufzeit:
118 Minuten
Land:
USA / Kanada
Genre:
Abenteuer

Inhalt: Die Götter sind erzürnt – ein unbekannter Dieb hat den sagenhaften Donnerblitz von Zeus, dem Vater des Olymps, gestohlen. War es etwa Percy Jackson (Logan Lerman), der Sohn von Poseidon – halb Gott, halb Mensch ? Das wird zumindest behauptet – oder ist der Diebstahl vielleicht nur eine gar göttliche Inszenierung, um einen Krieg herbeizuführen ? Nun, vielleicht wäre Percy ein ganz normaler Teenager, wäre da nicht seine spezielle Herkunft. Die eigentliche Wahrheit hinter seiner Existenz… verwirrt ihn etwas. Verständlich, doch damit nicht genug: schließlich soll er es gewesen sein, der den Donnerblitz gestohlen hat. Doch wie hätte er das machen sollen, wusste er doch nicht einmal um die Existenz einer solch gefährlichen Waffe ? Genau um dieses Machtinstrument streiten sich nun die drei mächtigsten Götter, Zeus, Hades und Poseidon. Es scheint unabdingbar: sollte der Donnerblitz nicht innerhalb von 14 Tagen wieder auftauchen, wird es einen Krieg zwischen den Göttern geben. Und der würde wohl nicht nur im Olymp stattfinden, sondern sich über die ganze Welt erstrecken. Wer, wenn nicht der unfreiwillige Held Percy sollte den Krieg nun noch abwenden können – indem er seine Unschuld beweist ? Zusammen mit zwei Gefährten begibt er sich auf die Reise – quer durch die USA, und letztendlich auch in die Unterwelt und zum sagenumwobenen Olymp selbst.

Kritik: Nun, es ist gewiss keine sonderliche Überraschung, einen US-amerikanischen (Fantasy-)Film über die griechische Götterwelt und deren „Helden“ zu sehen. Es ist ebenfalls nicht neu, einen relativ jungen und unsicheren Teenager in einer (anfangs noch unfreiwilligen) Heldenrolle zu erleben. Zumindest relativ neu ist aber die Kombination dieser beiden Themen, und die Tatsache, dass viele der Ereignisse auf der Erde, genauer gesagt in den USA, stattfinden. Ganz im Sinne eines Harry Potter erschafft Chris Columbus hier also ein Fantasy-Abenteuer für jung und alt, gespickt mit allerlei Actionszenen und einem generell rasanten Erzähltempo. Es liegt nahe, dass diesem Film eine Buchvorlage zugrundeliegt – eine weitaus ausführlichere. Wie immer wurden einige der komplexere Dinge zugunsten einer „erträglichen“ Spieldauer verändert oder weggelassen, und besonders fällt auch auf, dass der Hauptdarsteller des Films alterstechnisch nicht dem Alter des Protagonisten des Buches entspricht.

Hah, offensichtlich, von wem diese Pose stammt...

Wie dem auch sei, Percy Jackson ist ein Film, den ich zwiegespaltener kaum betrachten könnte. Einerseits beinhaltet er unzählige (US-typische) Klischees, ist wenig komplex und schnell erzählt, und er wird von grauenhaft unpassender Musik untermalt („Highway To Hell“ !) – was wohl im Zuge einer gewissen (aber fehlgeschlagenen) Selbstironie geschieht. Ich finde, dass Selbstironie in einem guten Fantasy-Streifen grundsätzlich fehl am Platz ist – und ganz besonders, wenn es eine Art von jugendlicher oder „moderner“ Selbstironie ist. Aber wohlgemerkt, dies ist nun einmal auch die eigentliche Zielgruppe des Films. Die Sage um Percy Jackson wurde quasi in unsere moderne Zeit transportiert, eigentlich „antike“ Götter treffen auf die technischen Errungenschaften des einundzwanzigsten Jahrhunderts. So gibt es natürlich auch einen ständig witzelnden Gefährten Percy’s, der als Possenreisser unterwegs ist. Was in Rush Hour beispielsweise noch durchaus als Konzept funktionierte und in einigen Lachern mündete, wirkt hier eher etwas aufgezwungen und stellenweise auch nervig. Obwohl, betrachtet man Filme wie Kampf der Titanen, so könnte man auch sagen: wenn man ständig bierernst bleibt, kann der Schuss ebenfalls nach hinten losgehen !

Das könnte gefährlich werden... obwohl, eigentlich nicht (siehe Ergebnis im Film)...

Andererseits bietet Percy Jackson doch einige positive Aspekte, hauptsächlich in einem Satz zusammenfassbar: er macht – trotz mangelnder Tiefe oder gerade deswegen – einfach Spaß. Einen großen Teil zu diesem Eindruck trägt das schnelle Erzähltempo bei, dass kaum Platz für Langeweile oder „Leerlaufmomente“ lässt. Die gesamte Optik verdient ebenfalls eine löbliche Erwähnung: das Bild wirkt frisch und klar, die Farben satt, und die Spezialeffekte absolut auf der Höhe der Zeit. Seien es die Wassereffekte, die Animationen der feindseligen Kreaturen, die Verwandlungen Gott-zu-Mensch oder schlicht der vor Energie sprühende Donnerblitz – ein kleines Festmahl für die Augen. Erneut – ganz im Gegensatz zu Kampf Der Titanen beispielsweise, der einfach viel zu dunkel und „matschig“ wirkte. Percy Jackson ist allgemeinen sehr hell gehalten, und die Szenen die im Dunkeln oder in der Nacht spielen, bieten ebenfalls stets markante Punkte, die es den Augen angenehmer machen dem Geschehen zu folgen. Auch die Schauplatzwahl fällt sehr bunt und abwechslungsreich aus – man bewegt sich in Innenstädten, in Museen, in einem Casino in Las Vegas, in einem Waldstück der als „Camp“ für Halbgötter fungiert. Auf der anderen Seite haben wir die etwas „künstlichen“ Schauplätze wie die Hölle selbst, sowie den Olymp. Aber auch diese wirken sehr gut in Szene gesetzt, und wechseln sich glücklicherweise mit „normalen“ und ungekünstelten Innenansichten der dortigen Gebäude oder Räumlichkeiten ab. Etwas fehl am Platz wirkten doch aber die simplen Vergrößerungseffekte, die wohl klarmachen sollen, dass die Götter eigentlich eine viel riesigere Ursprungsform haben.

Lasst mich durch, ich muss einen Krieg verhindern... !

Fazit: Schlussendlich ist Percy Jackson ein unterhaltsamer Stoff für ein jüngeres oder auch jung gebliebenes Publikum. Es ist zum Glück kein reines Popcorn-Kino, aber allzu viel Tiefe oder gar philosophische Aspekte sollte man ebenfalls nicht erwarten. Größte Schwäche bleibt die Umsetzung der Story mit einer mangelnden Tiefe, Logik-Lücken und etwas kargen Charakterporträts. Und die „Selbstverständlichkeit“, dass die Götter natürlich (!) „einfach da“ sind und über uns wachen, die ganze Zeit. Niemand weiss davon, obwohl beispielsweise ein haushoher Poseidon zu Beginn des Films aus dem Meer emporsteigt. Die Nachrichten berichten von einem „merkwürdigen Unwetter“, als der Krieg im Olymp auszubrechen droht. Das „Bootcamp“ der Halbgötter befindet sich, na wo wohl – in einem nahegelegen Waldstück. Ungeklärt bleibt, ob dies eine Art Zwischenwelt, die möglicherweise nicht alle sehen können, sein soll. Und so weiter – all das ist zugegeben etwas uninspiriert dargestellt. Doch, für einen gute-Laune Filmabend mit netten Effekten, seichter Unterhaltung und einem Hauptdarsteller mit dem sich halbwegs (!) identifizieren kann – reicht das Ganze völlig aus.

Über Kommentare Freut Sich Jeder.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.